Potpourri der Klänge: Übacher Gesangverein stürmisch umjubelt

Von: Johannes Gottwald
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Schubert-Klänge, Volkslied, Operette und Musical: Der Übacher Gesangverein und der Männerchor „Fortissimo-Euregio” gestalteten in der Übacher Stadthalle ein zweistündiges Konzert von überraschender Vielfalt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Sie liegt unauffällig inmitten einer Häuserzeile an der Freiheitsstraße und erscheint von außen wie eine gewöhnliche Kneipe – die Übacher Stadthalle. Erst wenn man hinter Eingang die Treppe hinaufgestiegen ist, öffnet sich vor dem auswärtigen Besucher ein überraschend weiter und hoher Festsaal, der gerne für gesellige Aktivitäten genutzt wird, kürzlich auch vom Übacher Gesangverein (ÜGV) wieder für seine Konzerte entdeckt wurde.

Zusammen mit dem Männerchor „Fortissimo-Euregio“ unter der Leitung von Ludwig Pitz, den man als Gastchor gewonnen hatte, präsentierten die Übacher Sänger ein rund zweistündiges Programm aus Klassik, Musical und Operette.

Nach den einleitenden Klängen des Sängergrußes bildete der bekannte „Einzug der Gäste“ aus der Wagner-Oper Tannhäuser einen festlichen Auftakt, mit dem zugleich an den 200. Geburtstag des Komponisten erinnert wurde. Viel seltener zu hören ist dagegen „Trösterin Musik“ von Anton Bruckner, den man sonst vor allem als Symphoniker kennt. Ruft man sich aber ins Gedächtnis, dass Bruckner in seiner Linzer Zeit jahrelang den MGV „Liedertafel“ geleitet hat, erscheint es geradezu selbstverständlich, dass er auch für diese Gattung interessante Stücke hinterlassen hat.

Hier zeigte sich die sorgfältige Probenarbeit von Chorleiter Wilfried Hirche, denn „Trösterin Musik“ enthält viele typisch romantische Modulationen und chromatische Übergänge, die sehr genau intoniert werden müssen, damit keine schrägen Klänge dabei herauskommen. Diese Anforderungen wurden ebenso überzeugend gemeistert wie das kammermusikalisch transparente „Dörfchen“, eines der beliebtesten Schubert-Stücke für Männerstimmen. Auch bei der „Kapelle“ von Konradin Kreutzer und der walzerseligen „Nachtmusik“ von Schubert gefiel der MGV Übach mit klangvollem Gesang, der von Karin Ganser am Klavier einfühlsam und dezent untermalt wurde.

Dann betrat der Chor „Fortissimo-Euregio“ die Bühne. Wie Chorleiter Ludwig Pitz ausführte, wurde diese Sängervereinigung eher zufällig gegründet. Zunächst sollte es nur ein Projektchor für eine Jubiläumsveranstaltung in der Abtei Rolduc sein - aber dann beschlossen die Beteiligten nach dem Konzert ganz spontan, weiter zusammen zu bleiben. Mittlerweile sind zehn Jahre daraus geworden, und der Chor hat sich zu einem bemerkenswerten Klangkörper gemausert.

Zu Beginn zeigte er im slowenischen Lied „Pozdrav“ die hohe Kunst des a-cappella-Gesangs. Auch die folgenden Stücke „Oj Doberdob“, „Dve let in Pol“, „Sanak Spava“ stammten aus dem ehemaligen Jugoslawien. Schwungvoll ging es dann zu beim „Lob der Jägerei“ von Hermann-Josef Rübben und dem „Jäger aus Kurpfalz“, während die „Hymne la nuit“ von Rameau ihrem Titel gemäß eine berückend schöne Nachtmusik darstellte.

Hatte sich der Übacher Gesangverein im ersten Teil des Abends der Klassik gewidmet, wendete er sich nach der Pause der leichteren Muse zu. Temperamentvoll zogen der „Blankenstein-Husar“ und das „Balkanfeuer“ vorüber, auch das Potpourri aus dem „Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber traf gut den Nerv des Publikums. Bei den weinseligen Walzer-Rhythmen der „schönen blauen Donau“ summten viele Zuhörer leise mit, und „Bye, bye, es war so schön“ bildete einen glänzenden Ausklang dieses Programmteiles.

Norden, Süden und die Steppe

Dann hatte aber auch der Chor „Fortissimo-Euregio“ noch einige Stücke im Gepäck, die wiederum vorwiegend im östlichen Europa beheimatet waren. Zunächst aber erfolge ein Ausflug in den hohen Norden. Die „Landerkennung“ des norwegischen Nationalromantikers Edvard Grieg gehört zu den schönsten Werken der Männerchorliteratur. Auch hier gelang den Sängern unter dem Dirigat von Ludwig Pitz und der kraftvollen Klavierbegleitung von Elke Hoffmann-Kittel eine eindrucksvolle Wiedergabe.

Brillant wurden auch „Laska Opradiva“ aus der Feder des mährischen Romantikers Leos Janacek und das jugoslawische Volkslied „Kad si bila mala, mare“ vorgetragen. Als einziges südländisches Lied war das italienische „Quattro cavai che trottano“ zu hören, wonach dann „Rasboinikov“ in die Weiten der russischen Steppe führte. Marcel Neven sorgte mit einer glänzenden Soloeinlage für ein musikalisches Sahnehäubchen.

Den Schlusspunkt des Abends setzte der Übacher Gesangverein mit dem populären Song „Amazing grace“.

Danach konnten beide Chöre sich dem stürmischen Applaus der rund 200 Zuhörer stellen und zum geselligen Teil des Abends übergehen, zu dem auch das Publikum eingeladen war.

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