Restaurierung St. Marien: 200.000 Euro fehlen noch

Von: Markus Bienwald
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Gut 200 Besucher werden es gewesen sein, die sich die offene Tür kurz vor Abschluss der Bauarbeiten an St. Marien in Geilenkirchen nicht entgehen ließen. Foto: Markus Bienwald
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Ansgar Lurweg (l.) vom Kirchenvorstand und Pfarrer Peter Frisch (r.) nahmen von Joachim Bock, Sprecher der Mitarbeiter der Franziskusheim gGmbH, den Spendenscheck in Höhe von 6000 Euro entgegen.

Geilenkirchen. Das Hauptportal blieb noch geschlossen, doch der ohnehin häufiger genutzte Nebeneingang der katholischen Pfarrkirche St. Marien wurde am Samstagnachmittag für ein kurzes Zeitfenster geöffnet. 90 Minuten lang blieb das mit einem neuen Antlitz ausgestattete Gotteshaus am Geilenkirchener Markt offen.

Zeit genug, um ein paar Meinungen zu hören, die abseits von der empfundenen Weite und Höhe des Sakralbaus die Runde machten. „Einige Neuerungen finde ich gut“, sagte beispielsweise Sigmund Kozikowski, der gleich mal seine Kamera zückte und ein Bild machte. „Als Rollatornutzer kann ich beispielsweise in der Kirche St. Johann in Hünshoven nicht ohne Schwierigkeiten an der Kommunion teilnehmen“, sagt er. Wenn die Kirche im Herzen Geilenkirchens fertiggestellt ist, soll das anders sein, denkt er. „Der Platz ist größer“, meint er, „das ist doch ein Segen, der bei dem Brand herumgekommen ist.“

Für gemischte Gefühle bei den Besuchern, die größtenteils zwar ihre Meinung sagten, aber damit nicht namentlich genannt werden wollten, sorgten hingegen die Darstellungen der zwölf Apostel. Die waren bei der letzten Überarbeitung des Innenraums der Kirche mit einem bunten Farbkleid versehen worden. Nun stehen sie nach wie vor an den Wänden auf ihren Sockeln, sind jedoch einfarbig und kleiden sich ins selbe Hellgrau wie die Wände dahinter.

„Bei der Restaurierung wurden viele Farbschichten auf den Aposteln entdeckt“, erzählte Pfarrer Peter Frisch den interessiert lauschenden Gästen. Da man wohl davon ausgehen muss, dass die Farblosigkeit der Urzustand der Figuren ist, wurde dieser mit ins neue Konzept der Kirche eingebunden. Dass hier bis zum ersten Adventswochenende, wenn die offizielle Wiedereröffnung der Kirche ansteht, alles fertig ist, konnte hingegen kaum ein Besucher an diesem Samstag glauben.

Farbeimer, abgedeckte Einrichtungsgegenstände und augenscheinlich viele kleinere Arbeiten sind sicher noch zu erledigen. „Eben hat mir eine Dame gesagt: Wenn man in ein neues Haus einzieht, ist ja auch noch nicht alles fertig“, meinte Ansgar Lurweg vom Kirchenvorstand dazu. Und er räumte ein, dass zur Eröffnung sicherlich noch nicht alles fertig sei, „die Kirche wird aber nutzbar sein“, sagte er zu. In den kommenden Tagen wird dazu eine nach den Bauarbeiten unumgängliche Reinigung stattfinden, und dann soll ja auch noch das mit der Umgestaltung erdachte, neue liturgische Konzept umgesetzt werden.

Dazu gehört nicht nur die Ausstattung mit einer neuen Beleuchtung, die von einem prachtvollen Leuchter mit 24 Lichtern gekrönt werden soll. Der Altar wird sich dann auf einem frisch geschaffenen Podest im Kirchenraum zentral unter der schönen Kuppel von St. Marien befinden. „Der Bau des Altars wird noch mal ein spannender Punkt“, so Ansgar Lurweg. Zeitlich sieht er keine Verzögerungen mehr auf das riesige Bauvorhaben zukommen, auch mit den bisherigen Baustellen sei alles nach Plan gelaufen.

Einzig der finanzielle Eigenanteil der Gemeinde von 350.000 Euro ist ein Punkt, der die Kirche noch für einige Zeit begleiten wird. „Wir liegen derzeit etwa bei 150.000 Euro, die durch Spenden zusammengekommen sind“, legte Lurweg dar. Einige Großspenden waren dabei, so trugen am Freitagnachmittag auch die insgesamt 350 Mitarbeiter und der Aufsichtsrat der Franziskusheim gGmbH insgesamt 6000 Euro zum Gesamtspendenaufkommen bei. „Die Mitarbeiter haben dafür auf Präsente zu Weihnachten verzichtet“, erklärte Joachim Bock, Sprecher der Mitarbeiter, dazu.

Geschäftsführer Hanno Frenken freute sich, dass die Franziskusheim gGmbH als einhundertprozentige Tochter der Kirchengemeinde so etwas zurückgeben könne. „Wir sind Teil des Ganzen in Geilenkirchen, und das heißt für uns gegenseitiges Geben und Nehmen“, schloss Frenken. Nach 90 Minuten im noch nicht ganz fertigen Bau nahm auch Sigmund Kozikowski seine Kamera und ging mit seinem Rollator durch die Seitentüre hinaus. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier am Samstag ein Konzert stattfindet, aber ich finde die Kirche gelungen“, schloss er. Am Samstag wird um 20 Uhr in St. Marien das Oratorium „Die Schöpfung“ zu hören sein.

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