Public Viewing: Meile bebt schon beim Auftakt

Von: Georg Schmitz
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Das Objekt der Begierde: Alle Blicke richteten sich beim Public Viewing auf dem Marktplatz auf den Aircube. Jedes Tor der deutschen Elf wurde frenetisch von der Menge gefeiert. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das war ein Auftakt nach Maß, halb Geilenkirchen befand sich am Sonntagabend im WM-Taumel. Nach dem 4:0 gegen Australien gab es für die „Fußballnarren” in der City kein Halten mehr. „Finale, ohohoho” grölte es aus tausend Kehlen auf dem Marktplatz und das nervraubende Tröten aus dutzenden Vuvuzelas drang auch eine Stunde nach Ende des Matchs zusätzlich noch bis in die hintersten Winkel der Anwohnerwohnungen.

Dabei hatte alles beim Eröffnungsspiel Südafrika - Mexiko noch ruhig angefangen. Etwas mehr als 100 Fußballbegeisterte fanden sich dazu am Freitag auf dem Marktplatz ein, am Abend hatte sich die Anzahl dann mehr als verdoppelt.

Über dem großen Bildschirm im „Aircube” flimmerten die Live-Übertragungen, das Ganze kam einem Open-Air-Festival gleich.

Die Zuschauerzahlen sollten sich am Samstag weiter steigern und am Sonntag rasant in die Höhe schnellen. Denn beim Deutschland-Spiel konnte sich die Stadt Geilenkirchen, die in Zusammenarbeit mit dem Aktionskreis und weiteren Sponsoren das Public Viewing auf dem Marktplatz ermöglichte, kräftig auf die Schulter klopfen.

Man erinnert sich, dass sich die WM schon 2006 als Zuschauermagnet erwies und damals bei jedem Spiel Hunderte von Menschen vor die Bildschirme von Willi Jabusch auf den Marktplatz lockten.

Vor dem Hotel Jabusch konnten sich ergänzend zu den fast 1000 Menschen vor dem „Aircube” weitere 200 Freunde des „runden Leders” am geselligen Fußballspaß erfreuen.

Hier kam allerdings eine außergewöhnliche Eigenart zum Vorschein: Bei der Live-Übertragung zeigte sich eine zeitliche Verzögerung von zwei Sekunden zwischen Aircube und Flachbildschirmen.

Vor dem Großbildschirm auf dem Markt brandete die Freude nach den Treffern schon auf, als der Ball gleich nebenan bei Jabusch noch nicht im Tor war. Das nahmen die Zuschauer hier mit einem Schmunzeln zur Kenntnis.

Vor Beginn des Spiels stimmte „Mind Train” die Zuschauer mit Live-Music auf das Spektakel ein. Den Event-Bereich hatte die Stadt eingezäunt und in eine Fußballarena verwandelt, bei freiem Einlass wurden die Gäste am Eingang von Security-Bediensteten kontrolliert.

Im abgesteckten Bereich angekommen, saßen und standen die Besucher vor dem großen Bildschirm und hatten viermal Grund zu überschwänglicher Freude, nämlich nach jedem Tor.

Dann brach das gesamte Volk Fahnen schwenkend in kollektivem Jubel aus, der sich auch in Gesängen, Schunkeln und Umarmen äußerte. Aber auch zwischendurch ließen die Fans ihrer Stimmung freien Lauf.

Discjockey Ronny heizte nach jedem Tor die Stimmung noch mal ordentlich an. Als am Ende das 4:0-Ergebnis mit dem Abpfiff Fakt war, gab es kein Halten mehr für die Fußballfans.

Die Freude zeigte sich nach Spielende noch eine Stunde lang in Gesängen, in Hupkonzerten und Fahnenschwenken. Ein Autocorso setzte sich in Bewegung, der dem Vorgänger bei dem WM 2006 in nichts nachstand.

„Wo soll das noch hinführen, es ist doch erst das allererste Vorrundenspiel gegen einen schwachen Gegner gewonnen”, schmunzelte Kulturamtsleiter Gort Houben.

Der neue Kreisverkehr in der Innenstadt wurde kurzerhand besetzt und die Fahrbahnen als Ruhefläche genutzt, zeitweise kam kein Auto mehr durch. Das Ganze verlief friedlich, es kam nicht zu einer einzigen Auseinandersetzung, und so brauchten die bereitstehenden Polizeibeamten nicht einzuschreiten.

Nach etwas mehr als einer Stunde war wieder Ruhe eingekehrt im Städtchen und die Vertreter der Stadt konnten die Luft aus dem Aircube lassen, bevor dieser Montagmorgen erneut in Position gebracht wurde.
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