Ralf Simons singt sich ins Herz des Bürgertreffs

Von: Christina Kolodzey
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Berührte die Gäste im Bürgertreff mit intensivem Gitarrenspiel und seiner ausdrucksstarken Stimme: Ralf Simons. Foto: Kolodzey

Geilenkirchen. Wo ist immer etwas los und Langeweile Fehlanzeige? In einer Großstadt? Nein – mitten im beschaulichen Geilenkirchen in der Alten Poststraße gibt es seit 2011 eine Einrichtung, die von vielen Menschen sehr geschätzt wird, wo man klönen, kostenlos Kaffee trinken, Darts spielen und vieles mehr kann – den Bürgertreff.

Jedermann ist herzlich willkommen, und neben regelmäßigen offenen Treffs gibt es Sonderveranstaltungen wie Vorträge und Konzerte. Da alles mit Spenden finanziert und durch Ehrenamtler betrieben wird, packen auch die Vorstandsvorsitzenden Nicole Abels-Schell, Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes, und Jürgen Benden, Sprecher der „Grünen“, beherzt mit an und sind meist abends vor Ort, wo sie viele der Besucher inzwischen als Stammgäste begrüßen dürfen.

Namhafte Künstler

So auch kürzlich, als der Geilenkirchener Liedermacher Ralf Simons den Bürgertreff rockte. Als „Kind der Stadt“ liegen ihm die Menschen seiner Heimat sehr am Herzen, und er freute sich, bereits zum dritten Mal hier zu sein und ein kostenloses Konzert zu geben. Viele kennen ihn als Teil des Duos „Stimmfarben“: Zusammen mit seiner Gesangspartnerin Denise Aymans, der DSDS-Finalistin 2004, tritt er sehr erfolgreich auf. Singt er solo, nennt er sich „Stimmfarben Light“. Doch Simons singt nicht nur, sondern spielt auch Gitarre und Piano. Dies so leidenschaftlich gerne, dass er es seit 2008 in seiner eigenen Musikschule anderen beibringt. Zusätzlich unterstützt er als Studiomusiker gesanglich und instrumental namhafte Künstler wie „Karat“ und Roland Kaiser bei deren CD-Produktionen oder schreibt und komponiert Lieder für sich selbst oder Stars wie Wolfgang Petry.

In der wohnzimmerartigen, gemütlichen Atmosphäre des Bürgertreffs freuten sich zahlreiche Besucher auf das Konzert des braun gebrannten Künstlers, der bereits sein Piano nebst Mikrofon, Verstärkern und Lautsprechern aufgebaut sowie die Akustik-Gitarre bereitgestellt hatte. Jürgen Benden war überrascht, dass sich so viele eingefunden hatten, und wies augenzwinkernd darauf hin, dass alle Getränke kostenfrei seien, aber nichts Alkoholisches da sei.

Mit kraftvoll-voluminöser Stimme und dem Song „Sloe gin“ des Blues-Gitarristen Joe Bonamassa zog Ralf Simons das Publikum gleich zu Beginn in seinen Bann, es belohnte ihn mit reichlich Applaus. Auch „Home“ von Daughtry und „Lass uns gehen“ von Revolverheld, intensiv dargeboten mit fabelhaftem Gitarrenspiel, verfehlten ihre Wirkung nicht. So verwunderte es kaum, dass es mucksmäuschenstill war, als Simons „Love‘s divine“ von Seal gefühlvoll besang. Doch es ging auch locker zu im Saal. Als Simons nachfragte, ob es allen gut gehe, kam der kecke Zwischenruf: „Ja – trotz Musik!“

Dann setzte er sich an das Piano, und nach einer ausdrucksstarken „Impossible“-Interpretation nach James Arthur, welche die Zuschauer begeistert beklatschten, bat Jürgen Benden, eine kleine Pause einlegen zu dürfen, um mehr Stühle herbeizuschaffen, da immer mehr Leute die Musik von draußen hörten und sich dazugesellten. Bei dieser Gelegenheit bat der Künstler um Spenden für den Bürgertreff nach der Vorstellung, „damit auch nächsten Monat die Miete gezahlt werden kann“.

Weiter ging es mit Liedern um verlorene Liebe: „Lost“ von Michael Bublé und eine berührende Eigenkomposition mit dem Titel „Ich kann‘s nicht“, woraufhin ihm ein Gast aufmunternd zurief: „Du kannst es!“ Als hätte dies gewirkt, wurde die Stimmung fröhlich, schnelle Rhythmen in Ed Sheerans „Thinking out loud“ brachten die Füße der Zuhörer zum Wippen. Der Klassiker „A whiter shade of pale“ von Procul Harum produzierte dagegen pure Gänsehaut, so sanft und emotional intensiv interpretierte das Multitalent den Song, dem noch viele weitere an diesem Abend folgten.

Nach über zwei Stunden bester Unterhaltung, mehreren Zugaben, Luftgitarre spielenden Kindern und einem hochzufriedenen Publikum verabschiedeten die Menschen den Liedermacher mit stürmischem Beifall. Selina Krings (9), die bei ihm Gitarre lernt und extra mit ihrer Mama Claudia gekommen war, „um zu beobachten, wie er spielt“, fand ihn „super“, wobei ihr die deutschen Lieder am besten gefielen, weil sie viele davon kannte.

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