Übach-Palenberg - Projekt Kulturbrand(t): Ein Flächenbrand der fühlbaren Kunst

Projekt Kulturbrand(t): Ein Flächenbrand der fühlbaren Kunst

Von: Danielle Schippers
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Große, auffällige Acrylfarbb
Große, auffällige Acrylfarbbilder mit etlichen lokalen wie auch freien Motiven sind entstanden. Die Darstellungen sollen bald an den Wänden der Schule ihren Platz finden. Foto: Danielle Schippers

Übach-Palenberg. Jugendliche interessieren sich nicht für Kunst. Dieses Vorurteil haben die Schüler der Gesamtschule widerlegt. Das Kunst-Projekt, an dem die ganze Schule teilnimmt, soll ihnen über vier Jahre Kreativität und Grundlagen verschiedener künstlerischer Richtung näher bringen.

Den Anfang haben die Schülerinnen aus dem Tanz-Workshop gemacht. Bei der Auftaktveranstaltung zeigten sie direkt nach der Schulband, was sie an dem Nachmittag von Tanzpädagogin Bettina Lauber gelernt haben.

Bei insgesamt sieben solcher kurzen Workshops konnten die Schüler mit erfahrenen Künstlern kreativ sein. Hier steckt die Idee dahinter, dass sich nahegelegene Schulen zusammenschließen und mit Kultureinrichtungen und Künstlern über vier Jahre ein umfassendes Programm entwickeln, das die kulturelle Bildung an den Schulen nachhaltig fördert und die künstlerische Neugier der Kinder und Jugendlichen wecken soll.

Kreative Leistungen

An dem Bundes- und Landesprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen” nimmt die Willy-Brandt-Gesamtschule mit der Europaschule (Gesamtschule) Herzogenrath und der Roda-Schule in Herzogenrath teil.

Schulleiter Manfred Ehmig wünscht sich, „dass aus der Neugier mehr erwächst und sich aus dem kleinen Flämmchen, das wir heute gezündet haben, ein Flächenbrand im positiven Sinne entwickelt. Ein Flächenbrand hin zu mehr erlebbarer und fühlbarer Kunst für unsere Schüler”.

Stolz haben die Schüler ihren Eltern, Lehrern und allen Interessierten beim anschließenden Rundgang ihre kreativen Leistungen schon einmal präsentieren können, die sie an dem Nachmittag mit Anregungen der sieben Künstler gebastelt, gemalt, geschrieben und erlernt haben, mit unterschiedlichen Themen und Techniken, so verschieden wie die engagierten Künstler selbst.

Mit Sarah Niepenberg konnten die Schüler unter dem Motto „Was ist schön” aus verschiedenen bunten, glitzernden Stoffen und anderen Materialien wie Ketten und Schleifen selber T-Shirts herstellen. Vorher konnten sie ihre Ideen aufzeichnen, so genannte Figurinen, also Kostümentwürfe, fertigen.

Sarah Niepenberg hat nach einer Schneiderlehre Mode-Design studiert und arbeitet unter anderem am Aachener Stadttheater als Kostümbildnerin. „Der Tag heute war wirklich ganz toll. Wir hatten sogar vier Jungs dabei. Die Jugendlichen mussten sich zwar erst herantasten, aber sie waren sehr kreativ. Ich habe in der Uni schon schlechtere Figurinen gesehen”, lobte die Designerin.

In ihren neuen T-Shirts erklärten die begeisterten Schülerinnen den Besuchern ihre Werke. Isabella Erbes (12) hat mit den anderen getackert, geschnitten, gezeichnet und die Shirts beklebt: „Uns hat es viel Spaß gemacht. Wir konnten unserer Fantasie freien Lauf lassen. Das war das erste Mal, dass ich so was gemacht habe.”

Wie die junge Designerin kommen alle Künstler, die in dieser ersten Phase in den Bereichen Darstellen und Gestalten, Tanz und Kunst die Workshops gegeben haben und weiterhin an den Schulen aktiv sein werden, aus dem Kreis Heinsberg und der Städteregion Aachen. Insgesamt etwa 90 Kinder aus den Klassen 5 bis 9 konnten sich freiwillig für die Workshops anmelden.

Die Kinderbuchautorin Sigrid Zeevaert, hat mit den Jugendlichen eine Schreibwerkstatt begonnen, in der sie sich beispielsweise gedanklich zehn Minuten vor Schulschluss in einen Bleistift hineinversetzen sollten.

Im Workshop der beiden Künstler Hedi Klee und Jochen Jung wurden Variationen von typischen Motiven aus Übach-Palenberg, wie dem Wasserturm oder der Karls­kapelle, mit Acrylfarben auf große Leinwände gebannt. Elvira Altdorf brachte den Schülern die fast vergessene Technik des Filzens bei, heraus kamen ausgefallene, bunte Schals aus Seide und Wolle, auf diese Weise allesamt Unikate.

Auch die Ergebnisse vom Workshop mit Theaterpädagoge Christian Gardt konnten die Besucher schon bei der Auftaktveranstaltung sehen. Dafür, dass die Jugendlichen nur den kurzen Nachmittag zum Proben hatten, war ihr Improvisationstalent umso beeindruckender, fand auch der erfahrene Christian Gardt.

„Kunst am Ei” war ein weiterer ungewöhnlicher Titel eines Workshops mit Bodo Buchmann. Hier hatten die Schüler die Aufgabe, aus Pappmaché, Farben und Kartons ein schönes Zuhause für ein trauriges Ei zu basteln. Bodo Buchmann, freischaffender Künstler, hat schon häufiger mit Jugendlichen zusammengearbeitet, er war von den Gesamtschülern „angenehm überrascht”. Sie hatten viele eigene Ideen und haben konzen­triert gearbeitet, lobte er. „Ich habe nur gesagt, sie sollen eine schöne Welt für das arme Ei zaubern.”

Besonderen Dank richtete Schulleiter Ehmig an die Kulturagentin für das Projekt an den drei Schulen in Herzogenrath und Übach-Palenberg, Kathrin Eickholt, und an die Kulturbeauftragte der Willy-Brandt-Gesamtschule, Carla Springer. Außerdem zeigten bei der Auftaktveranstaltung Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Volker Dörr (Leiter des Schulamtes des Kreises), Daniel Bick (Leiter der Gesamtschule Herzogenrath), und Imke Voigt (Kulturbeauftragte der Gesamtschule Herzogenrath) großes Interesse an den Workshops mit Schülern und Künstlern.

In den kommenden vier Jahren, so das hohe Ziel, werden die drei Schulen mit verschiedenen kulturellen Einrichtungen und Künstlern aus allen Bereichen die kunstvollen Fähigkeiten und Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler enorm erweitern.
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