Realschul-Aula wird zum chinesischen Palast

Von: mabie
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Der kluge Prinz Kalaf (l., Wieland Erbsch) ist geblendet von der Schönheit der Prinzessin Turandot und hört nicht auf die mahnenden Worte des alten Weggefährten Barak (Maria Schlicht). Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Am Wochenende wurde aus der schicken Aula der Städtischen Realschule eine chinesische Palastanlage, die schon vor dem eigentlichen Spielbeginn die Gäste beeindruckte. Grund dafür war der Einzug des Kellertheaters der Anton-Heinen-Volkshochschule (VHS), das mit einer sehr aufwendigen Bühne und geschickt integrierter Technik seine Version von „Turandot – die kluge Prinzessin“ zeigte.

Die Geschichte kommt von Carlo Gozzi und ist frei nach der ursprünglichen Fassung von Friedrich Schiller ein wunderbares Stück für die ganze Familie. Auf den ersten Blick passt die ebenso kluge, wie eigenwillige, aber auch grausame Prinzessin Turandot (Pia Mackenstein) zwar nicht ins Bild eines Familienstücks.

Doch hinter ihrer Weigerung, dem Vater Altoum (Winfried Weckert) und immerhin Kaiser von China seinen Wunsch zu erfüllen, doch endlich zu heiraten, steckt auch der Wille, eigentlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Da dies nicht möglich scheint, lässt sie die anreisenden Thronfolger der weltweiten Königshäuser in eine böse Falle laufen. Denn sehen sie die schöne Prinzessin, ist es um sie geschehen.

Um ihre Hand zu bekommen, müssen sie allerdings drei Fragen beantworten, die so schwierig sind, dass keiner der jungen Verliebten sie beantworten kann. Die Folgen sind schwerwiegend, denn die Freier werden geköpft und ihre Häupter auf der Stadtmauer zur Schau gestellt.

Ein ähnliches Schicksal scheint auch Prinz Kalaf (Wieland Erbsch) zu drohen, der sich trotz der Warnungen seines alten Weggefährten Barak (Maria Schlicht) in die Prinzessin verliebt. Im Ränkespiel mit einigen Wendungen und vielen komischen Momenten spielt auch Truffaldino (Raphael Baumeister und Christophé Lievens in einer Doppelbesetzung), Haushofmeister und Henker in Personalunion, keine unwichtige Rolle. Aber der listige Hofmeister rechnet nicht mit der Klugheit des Prinzen, der es spielend schafft, alle Rätsel zu lösen und alle Sympathien auf sich zu vereinen.

Letzteres gelang auch dem spielfreudigen Ensemble des Kellertheaters mit Ute Gerlach, Otti Mommertz, Tanja Rahn, Adi Limburg, Ute Konarsky, Monika Brinkmann, Dennis Kussauer und Roswitha Graß ohne Probleme.

So waren beide Aufführungen umjubelte Höhepunkte des lokalen Theatergeschehens, was auch an der hervorragenden Regie von Roswitha Graß, der Technik von Peter Boersma, Grafik und Design von Henning Graß und dem großartigen Bühnenbild von Hans Stamm lag.

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