Renaturierung der alten Kiesgrube Marienberg ist in Arbeit

Von: Manfred Hahn
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Der Fachausschuss der Stadt Ü
Der Fachausschuss der Stadt Übach-Palenberg in der alten Kiesgrube Marienberg, aus der demnächst ein Erholungsgebiet entstehen soll. Es gibt konkrete Pläne. Foto: Frank Hermanns

Übach-Palenberg. In absehbarer Zeit wird die Stadt Übach-Palenberg um ein Juwel reicher sein: Die Renaturierung der Kiesgrube zwischen Marienberg und Scherpenseel nimmt Form an.

Davon überzeugte sich am Dienstag nicht nur der Bau und Umweltausschuss unter Leitung von Silvia Gillen, auch Ratsmitglieder, die nicht dem Ausschuss angehören, sowie interessierte Bürger trafen sich auf Marienberger Seite vor dem Tor, das noch die Grube sichert.

Als sachkundiger Führer wies der Biologe Dr. Axel Stürmer, der für die Rheinischen Baustoffwerke (RBS) die Maßnahme betreut, auf einige Besonderheiten hin. Nachdem Anfang des Jahres mit der Renaturierung begonnen worden war, hatten Naturschützer des Nabu seltene Tierarten - darunter die Wechsel- und die Kreuzkröte - im Gelände gefunden. Deshalb soll in der Talsohle der Grube, wo sich ohnehin schon Wasser sammelt und in kleineren Tümpeln auch nicht austrocknet, eine Fläche dem natürlichen Bewuchs überlassen bleiben, so dass ein Laichbiotop für den gesamten Bereich entsteht.

Insgesamt sind die sandigen Flächen der Grube jedoch Heimat für besonders wärmeliebende Insekten und andere Tiere oder Pflanzen. Darum wird man den größeren Teil der Grube mit Trockenrasenflächen offenhalten.

Wie Hans-Peter Gatzen, Leiter des Technischen Dezernats, am Rande der Führung gegenüber unserer Zeitung sagte, wird das neue Wander- und Erholungsgebiet durchaus einen Kontrast zum beliebten Dohmens-Park bei Windhausen bieten. Während dort prall und bunt nach dem privaten Geschmack seines Gründers gepflanzt wurde, wird man zwischen Marienberg und Scherpenseel streng nach Anforderungen des Naturschutzes vorgehen.

Schon jetzt kann man jedoch sehen, dass zum Beispiel aufgeschüttete Steinhügel oder Ansitzstangen für Greifvögel und andere Maßnahmen dafür sorgen, dass das Auge des Spaziergängers Halt findet und keine langweilige Landschaft entsteht. Umrandet wird die Grube ohnehin von einer dichten Bewaldung. So kann später auch ein schattiger Weg entstehen, der am Rand der Anlage entlang bis zu einer Öffnung am Neubaugebiet Scherpenseel führt.

Die alten Betriebsgebäude der Rheinischen Baustoffwerke sind bereits abgerissen. Anzulegen sind unter anderem noch die Möglichkeiten für die Oberflächenentwässerung und ein Regenrückhaltebecken.

Das alles wird in den kommenden Jahren noch unter der Regie der Rheinischen Baustoffwerke geschehen, bevor die Stadt das Gelände übernimmt. Zwar muss das Projekt noch im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert und entschieden werden, doch scheint die mehrheitliche Zustimmung sicher; im Bau- und Umweltausschuss gab es jedenfalls keinen größeren Diskussionsbedarf.

Das gilt auch für das zweite Thema, mit dem der Ausschuss sich zu befassen hatte: den Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2013, den Forstamtmann Wolfgang von der Heiden erläuterte. Einzelmaßnahmen dienen der Bestandspflege und Erstaufforstungen, zum Beispiel am Herbacher Wald und in Windhausen. Der notwendige Holzeinschlag, betonte Fortsamtmann von der Heiden, wird mittels eines „Harvester” vorgenommen, einer zwar großen Maschine, die jedoch so konstruiert ist, dass der Waldboden möglichst wenig beschädigt wird.

Der Forstwirtschaftsplan 2013 schließt insgesamt mit Kosten in Höhe von 54.208 Euro ab. Dem gegenüber stehen jedoch geplante Einnahmen von rund 20.000 Euro aus dem Holzverkauf. Weitere Einnahmen sind aus den Erschließungsverträgen bei Bauvorhaben zu erwarten. Hier rechnet die Stadt mit 53.500 Euro, so dass der Forstwirtschaftsplan insgesamt kein Verlustgeschäft ist.

Einstimmig gab der Bau- und Umweltausschuss grünes Licht für den Plan und dankte Forstamtmann Wolfgang von der Heiden für seine Arbeit, die nun schon seit 25 Jahren auch der Stadt Übach-Palenberg zugute kommt.

Unterschiedliche Erfahrungen hat die Stadt mit dem Anwerben von privaten Paten für öffentliches Grün - zum Beispiel Kreisverkehre, Bepflanzungen an Überwegen oder Verkehrsschildern - gemacht. Wie Dezernent Hans-Peter Gatzen auf Anfrage im Bau- und Umweltausschuss erläuterte, seien solche Patenschaften für vier Kreisverkehre vergeben.

Eine relativ hohe Bereitschaft habe es zunächst auch für weitere Patenschaften gegeben. Diese ließ jedoch rapide nach, als die Patenschaften schriftlich fixiert werden sollten. Eine nachvollziehbare Scheu vor eindeutigen Festlegungen. So sah das auch der Ausschuss und entschloss sich, es künftig bei mündlichen Absprachen zu belassen und den vorhandenen Paten in geeigneter Form zu danken.

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