Religiöse Woche: Vertreter der Weltreligionen sind im Gespräch

Von: mabie
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Dr. A. Ronald Sequeira-Prabhu
Dr. A. Ronald Sequeira-Prabhu für den Hinduismus und für die Gesprächsleitung, Winfried Müller für das Christentum, Dr. Nursen Sözer und Hüseyin Salin für den Islam sowie Paul Shoju Schwerdt (v.l.) für den Buddhismus waren die Podiumsteilnehmer beim „Dialog der Weltreligionen” bei der „Religiösen Woche” in Übach-Palenberg. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit bot das Team um Pfarrer Winfried Müller ein riesiges Angebot religiöser Tage. Das war wörtlich zu nehmen, denn von der Frühschicht bis zum abendlichen Komplet nahmen zahlreiche Interessenten das Angebot gerne an.

Neben Konzerten und Angeboten speziell für Kinder dürfte die Diskussionsrunde zum „Dialog der Weltreligionen” im Bischof-van-der-Velden-Haus der herausragende Event der sieben Tage im Zeichen des Glaubens gewesen sein. Dazu hatten Winfried Müller und sein Team Dr. Nursen Sözer und Hüseyin Salin für den Islam, Paul Shoju Schwerdt für den Buddhismus und Dr. Ronald Sequeira-Prabhu für den Hinduismus und für die Gesprächsleitung eingeladen.

Dr. Sözer stellte zunächst den Islam kurz vor, machte deutlich, dass es den offiziell rund 1,4 Milliarden bekennenden Moslems vor allem um den Frieden gehe. „Dennoch ist für uns das Leben eine Prüfung, wo man sich beweisen muss”, verdeutlichte sie. Wobei Dr. Sözer, die keine Islamwissenschaftlerin, sondern promovierte Biologin ist, ganz klar hervorhob, dass es bei Religion auch immer um die Gespräche der Gläubigen untereinander gehen müsse, egal, welche Glaubensrichtung bevorzugt werde. „Denn überall auf der Welt glauben Menschen, das ist gut, das hilft dabei, darüber zu reden”, schloss Nursen Sözer.

Hüseyin Salin als zweiter Vertreter des Islam ergänzte die Bedeutung, die Deutschland für Menschen mit türkischen Wurzeln habe. So seien auch die 2200 türkischstämmigen Mitbürger in Übach-Palenberg ein Teil ihrer Heimat Deutschland. „Dazu glauben wir alle an ein Wort, und wir sind Brüder und Schwestern”, bezog er alle Glaubensrichtungen in Deutschland mit in die Diskussion ein.

Als Offenbarungsreligion, die auf dem Judentum gründe, bezeichnete Pfarrer Müller das Christentum. „Das Kreuz ist für uns das Zeichen des Sieges geworden”, so Müller weiter, „denn Christus ist für uns der Weg, die Wahrheit und das Leben”. Der Auftrag gehe an alle, Jesus Christus zu folgen und alles, was nicht von Liebe getragen werde, könne ohnehin nicht von Christus stammen, machte er deutlich. „Und die Frage des Menschen wird immer sein: woher komme ich, wo gehe ich hin, und dann kommen wir an der Frage nach Gott nicht vorbei”, schloss Müller. Einen anderen Erklärungsansatz fand Paul Shoju Schwerdt als Vertreter des Zen-Buddhismus.

Er zitierte vorab John Lennon mit seinem Ausspruch „Leben ist das, was beständig stattfindet, während wir mit anderen Dingen beschäftigt sind.” Passend dazu stellte Shoju Schwerdt den Buddhismus als ganzheitlichen Ansatz dar, bei dem es vor allem darum gehe, zu realisieren, dass alles miteinander verbunden ist und alles zusammengehört.

„Der Spruch von jungen Menschen, ?Hey, was geht?, ist dabei eine Kernfrage,” stellte Schwerdt fest. Denn der buddhistische Weg gehe hin zum Hier und Jetzt, vereine grundsätzlich verschieden erscheinende Dinge.

Den Lauf der Welt stellt auch die letzte hier vertretene Weltreligion, der Hinduismus, dar. Dr. Ronald Sequeira-Prabhu, stellte dabei die Verbindung zwischen dem, was Menschen mit und in ihrem Leben machen, mit dem Glauben an die Wiedergeburt her. „Alles ist abhängig von deinen Taten im Leben”, unterstrich er. Und wer es schaffe, durch sein Leben so zu führen, wie er es soll, könne auch diesen Kreislauf der Wiedergeburt durchbrechen.

Dazu machte Dr. Ronald Sequeira-Prabhu aber auch klar, dass es auch beim Hinduismus darum gehe, zu realisieren. „Denn der absolute Gott ist identisch mit dem Kern von dir selbst”, gab er den Gästen mit auf den Weg.
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