Rektoren sehen Bildungsstandort Übach-Palenberg in Gefahr

Von: Jan Mönch
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Das hier ist eine Schule. Und zwar die auslaufende Übach-Palenberger Hauptschule. Dass sie in Containern untergebracht ist, ist nicht das größte Problem. Foto: Jan Mönch

Übach-Palenberg. Mit einem Bericht über diese Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales beginnt man am besten hinten, sonst geht leicht unter, dass am Ende eine sachliche Diskussion und ein konstruktives Ergebnis zustande kamen.

Die Fraktionen stimmten erstens zu, dass die auslaufende Hauptschule einen brauchbaren Außenbereich praktisch als Schulhof erhält. Die Schüler sind in den letzten Monaten des Bestehens der Schule in Containern untergebracht. Auf den Außenbereichen, wo sie sich aufhalten, gibt es ruhenden und fahrenden Verkehr und Hunde verrichten ihre Notdurft.

Dabei würden eine kleine Treppe, ein befestigter Weg und ein paar Sitzgelegenheiten reichen, damit eine nebenan gelegene Wiese durch die letzten Schüler genutzt werden kann, legte Schulleiterin Tanja Krottenmüller dar. Alle Fraktionen sagten zu, dies aus den Landesfördermitteln „Gute Schule 2020“ zu ermöglichen.

Nötige Klarheit

Zweitens wurde die Verwaltung damit beauftragt, in der nächsten Sitzung am 22. Juni zu erklären, wie es mit dem Schulstandort weitergehen soll. Ein ausführliches Konzept wird in der Kürze der Zeit nicht erwartet, aber zumindest eine Übersicht über die zentralen Punkte. Denn was das betrifft, vermissen die Übach-Palenberger Schulleiter, und zwar alle, offenbar die nötige Klarheit. Damit nicht genug: Sie sehen den Schulstandort Übach-Palenberg in akuter Gefahr. Darum ging es, bevor die vorgenannten Beschlüsse gefasst wurden. Es war ein Weckruf.

Bei dem Termin im Rathaus handelte es sich um eine Sondersitzung, die auf Wunsch der Schulleiter selbst einberufen worden war. Es sollte um die Verwendung der Fördergelder aus „Gute Schule 2020“ gehen, worüber hinter den Kulissen ein Streit zwischen Schulen und Stadt entbrannt ist. Stadtverwaltung und CDU hatten aber vorab wohl Wind davon bekommen, dass das Thema etwas grundsätzlicher angegangen werden würde.

Bevor die Schulleiter überhaupt einen Ton gesagt hatten, legte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch detailliert dar, welche Maßnahmen die Stadt Übach-Palenberg seit seiner Amtsübernahme 2009 geleistet habe und wie viel Geld seither in die Schulen gesteckt worden sei: 2009 nämlich nur 2,15 Millionen und davor oft noch viel weniger, 2015 und 2016 hingegen jeweils über 5 Millionen. Jungnitsch bestätigte aber auch, dass es einen gravierenden Instandhaltungsstau gebe.

Dann kamen die Schulleiter an die Reihe. Stellvertretend für Hauptschule, Realschule, Gesamtschule und alle Grundschulen trug der Leiter des Gymnasiums, Dr. Hans Münstermann, den gemeinsamen Appell vor, seine Kollegen bauten sich dabei demonstrativ hinter ihm auf. Er machte deutlich, dass ihn keineswegs interessiere, wem das Problem zu verdanken ist, sondern ausschließlich, wie und bis wann es beseitigt werden kann.

Dazu wurden per Powerpoint Bilder von Wasserschäden, Reparaturschäden, verkommenen Außenfassaden und unverputzten Wandteilen mitten im Klassenraum präsentiert. Bedrohlich würde alldies durch die harte Konkurrenz aus Geilenkirchen, Baesweiler, Alsdorf und Herzogenrath.

Öffentlich-private Partnerschaft?

Münstermann legte auch Zahlen vor, die nagelegten, dass die Anmeldungen an Gesamtschule und Realschule diese schon bald in den Fokus der Schulaufsicht rücken könnten. Der Vortrag endete mit den Worten: „Bringen Sie endlich alle Schulen in Ordnung, sonst werden Sie sie schließen müssen.“ Da auch Münstermann die finanziellen Probleme Übach-Palenbergs nicht wegdiskutieren konnte, brachte er als Lösungsmöglichkeit eine sogenannte öffentlich-private Partnerschaft ins Gespräch. Diese funktioniere auch in anderen finanzschwachen Kommunen gut, berichtete er.

Wo der Weg hinführen könnte, ließen auch die Worte des Ersten Beigeordneten Helmut Mainz erahnen. Er stellte fest, dass angesichts sinkender Schülerzahlen kein Standort alle Schulen erhalten können werde. Man müsse über die Grenzen von Kommunen und Kreisen hinweg denken.

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