Geilenkirchen - Quartierbau: Bauchemer Vereine wollen die Bürger mitnehmen

Quartierbau: Bauchemer Vereine wollen die Bürger mitnehmen

Von: st
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Geilenkirchen. „Die Bauchemer Vereine bewegen viel. Sie nehmen viele Bürger mit, und das ist das Schöne an der Sache.“ Melanie Hafers-Weinberg, die vor einigen Monaten als Quartiersentwicklerin in Bauchem ihre Arbeit aufgenommen hat, erhielt im Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur viel Zustimmung für die bisher geleistete Arbeit.

Auf Antrag der Grünen sollte der Ausschuss über das weitere Vorgehen hinsichtlich eines Konzeptes für die Quartiersentwicklung beraten. Zweieinhalb Jahre lang wird dieses Projekt vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium gefördert. In der Franziskusheim gGmbH, in der Melanie Hafers-Weinberg beschäftigt ist, hat die Stadt Geilenkirchen eine Partnerin gefunden. Hafers-Weinberg wird für die Dauer des Projektes je zur Hälfte vom Ministerium und von der Franziskusheim gGmbh bezahlt. Wie wichtig die Entwicklung eines altersgerechten Quartiers in Bauchem ist, machte Hafers-Weinberg deutlich: „Über 40 Prozent der Bevölkerung sind heute 45 Jahre plus. Und wir haben ein großes Potenzial an fitten Älteren im Alter von 60 bis 65 Jahren, die in den kommenden Jahren in Rente gehen“, erklärte Hafers-Weinberg. In zehn bis 20 Jahren sei die Gruppe der Älteren noch viel größer.

Mit dem Masterplan Quartiersentwicklung wolle man erreichen, dass die Menschen im Alter so leben können, wie sie es sich vorstellen. Die sich daraus ergebenden Handlungsfelder seien die Schaffung von Versorgungssicherheit (Sicherung der Nahversorgung, Gesundheitsversorgung und Wohn- und Pflegeangebote), Wohnen (Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen und altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum auch für Menschen mit Pflegebedarf schaffen) und das Erleben von Gemeinschaft (Nachbarschaft und Netzwerke werden im Alter immer wichtiger, Sport- und Kulturangebote schaffen). „Bei der Quartiersentwicklung sollen sich die Bürger einbringen, sie sollen sich aktiv an der Entwicklung beteiligen“, sagte Hafers-Weinberg. „Selbstbestimmtes Leben in der vertrauten Umgebung ist das Ziel“, sagte sie.

Dass der Stadtteil Bauchem vor Jahren schon als gesondertes Quartier festgelegt wurde, machte Jugend- und Sozialamtsleiter Wilfried Schulz deutlich. Die 2009 erstellte Sozialraumanalyse habe ergeben, dass die Identifikation der Neubürger mit dem Stadtteil nicht sonderlich groß sei. Auch machte Schulz deutlich, dass Hafers-Weinberg im Rahmen des vom Land geförderten Projektes nur die Entwicklung eines altersgerechten Quartiers vornehmen darf. Aber unabhängig davon hat man auch die Bauchemer Jugend im Blick. „Der Jugendhilfeausschuss hat entschieden, dass das Jugendheim Zille eine sozialpädagogische Fachkraft einstellen kann“, erklärte Schulz. Diese Fachkraft solle ihren Schwerpunkt auf aufsuchende Jugendarbeit in Bauchem legen und vor Ort eine stationäre Anlaufstelle schaffen.

Ausdrücklich beschloss der Ausschuss, die Zielsetzung zu unterstützen. Bei der weiteren Konzeptentwicklung sollen die lokalen Einrichtungen und die Fachleute aus Kultur, Sport und Bildung einbezogen werden.

Auch ein zweiter Antrag der Grünen beschäftigte sich mit der Situation in Bauchem. In der Walloniestraße soll ein Spielplatz zurückgebaut und das Grundstück verkauft werden. Die Grünen hatten beantragt, mit dem Erlös die Schaffung einer Spielfläche für ältere Kinder und Jugendliche im Ortsteil Bauchem zu schaffen. „Das Geld soll zweckgebunden für Jugendliche eingesetzt werden und nicht im Haushalt versickern“, forderte Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden. Nach einer sachlich geführten Diskussion, wie diese Fläche aussehen soll, meinte CDU-Fraktionschef Max Weiler: „Wir reden über ungelegte Eier. Ich habe keine Ahnung, welche Wertschöpfung durch den Verkauf erzielt wird. Wenn es ein astronomischer Wert ist, weigere ich mich, das Geld nur in Bauchem auszugeben, und die Dörfer gehen leer aus.“ Der Ausschuss beschloss einstimmig, die Einnahmen zweckgebunden für die Geilenkirchener Jugend einzusetzen. Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Christoph Grundmann angeregt, die noch einzustellende sozialpädagogische Fachkraft solle den Bedarf in Bauchem ermitteln.

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