Public Viewing: Mit dem ersten Tor fiel die erste Rauchbombe

Von: Georg Schmitz
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Diese beiden Herrschaften demonstrierten ihre Begeisterung, indem sie Bengalo-schwenkend mit dem Motorroller durch die Innenstadt knatterten. Die Polizei konnte der Aktion allerdings wenig abgewinnen und hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen jedenfalls gibt es genug, wie dieses Foto zeigt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das gibt noch Ärger: Während die meisten Geilenkirchener friedlich den starken Auftaktsieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal feierten, schlugen zwei mutmaßlich junge Männer über die Stränge: Auf dem Motorroller fuhren sie durch die Innenstadt, der maskierte Sozius warf einen Bengalo an den Bürgersteig, der minutenlang sein Feuer versprühte.

Eine Mutter schaffte es noch so gerade, ihr Kind zur Seite zu ziehen. Als die Polizei den Motorroller anhalten wollte, drehte dieser und suchte fluchtartig das Weite. Auch während des Spiels waren mitten in der Menschenmenge mehrfach Rauchbomben gezündet worden, die die Umstehenden dazu veranlassten, fluchtartig das Weite zu suchen.

Kein Halten mehr

Gegen die beiden Personen auf dem Motorroller werde nun ermittelt, so Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken. Der konkrete Vorwurf stehe noch nicht fest. Insgesamt aber lobte Frenken die Geilenkirchener Fußball-Fans, überwiegend friedlich gefeiert hätten.

Halb Geilenkirchen war nach dem Spiel im Freudentaumel. Nach dem Abpfiff gab es für die Fußballnarren in der City kein Halten mehr. „Finale, ohohoho“ wurde sicherlich etwas verfrüht gegrölt. Das eher unangenehme Tröten verschiedener Instrumente verbunden mit dem lautstarken Hupkonzert dutzender Autos drang bis in die hintersten Winkel der Anliegerwohnungen.

Es dürften rund 600 Fußballbegeisterte gewesen sein, die sich bei der Deutschland-Premiere auf dem Marktplatz eingefunden hatten. Noch einmal über 150 Menschen verfolgten zudem die Begegnung bei Essen und Getränken gemütlich vor den Groß-Bildschirmen von Gastronom Willi Jabusch.

Die Stadt Geilenkirchen als Veranstalter konnte sich ob der großen Zuschauermenge kräftig auf die Schulter klopfen, die Vorbereiter des Kulturamtes hatten alles richtig gemacht. „Die Stadt hat sich die Übertragungsrechte für sieben Spiele, einschließlich Halbfinale und Endspiel gesichert“, wusste Detlef Kerseboom.

Auch der erste Beigeordnete Herbert Brunen und Kulturamtsleiter Gort Houben waren sichtlich erfreut über die Resonanz aus der Bevölkerung. Noch während des Aufbaus des 2008 dank einiger Sponsoren angeschafften Aircube näherten sich dunkle Wolken bedrohlich dem Veranstaltungsort und ergossen sich eineinhalb Stunden vor Spielbeginn in Form eines Regenschauers über die Innenstadt.

Doch um kurz vor 17 Uhr konnte die ARD-Berichterstattung auf der Großleinwand angeworfen werden. Gastronom Jabusch trug mit Bestuhlung, Tischen und einer VIP-Bühne zum Gelingen bei. Bürgermeister Thomas Fiedler und Sparkassendirektor Armin Pennartz begrüßten eine halbe Stunde vor Anpfiff die zu der Zeit noch überschaubare Menschenmenge.

Innerhalb von 30 Minuten füllte sich der Marktplatz und dann konnte es losgehen. Mit dem Elfmetertor wurde leider bereits die erste Rauchbombe inmitten der Menge gezündet. Der Security-Mannschaft waren diese bei der Eingangskontrolle wohl nicht aufgefallen. Die Besucher vor dem großen Bildschirm hatten bekanntlich vier Mal Grund zu überschwänglicher Freude, nämlich nach jedem Tor.

Keine Auseinandersetzungen

Dann brach das gesamte Volk Fahnen schwenkend in kollektiven Jubel aus, der sich auch in Gesängen, Schunkeln und Umarmen äußerte. „Wir kommen ins Endspiel“, „Klar, wir werden Weltmeister“ oder „Ich hab sowieso 5:0 getippt“, waren einige Kommentare versierter Fußballkenner. Vor dem Cube hatte die Stadt zwei Bankreihen für Kinder reserviert und die waren auch voll besetzt.

Der Ablauf war friedlich, es kam nicht zu einer einzigen Auseinandersetzung. Und so brauchten die vier bereitstehenden Polizeibeamten nur nach dem Ende des Matches einzuschreiten. Da torkelten nämlich einige schwarz-rot-goldene Gestalten über die Straße und hielten den Verkehr an.

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