Geilenkirchen - Retro Gaming: Nostalgiker aus ganz NRW feiern ein Fest

Retro Gaming: Nostalgiker aus ganz NRW feiern ein Fest

Von: Danielle Schippers
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Das einfache Spiel „Pong“ aus den frühen 70er-Jahren gilt als die Mutter aller Videospiele, auch die Organisatoren Christoph Grundmann, Andrej Sorich und Yannick Grawenhoff (v.l.) lieben es. Foto: Danielle Schippers
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Bei der Regenbogenstrecke von Mario Kart wurden bei den Besuchern viele Erinnerungen wach.

Geilenkirchen. Stunden um Stunden ließen sich die etwa 300 Besucher von den Videospiel-Klassikern fesseln, die der Verein GKKulturgut und befreundete Unterstützer im Haus Basten aufgebaut hatten. Zwölf spielbare Stationen gab es dank der zahlreichen gespendeten Röhrenfernseher, acht Stück an der Zahl wurden im Vorfeld bei den Organisatoren abgegeben.

Das ganze Wochenende lang konnte jeder bei nostalgische Gefühlen über 1000 Videospiele spielen, die hauptsächlich aus den 80er- und 90er-Jahren übrig geblieben sind. Super Mario, James Bond, Tetris, Sonic, Street Fighter, Kerby, Wild Gunman und so weiter sind den meisten Jugendlichen von damals noch bestens in Erinnerung, immerhin kochen beispielsweise bei der Regenbogenstrecke von Mario Kart die Gefühle immer noch schnell hoch, wie dieses Wochenende in verschiedenen Freundeskreisen zu erkennen war.

Häufig waren Ausrufe zu hören wie „Weißt Du noch damals . . .“, außerdem wurde über 16-Bit-Grafiken, Game-Stories und Steuerungen gefachsimpelt. Eigentlich erstaunlich, dass trotz der grenzwertigen Mischung der Einton-Daddel-Melodien aus vielen Lautsprechern und der teils anstrengenden alten Grafik der Spiele aus den 90ern die Besucher viele Stunden vor den Bildschirmen ausharrten.

Bis in die frühen Morgenstunden spielten Interessierte, Organisatoren und Zocker-Profis an beiden Tagen. Das liegt wohl vor allem an der Faszination, die diese aus heutiger Sicht sehr einfachen Spiele immer noch ausstrahlen. „Die alten Spiele sind kurzweiliger, man kann sie schneller durchspielen. Und es gab früher viel originellere Ideen, die Hersteller der Spiele waren ohne den kommerziellen Druck freier als heute“, versucht Christoph Grundmann die starke Anziehungskraft zu erklären. Die Idee, die Retro Games und Konsolen zusammenzutragen und als interaktive Ausstellung zu arrangieren, entstand, ganz klassisch, auf einer Grillparty.

Yannick Grawenhoff sammelt leidenschaftlich nicht nur alte Spiele, sondern generell vieles, was nostalgische Gefühle verursacht. Gemeinsam mit Jasper Boskma und Christoph Grundmann trug er die Schätze ihrer Jugend zusammen. Grundmann ist außerdem stellvertretender Vorsitzender des Vereins GKKulturgut und war sofort begeistert von der Idee. Da die Gaming Szene, die in den späten 80er-Jahren mit den ersten Computern entstand, mittlerweile riesig geworden ist und Videospiele ein weit verbreitetes Hobby sind, darf das Ganze mit Recht als ein Stück Kultur angesehen werden.

In diesem Jahr schloss sich außerdem Andrej Sorich den Organisatoren an, der erfolgreich auf seinem eigenen Youtube-Kanal und für bekannte Spiele-Magazine Spiele testet. Auch er ist von den Anfängen der Videospiel-Kultur fasziniert: „Ich liebe die Spiel-Klassiker vor allem aus nostalgischen Gründen. Diese Veranstaltung ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir uns früher mit Freunden treffen mussten, um gemeinsam zu spielen. Heutzutage spielen alle hauptsächlich online, da sitzt jeder alleine vor seinem Rechner.“

Kindheitserinnerungen

Das ganze Wochenende lang wurde das Haus Basten zur einzigen Videospielhalle Geilenkirchens. Ungefähr 300 Besucher, teilweise aus ganz NRW angereist, konnten sich so auf den Relikten der Videospiel-Kultur austoben. Das Interesse innerhalb Geilenkirchens und auch bundesweit war bei der 2. Ausgabe des Retro Gaming Wochenendes sehr groß, die Besucher erstaunlich unterschiedlich. Wie schon im vergangenen Jahr bestand der Hauptteil und harte Kern, der am Samstag die ganze Nacht durchzockte, erwartungsgemäß aus jungen Erwachsenen um die 30.

Aber auch Jugendliche fanden ihren Weg ins Haus Basten und am Sonntag einige Familienväter, die ihren Kindern die Spiele ihrer Jugend zeigen wollten. Manni Schoger aus Gummersbach war auch unter ihnen: „Retro Gaming macht einfach Spaß, und da kommen immer Kindheitserinnerungen hoch. Leider gibt es kaum solche Treffen zum Spielen wie hier, es wäre super, wenn so etwas in Geilenkirchen regelmäßig stattfinden würde.“ Die vielen Besucher des Retro Gaming Wochenendes waren sich jedenfalls einig, dass es ein voller Erfolg war und im nächsten Jahr unbedingt wiederholungswürdig ist.

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