Rauchverbot: Bilanz fällt durchwachsen aus

Von: vm
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Geilenkirchen. Rund sechs Wochen sind seit Inkrafttreten des verschärften Nichtraucherschutzgesetzes vergangen. Manche Gastronomen hatten damals Befürchtungen geäußert, sie müssten herbe finanzielle Verluste hinnehmen. Hat sich das bewahrheitet?

Mit 15 Prozent weniger Umsatz hatte Edgar Busch, Inhaber der Kaiser-Karl-Stube in Übach-Palenberg, gerechnet, muss seine Bedenken aber revidieren. Nur die erste Zeit habe er einen Umsatzrückgang von zehn Prozent verzeichnet, zwei, drei Stammgäste wären etwas seltener gekommen. Jetzt liefen die Geschäfte aber wieder auf dem alten Niveau. Nur ein Gast habe sich am Anfang sehr über das Rauchverbot aufgeregt, trotzdem hätten sich bislang alle dran gehalten. „Diskussionen mit Gästen hatten wir keine“, sagt Busch.

Zweigeteiltes Bild

Susanne Apfelstädt, Inhaberin des City Hotels in Geilenkirchen, gibt ein zweigeteiltes Urteil ab: Die Laufkundschaft, die von der Straße aus den Weg ins Bistro findet, sei deutlich weniger geworden. „Die Umsätze sind extrem gesunken. Sicherlich um die 30 Prozent“, sagt sie. „Das mag aber auch daran liegen, dass der Monat Mai generell ein heikler Monat ist. Da gibt es viele Familienfeiern und Feiertage, über die die Leute wegfahren. Dann geht man die restliche Zeit vielleicht nicht so oft vor die Tür“, meint sie. „Insofern sollte man die Zahlen noch nicht überbewerten.“

Was nicht wegzudiskutieren sei, sei aber der Umstand, dass der Mittagstisch nicht mehr in Anspruch genommen werde. Konsequenterweise hat das Bistro deshalb neuerdings auch mittags geschlossen. „Die meisten kamen, gerade weil sie bei uns in der Mittagspause rauchen konnten.“ Jetzt sei das Bistro im Vergleich zum auch schon vorher rauchfreien Arbeitsplatz offenbar keine Alternative mehr. „Rund ein Dutzend Stammgäste sind es, die jetzt mittags wegbleiben“, rechnet Apfelstädt vor.

Dafür sei der Zuspruch vonseiten der Hotelgäste größer. Viele hätten erzählt, dass sie nur deshalb im Bistro einkehrten, weil es rauchfrei sei. „Aber ob die Nichtraucher den Umsatzeingang auffangen werden, wage ich zu bezweifeln“, sagt Apfelstädt. Ihrer Meinung nach seien es nach wie eher die Raucher, die die Gastronomie aufsuchten.

Vor allem an der Theke schmecke nun vielen Rauchern das Bier nicht mehr, sagt Willi Jabusch, Inhaber des gleichnamigen Geilenkirchener Hotel-Restaurants. Dort habe er Einbrüche von 20 bis 25 Prozent zu verzeichnen. „Und wenn es wieder kälter wird, wird es vermutlich noch schlimmer“, sagt er. Wer sonst drei, vier Bier trinke und mehrmals zum Rauchen rausgehe, trinke nur noch eines, um sich dann gleich wieder zu verabschieden. „Das Nichtraucherschutzgesetz hat unserem Umsatz schon einen gewaltigen Abbruch getan“, resümiert er. Die Leute würden sich zwar irgendwann dran gewöhnen, aber das dauere sicherlich noch lange.

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