Geilenkirchen - Rehkitze in tödlicher Gefahr: Retter rücken mit High-Tech an

Rehkitze in tödlicher Gefahr: Retter rücken mit High-Tech an

Von: Georg Schmitz
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Das gerettete Rehkitz duckt sich im hohen Gras dicht auf den Boden - doch so ist es nur scheinbar vor Gefahren sicher. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Zehntausende Rehkitze fallen in Deutschland in jedem Jahr den Mäharbeiten zum Opfer, die im Mai und Juni auf Feld und Wiese stattfinden. Auch in unserer Region sind dabei in den vergangenen Jahren Hunderte Jungtiere ums Leben gekommen.

Am Fronleichnamstag konnte dank der Aufmerksamkeit eines Landwirtes in einer Wiese am Elsenbusch hingegen ein Kitz gerettet werden. Friedel Hellenbrandt hatte mit dem Mähen der Wiese begonnen, um das Heu einzubringen. Der Pächter der Wiese kennt das Problem mit den Jungtieren, die sich im dichten Gras verstecken. Darum sieht er beim Mähen genau hin. Und das war am Donnerstag einmal mehr lebenswichtig: Dort im dichten Gras kauerte ein etwa drei Wochen altes Kitz und gab keinen Ton von sich.

So ließ Hellenbrandt einen rund sechs Quadratmeter großen Gras-Bereich um das Rehkitz stehen und ließ dem Tier damit seine Deckung. Der Landwirt weiß, dass die Ricke in den nächsten Stunden ihr Jungtier an der gleichen Stelle wieder finden und es an einen sicheren Ort bringen würde.

Jagdaufseher Wolfgang Jansen lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Landwirten. „Wir sprechen uns ab und suchen auch vor der Maht die Wiesen ab“, so Jansen. Wichtig sei das Mähen der Flächen von innen nach außen, damit Tieren ein Fluchtweg von der drohenden Gefahr bleibe.

Nur einmal im Jahr, zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, bringen Rehe Kitze zur Welt, die dann in den ersten Tagen oftmals an der gleichen Stelle liegen bleiben. Der Nachwuchs folgt der Mutter erst nach Wochen. Die neugeborenen Kitze sind geruchlos und so von Feinden nicht einfach aufzuspüren. Wenn Gefahr droht, ducken sie sich.

Die Ricke lässt ihr Kind also stundenlang alleine, um keine Aufmerksamkeit auf das Kitz zu lenken. Nur zum Säugen kehrt sie zurück. Wenn man ein Rehkitz findet, ist Achtung geboten: Es darf auf keinen Fall berührt werden, denn es würde menschlichen Geruch aufnehmen und von der Mutter nicht mehr angenommen werden.

Seit Jahren machen die Mitglieder der Hegeringe auf das Problem aufmerksam. Im Jahr 2011 haben die Jagdpächter deshalb Geräte angeschafft, die einen Piepston von sich geben. Wegen dieser sogenannten Wildretter kamen schon zahlreiche Wildtiere mit dem Leben davon. Landwirte berichten, dass dank des piepsenden Gerätes Hasen, Rehe und andere Tiere aus dicht bewachsenen und kaum einsehbarer Wiese aufspringen und sich vor dem Kreiselmäher retten können.

Doch einem Rehkitz hilft auch der „Wildretter“ nicht, denn es duckt sich bei Gefahr und würde widerstandslos überrollt. Mit Wärmebildkameras allerdings ließe sich ein Kitz problemlos aufspüren. Darauf hat sich der Geilenkirchener Thomas Nacken spezialisiert. Dazu setzt er im Auftrag seinen ferngesteuerten fliegenden Multikopter mit Wärmebildkamera ein und spürt Jungtier problemlos auf. Die bisherigen Tests mit dem Fluggerät verliefen positiv.

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