Rettungspunkte: Damit die Helfer durch den Wald finden

Von: Daniel Gerhards
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Hier bekommt man Hilfe. Neun Schilder weisen in der Teverener Heide auf Rettungspunkte hin. Das erleichtert die Arbeit für Robert Jansen (l.) und Thomas Kähler. Foto: Daniel Gerhards

Geilenkirchen. Worauf man als Wanderer nicht alles achten soll. Wenn man vom Parkplatz Grotenrath in die Teverener Heide geht, sieht man den Wald vor lauter Schildern kaum, denn nun gibt es auch neun neue Rettungspunkte.

Sie weisen Radfahrern und Wanderern den Weg und fordern Hundebesitzer auf, ihre Vierbeiner anzuleinen. Und nun ist noch ein Schild dazugekommen. Darauf steht groß: 112. Doch das Schild ist mehr als ein Hinweis auf die allseits bekannte Notfallnummer. Es signalisiert: Dort ist ein Rettungspunkt.

Mobilfunkempfang garantiert

Solche Rettungspunkte im Wald gibt es schon länger. An denen mussten sich Forstarbeiter sammeln, wenn ein Kollege verletzt wurde. Doch nun sei das System auch für Waldbesucher nutzbar – eben durch die Schilder, sagt Robert Jansen, Fachgebietsleiter Landeseigener Forstbetrieb beim zuständigen Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde.

Und so funktioniert es: Passiert im Wald etwas, kann man an einem der neun Rettungspunkte in der Teverener Heide die 112 wählen. Mobilfunkempfang ist dort garantiert. Dann gibt man die elfstellige Nummer durch, die auf dem Schild steht. Und schon wissen Rettungsdienst und Feuerwehr punktgenau, wo sich der Anrufer aufhält.

Bisher mussten die Rettungskräfte verletzte Wanderer oder Radfahrer oft aufwendig suchen. „Wir haben noch jeden gefunden. Aber wenn wir nicht genau wissen, wo die Leute sind, müssen wir ab und an länger suchen“, sagt Thomas Kähler, beim Kreis Heinsberg für Feuerwehr, Rettungswesen und Katastrophenschutz zuständig. Deshalb bringt das Rettungspunktsystem einen enormen Zeitgewinn für die Einsatzkräfte. Und der kann im Extremfall Leben retten.

Für Retter leicht erreichbar

Unterstützt wird das System durch eine EDV-Plattform. Die wurde von der Stolberger Firma Innodatec erarbeitet. Jeder kann sich auf der Website im Vorfeld informieren, wo es Rettungspunkte gibt. „Wenn man zum Beispiel eine Radtour plant und wissen möchte, wo man sich – im Notfall – retten lassen kann, kann man seine Route sogar entlang der Rettungspunkte planen. Das könnte für ältere Leute interessant sein“, sagt Jansen.

Aber nicht nur die Rettung verunglückter Waldbesucher wird dadurch einfacher. Auch Waldbrände können besser lokalisiert werden. Auch dann gilt: 112 wählen – und die Nummer durchgeben. „Wir setzen die Nummer dann in Koordinaten um. Dann finden die Einsatzkräfte den Ort sehr schnell“, sagt Kähler.

Wichtig sei ebenso: Die Rettungspunkte sind so gewählt, dass sie leicht mit einem Fahrzeug zu erreichen sind. Auch für Rettungswagenfahrer, die sonst nicht im Forst unterwegs sind.

In Stolberg, Eschweiler und Würselen, Simmerath und Roetgen wird das System ebenfalls bereits eingesetzt. Insgesamt gibt es in den Kreisen Heinsberg und Düren sowie in der Städteregion Aachen mittlerweile etwa 150 Rettungspunkte.

Auf Europa übertragen

„Man könnte das auf ganz Europa oder sogar auf die ganze Welt übertragen“, sagt Jansen. Denn die Nummer, die man am Telefon angeben muss, setzt sich aus einer Kennziffer für das jeweilige Land, das Bundesland und die Region zusammen. Rettungsverantwortliche aus Belgien hätten sich das System schon angeschaut, sagt Jansen.

Ärgerlich ist für Jansen: Eins der neun Schilder in der Teverener Heide wurde bereits aus der Verankerung gebrochen. „Die Schilder sollen Leben retten und nicht im Graben liegen“, sagt er.

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