Pufpaff: Der Name führt in die Krise

Von: Georg Schmitz
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Im Spiegel gleich in vierfacher Ausfertigung: Kabarettist Sebastian Pufpaff in der Garderobe der Geilenkirchener Realschule vor seinem Auftritt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Ich habe die seriöse Schiene ausprobiert, doch mein Nachnahme war stärker und hat mich ziemlich schnell in die Welt des Humors entführt, wo ich endlich ernst genommen werde“, lässt Sebastian Pufpaff seine Zuhörer stets wissen. Aber nicht nur wegen des Nachnamens interessieren sich die Menschen inzwischen bundesweit für den Wortkünstler.

 Sein intelligentes Kabarett steht landauf, landab hoch im Kurs, und es vergeht kaum ein Monat, in dem er nicht im Fernsehen zu sehen ist. So war es nicht verwunderlich, dass sein von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises veranstaltetes Gastspiel in Geilenkirchen bis auf wenige Karten ausverkauft war.

Neben dem „George Clooney des Vatikans“, Georg Gänswein, hat nun auch der „George Clooney des Kabaretts“ – wie Pufpaff oft bezeichnet wird – seine Spuren in Geilenkirchen hinterlassen. Nachdem Pufpaff früher zunächst mit dem „Springmaus-Ensemble“, dann mit dem Trio „Das Bundeskabarett“ durch die Lande tourte, ist er seit 2010 als Solist unterwegs. Der 36-jährige in Bonn lebende Troisdorfer wurde für seine „scharfzüngigen, hintersinnigen und politisch herrlich unkorrekten Auftritte“ gleich im selben Jahr mit dem Publikumspreis des Deutschen Kabarettwettbewerbs „Prix Pantheon“ ausgezeichnet.

In der Realschule Geilenkirchen angekommen, musste er sich erst einmal in der Garderobe hinsetzen. „Wenn man als Pufpaff über Puffendorf nach Geilenkirchen kommt: Mehr Kabarett geht eigentlich nicht“, erzählte er schmunzelnd unserer Zeitung. Zum ersten Mal sei er im Kreis Heinsberg und gespannt auf das Publikum.

Mit Beifall empfangen

Geschniegelt und gestriegelt trat er im Anzug vor dasselbige und wurde sogleich mit viel Beifall empfangen. „Hier ist für Sie der noch nie da gewesene Sebastian Pufpaff“, stellte er sich selber vor. „Ich heiße wirklich so, Pufpaff ist kein Künstlername. Ich hätte lieber Lars Vegas geheißen“, ließ er die gespannten Zuhörer wissen. Ihm passiere dauernd komisches Zeug, und mit so einem Nachnamen müsse man immer eine Dose Ravioli zu Hause haben, denn: „Wenn ich eine Pizza bestelle und die fragen mich, wo sie die denn hinbringen sollen, und ich sage nach Pufpaff, dann sagen die: du mich auch und legen auf.“ Da sei er mal nach einem Unfall ins Krankenhaus gekommen, und die hätten nach seinem Namen gefragt. Auf Pufpaff sei die Antwort gekommen: „Ich wollte nicht wissen was passiert ist, sondern nur Ihren Namen.“

Auch aktuelle Themen

Bei solchen Erlebnissen fühle man sich doch wie in einer Krise und „schlecker“ so vor sich hin. So drehte sich anfangs viel um den außergewöhnlichen Namen. Aber auch aktuelle Themen bezog Pufpaff mit ein.

So habe der neue Berliner Flughafen einen Umweltpreis bekommen: „Das ist der Flughafen mit der niedrigsten Lärmbelästigung und dem geringsten Schadstoffausstoß.“ Oder: Ikea habe wegen des Pferdefleischskandals seine Fleischbällchen aus dem Programm genommen. Pufpaff: „Kölböller hört sich doch sowieso schon so an wie es hinten auf der Schüssel wieder raus kommt.“ Nach dem Motto „Der Abend fängt irgendwo an und hört irgendwo auf“ unterhielt Sebastian Pufpaff sein Publikum die ganze Zeit auch weiter mit bestem Kabarett.

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