Rat will elf Eingangsklassen durchsetzen

Von: Manfred Hahn
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Der Rat lässt nachrechnen: Für die Schulneulinge 2017 soll es elf Eingangsklassen geben. Das Schulamt des Kreises hat aber nur zehn genehmigt. Jetzt sollen rechtliche Maßnahmen eingeleitet werden. Foto: Imago

Geilenkirchen. Vielleicht war es die bevorstehende Ferienzeit, welche die Ratsmitglieder milde stimmte. Jedenfalls wurde am Mittwochabend im Geilenkirchener Rat über den Dissens zwischen den von der Stadt geforderten elf Eingangsklassen für die Grundschulen und den vom Schulamt des Kreises nur zehn gebilligten Klassen auffallend sachlich und fair geführt.

Und das, nachdem das Thema sich im Sozialausschuss vor zwei Wochen noch wie ein Streitthema angehört hatte. Die Grünen hatten beantragt, dass die Stadt per Ratsbeschluss bei der zunächst ermittelten Klassenrichtzahl von elf Eingangsklassen in den städtischen Grundschulen bleiben solle.

Für ihre Fraktion begründete Ruth Thelen den Antrag und stellte unter anderem fest, dass wohl nicht die Anmeldezahlen, sondern der Mangel an Lehrern das Kreis-Schulamt zur Reduzierung der Eingangsklassen gebracht habe. Aber: „Wenn das Schulamt nicht genug Personal hat, ist das nicht unser Problem“, so Ruth Thelen.

Sie wies darauf hin, dass man in Geilenkirchen im November 2016 die elf Eingangsklassen beschlossen habe, weil es schon damals eine ausreichend hohe Zahl für die Schulneulinge gegeben habe.

Damals sei man von 82 Anmeldungen und damit von einer Vierzügigkeit bei der Katholischen Grundschule (KGS) Geilenkirchen ausgegangen, erklärte Beigeordneter Herbert Brunen, mittlerweile habe sich diese Zahl jedoch auf 75 reduziert. Dem hielt Ruth Thelen entgegen, dass die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Geilenkirchen einige Kinder abgewiesen habe, nachdem die Anmeldezahl von 56 – also für zwei Klassen – erreicht war. Das sei weder im Sinne der Kinder noch im Sinne des Gesetzgebers.

Das sah auch der Beigeordnete so und sprach sich für drei Eingangsklassen an der GGS und damit für insgesamt elf Eingangsklassen an den Grundschulen aus.

Dem folgten die Sprecher aller Fraktionen, wobei Max Weiler (CDU) ergänzte, erfahrungsgemäß werde vor allem auch durch Kinder von Awacs-Angehörigen die Zahl der Anmeldungen auch für die Schulen in der Innenstadt noch ansteigen.

Stefan Mesaros (Für GK) und Helmut Gerads (Bürgerliste) mahnten an, in den kommenden Jahren das Thema Eingangsklassen besser und frühzeitiger vorzubereiten. Einstimmig sprach sich der Rat für den Antrag der Grünen und damit für die Durchsetzung von elf Eingangsklassen an den städtischen Grundschulen und für drei statt zwei Eingangsklassen an der GGS Geilenkirchen aus. Außerdem wurde mit dem Beschluss die Verwaltung beauftragt, alle rechtlichen Maßnahmen zur Durchsetzung der elf Eingangsklassen einzusetzen.

Allerdings könnte die Umsetzung doch noch gefährdet sein. Auf Nachfrage unserer Zeitung bezifferte Beigeordneter Herbert Brunen am Donnerstag die aktuellen Anmeldezahlen für die beiden Grundschulen im Innenstadtgebiet mit 75 für die KGS und 56 für die GGS. Für die geforderte Dreizügigkeit muss es jedoch eine Mindestzahl von 57 Anmeldungen geben.

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