Professor Benno Werth mit Kunst- und Kulturpreis ausgezeichnet

Von: mabie
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Professor Benno Werth erhielt unter dem Applaus der zahlreichen Gäste und dem wachen Blick seiner Lebensgefährtin Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges aus der Hand von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch den Kunst- und Kulturpreis der Stadt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Am Ende nahm Professor Benno Werth all seine Kraft zusammen und stand auf. Er drückte damit nicht nur seinen aufrechten Dank für die Verleihung des Kunst- und Kulturpreises der ehemaligen Zechengemeinde an ihn aus. Vielmehr schien es dem Mann, dem an Ehrentag die Worte fehlten, eine Verpflichtung zu sein, sich bei den vielen Weggefährten, Kunstkennern und denen, die ihn, seine unendliche Schaffenskraft und sein Werk einfach mögen und schätzen, zu bedanken.

Vielleicht hat dazu ja auch die Musik vom einzigartig aufspielenden Jazztrio „Simone Helle and Friends“ beigetragen. Zumindest sorgten die drei mit Simone Helle am Mikrofon, Karl-Heinz Rademacher am Kontrabass und Prof. Marcus Baumann, der Rektor der FH Aachen, für Regung bei dem Künstler, der in über 60 künstlerisch schaffenden Jahren so viele Menschen auch in unserer Region mitreißen konnte, zu Fans von Kunst in vielfältigen Formen machte.

„Er bereichert mit seinen Werken nicht nur unser Leben mit Kunst, sondern er macht gleichzeitig sichtbar, was beim Oberflächlichen, was beim Alltagsblick verborgen bleibt“, lobte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Nach dem Ausnahme-Gitarristen Prof. Reinhold Bohrer und dem über die Region hinaus faszinierenden Künstler Hermann Josef Mispelbaum ist Benno Werth der dritte Träger dieses Preises.

Seine schwere Erkrankung erlaubte es ihm zwar nicht, eigene Worte zu der schönen Feierstunde in Schloss Zweibrüggen beizutragen. Doch, da war sich auch seine langjährige Lebensgefährtin Prof. Dr. Gisela Engeln-Müllges sicher, freute er sich, wieder einmal in Zweibrüggen zu sein. Denn des Öfteren führten ihn nicht unbedeutende Abschnitte seines Lebens an diesen Stadtteil Übach-Palenbergs.

Er war als Kind dort beheimatet, kehrte nach dem Krieg zurück, arbeitete unter Tage, um seine Familie durchbringen zu können, und gab der Stadt schließlich viel Kunst mit auf ihren Weg. Eine überlebensgroße Pietà vor dem Palenberger Friedhof oder auch die Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges mit fünf Tauben als Friedenssymbol gehören unter anderem dazu.

Auch durch diese enge Verbundenheit mit Übach-Palenberg und seinem unermüdlichen Wirken für die Kunst ist er ein mehr als würdiger Preisträger. Von der Laudatorin Dr. Dagmar Preising, Leiterin des Couvenmuseums Aachen und Kustodin am Suermondt-Ludwig-Museum Aachen gab es für Benno Werth nur lobende Worte. Seiner äußerst vielfältigen Kunst, die sich in der Gestaltung öffentlicher Plätze und Landschaften, von Krankenhäusern, Glasfenstern, Bildern, Skulpturen und Wandteppichen äußert, zollte sie höchsten Respekt. Schließlich habe er nicht nur mit seiner 1962 erstmals angewandten, wegweisenden Gusstechnik die auch handwerkliche Verquickung von Improvisation, Spontaneität und filigranem Werk geschaffen.

„Das Prinzip des Dialogs ist immanent in seinem Schaffen“, unterstrich Dagmar Preising und bezog damit ausdrücklich die immer in allen Werken vorhandenen Verstrickungen von männlichem aktivem und weiblichem passivem Ausdruck mit ein, der damit ein spezielles Sendungsbewusstsein des Künstlers unterstreiche. „Zudem stehen wir vor einer Schaffenskraft, die ihresgleichen sucht“, schloss sie.

Nicht zuletzt, wohl aber an wichtigster Stelle kam seine Partnerin Gisela Engeln-Müllges zu Wort. Sie ließ Benno Werths Lebenswerk passieren und zitierte dazu eine nicht namentlich genannte ehemalige Studentin, die geschrieben hatte: „Wir werden ihn immer ehren und lieben“. Gisela Engeln-Müllges betonte, dass sie sich freut, diesem faszinierenden Menschen so nahe gekommen zu sein. „Denn ich bin gern die Gehilfin eines guten alten Meisters“, sagte sie.

Dem war neben dem gläsernen Kulturpreis, dem von der Raiffeisenbank Heinsberg gestifteten Geldbetrag von 1000 Euro, dem Lob auch der mitfinanzierenden Kreissparkasse Heinsberg und der Urkunde nicht mehr viel hinzuzufügen. Das von Simone Helle schon zu Beginn wohl wissend eingesungene „It’s wonderful“ passte auch an dieser Stelle perfekt.

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