Übach-Palenberg - Psycho Sexy begeistert die Besucher in der Rockfabrik

Psycho Sexy begeistert die Besucher in der Rockfabrik

Von: Stefan Reiners
Letzte Aktualisierung:
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Die Band Psycho Sexy begeisterte die Fans in der Übach-Palenberger Rockfabrik. Foto: Stefan Reiners

Übach-Palenberg. „Psycho Sexy“ hieß es am Samstag in der Rockfa-brik. Der Name ist Programm. Eigentlich handelt es sich dabei um eine weitere Tribute-Band, die sich aufmachte, die Bühne in Übach-Palenberg zu rocken. Diesmal wurde der amerikanischen Rock -, Funk- und Punk-Formation Red Hot Chili Peppers gehuldigt.

Deren Album „Blood, Sugar, Sex, Magic“ aus dem Jahre 1991 war der Bandname entliehen, genauer gesagt dem Bonustrack „Sir Psycho Sexy“. Die Red Hot Chili Peppers gibt es bereits seit 1983, damals als Schülerband gegründet. Und trotz teilweise wenig förderlichen Lebenswandels sind noch immer zwei der Gründungsmitglieder, namentlich Anthony Kiedis (Gesang) und Michael „Flea“ Balzary (Bass), dabei.

Peitschende Rhythmen

Psycho Sexy tritt seit 2003 in die Fußstapfen der „Peppers“. Balzarys Basspart übernimmt Marcel Fortmann, und für Kiedis steht beim Tribute aus dem Rheinland Ivica Hirnstajn auf der Bühne. Fortmann hat nicht nur „Fleas“ exorbitantes Bassspiel voll drauf, sondern auch dessen markante „Moves“, wenn er im Rhythmus des funkigen Grooves von Drummer Stephan Schierle über die Bühne schleicht, schwebt, schlängelt oder wie immer man es nennen will.

An der Gitarre findet man bei den „Sexies“ Oliver Barnscheidt. Der scheint seine Musik zu leben, auf jeden Fall aber auf der Bühne wirklich zu fühlen. Markige, messerscharfe Gitarrenriffs, peitschende Funk-Rhythmen und stilsichere Soli, das alles gab es zum selben Preis in nur einer Person. Eine sichtlich schweißtreibende, aber ebenso erfüllende Aufgabe, wie Barnscheidt glaubhaft und eindrucksvoll rüberbrachte.

Ebenso wie das Original Anthony Kiedis hatte also auch Ivica Hirnstajn einige außergewöhnliche Musiker um sich versammelt, bei denen man immer wieder erstaunt sein durfte, welch komplexen Sound „diese drei Figuren“ aus den wenigen Instrumenten hervorzuzaubern in der Lage waren. Trotz allem: Der Star ist und bleibt immer der Frontmann und Sänger.

Niemand soll hier auf sein Äußeres reduziert werden, vor allem nicht, wenn er — wie ganz unbestritten auch Hirnstajn — eine tadellose, fehlerfreie und professionelle Show abgeliefert hat. Aber es ist nun einmal eine Tatsache, dass eben diese Show schon eine besondere war. Von Beginn an war auffällig, dass sich bemerkenswert viele weibliche Fans in vorderster Front fanden (die Männer naturgemäß eher in Thekennähe).

So manche Mähne wurde lasziv mit den Händen durchwühlt. Sei es nun, weil Psycho Sexy nicht zum ersten Mal in der Rockfabrik aufgetreten sind, oder weil es das Publikum von den Livegigs der Red Hot Chili Peppers kannte – jedenfalls war offensichtlich bekannt, dass bei „Don ´ t forget me“ im zweiten Teil bei Ivica Hirnstajn das Hemd fallen würde.

Anders sind die für die Rockfabrik bis dahin ungewöhnlichen Rufe („Ausziehe_SSLqn!“, „Mach Dich nackisch“) wohl nicht zu erklären. Es störte aber auch niemanden. Im Gegenteil: Hirnstajn schien damit zu spielen.

Die Red Hot Chili Peppers gingen in ihren Anfangszeiten noch viel weiter. Wer deren 1985er Rockpalast-Auftritt mit der „Socks on Cocks Performance“ gesehen hat, bei der die gesamte Band außer den Instrumenten nur je drei Socken trug (zwei an den Füßen und die letzte in der Körpermitte), wird sich daran erinnern.

Bekannte Hits

Die allgemein bekannten Hits wie „Can´t stop“, „Give it away“, „By the way“ oder „Californication“ und natürlich „Under the Bridge“ waren neben weniger populären alle dabei und strategisch gut in der Setlist platziert.

Zuletzt gab es als dritte Zugabe noch einmal eine opulente Gelegenheit für Marcel Fortmann und Oliver Barnscheidt, ihr herausragendes Können an den Instrumenten zu zeigen, was auch ausgiebig zelebriert wurde. Kein technischer Effekt blieb ungenutzt, von Wah-wah-Pedal über Verzerrer und fette Rückkopplungen war alles dabei und zwar bei Bass und Gitarre gleichermaßen.

Eben ganz wie bei den „Großen“: Funky, sexy und ein bisschen psycho.

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