Positive Kunst schmückt Flure im Krankenhaus

Von: Christina Kolodzey
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Geilenkirchen in Aquarellfarbe getaucht: Gäste der Ausstellungseröffnung im St-Elisabeth-Krankenhaus betrachten die Bilder von Herbert Aretz, die vor allem Motive aus der Region zum Thema haben. Fotos (2): Christina Kolodzey Foto: Christina Kolodzey
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Der Künstler Herbert Aretz vor seinem Triptychon „Baum“.

Geilenkirchen. Tropf und Kanüle, genormte Krankenhausbetten, in tristes Weiß gekleidete Ärzte und Schwestern – viel mehr bekommen Patienten bei ihrem Aufenthalt in einer Klinik meist nicht zu sehen. Nicht so im St. Elisabeth Krankenhaus in Geilenkirchen.

Hier bemüht sich seit 15 Jahren unter der Leitung von Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage ein rühriges Team aus Ehrenamtlern – Johannes Bindels, Heinz-Leo Gerards, Hedwig Heinrichs und Walter Everhardt – den Kranken mit Kunst Ablenkung von ihrem nicht immer angenehmen Alltag zu verschaffen.

„KiK“ – Kunst im Krankenhaus – nennen sie ihre Einrichtung, und mit vier Gemälde-Ausstellungen pro Jahr, stets von der Thematik her positiv, gelingt es ihnen, immer mehr Besucher anzulocken, und zwar auch von außerhalb.

Zur 59. Vernissage freut sich Johannes Bindels, neben zahlreichen Gästen auch Geschäftsführer Stefan Bienert und Pflegedirektor Carsten Konstanty begrüßen zu dürfen.

Die Ausstellung „Heimatliche Begegnungen“ vermittele ein Gefühl der Gemächlichkeit – ein wenig verträumt und doch präzise in der Wiedergabe von Gefühlen, sagt Bindels in seiner einleitenden Rede. Karl Valentins Beschreibung „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, bringe das Wesentliche auf den Punkt: Erst wenn man die Maltechnik so beherrsche, wie Herbert Aretz das Aquarellieren, könne man mehr als reine Abbilder schaffen. „Betrachten Sie diese Ausstellung wie einen Spaziergang durch poetische Bilderlandschaften – ihre Augen suchen die Bilder, die ihrer Seele entsprechen“, legt Bindels den Besuchern ans Herz.

Wurmtal und Windkrafträder

22 Gemälde, allesamt zu kaufen, sind zu sehen: Das Wurmtal, der Markt in Geilenkirchen, das Portal der Ursulinen, Kirchen und Schlösser unseres Kreises, das St. Elisabeth Krankenhaus, Gut Muthagen, aber auch die Zeche Grube-Anna, Windkrafträder, ein Kieswerk sowie eine Winterlandschaft und ein Baum-Triptychon.

Alle Bilder tragen eine lyrische Leichtigkeit in sich, auch die architektonischen, was nicht zuletzt am gezielt sparsamen, aber effektvollen Einsatz der Farben liegt. Trotzdem ist die Handschrift des Architekten Aretz erkennbar, denn auch kleine Details sind wiedergegeben.

Der 67-jährige Künstler stellt seine Heimat dar, denn er wurde in Geilenkirchen geboren und lebt und arbeitet künstlerisch in dieser Stadt. Schon als Kind begeisterte er sich für das Malen. Später, an der Werkkunstschule in Krefeld, wo er Architektur studierte, lernte er auch andere künstlerische Aktivitäten kennen und entdeckte seine Vorliebe für die Malerei.

Heute, nach langjähriger Berufstätigkeit als Architekt, unter anderem im Führungsmanagement des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW, kann er sich ganz seinem geliebten Hobby widmen, worin er sich ständig weiterbildet, momentan bei Professor Klaus Eichenberg in Aachen. Die bevorzugte Technik von Herbert Aretz ist das Aquarellieren, obwohl man hier nichts korrigieren kann, aber auch Gouache benutzt er, wenn es ihm sinnvoll erscheint, zum Beispiel beim Triptychon „Baum“.

Hier konnte er Farben überdeckend malen, was bei Aquarell nicht möglich ist. Ebenso wählt er die Papierarten für seine Ideen danach aus, wie er sich das Ergebnis wünscht: Besonders bei Landschaften bevorzugt er Bütten, da hier die Aquarellfarben mehr zerfließen als auf normalem Papier. Sein Lieblingsgemälde der gegenwärtigen Ausstellung ist die „Winterlandschaft“, auf kostbarem Bütten angefertigt.

Gern malt er in der freien Natur, doch um wetterunabhängig zu sein, fotografiert er viele Motive oder hält sie in Skizzen fest und lässt sich zu Hause davon inspirieren. „Versteckte Motive gibt’s hier im Kreis genug – man braucht keine Weltreise zu machen“, meint er.

Heute sei Aquarellmalerei auf dem Kunstmarkt wieder mehr gefragt als früher. Den Besuchern gefällt es: So freuen sich Tiny und Joep Albertz aus Geilenkirchen, „wenn man auf dem Kunstwerk erkennt, wo das ist“. Ihnen gefällt auch die Technik, während Walter Schmidt-Bleker aus Kohlscheid besonders beeindruckt, dass Herbert Aretz „in der Lage ist, Stimmungen sehr gelungen wiederzugeben“.

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