Geilenkirchen-Immendorf - Polizeihauptkommissar sorgt für „starke Kinder”

Polizeihauptkommissar sorgt für „starke Kinder”

Von: Georg Schmitz
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Von Polizeihauptkommissar Thomas Klein lernten die Jungen und Mädchen der KGS Immendorf bei dem Projekt „Starke Kids” Taktiken zur Selbstbehauptung und Verteidigung. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Immendorf. „Ich bin stark” hallte es lautstark durch den Theaterraum der KGS Immendorf. Der Ausruf gehörte zum Selbstbehauptungskurs, den die Immendorfer Grundschule seit Jahren mit Erfolg vermittelt.

Menschen schon im Kindesalter für Gefahren sensibilisieren, die ihnen tagtäglich im Alltag begegnen können, ist die Intention des Projektes mit dem Titel „Starke Kinder”.

Für dessen Durchführung konnte die KGS mit Polizeihauptkommissar Thomas Klein einen kompetenten Trainer gewinnen. In Kooperation mit der Immendorfer Schule hat der Inhaber der TaiShinDoKan-Akademie in den vergangenen Tagen mit mehreren Lehrstunden sein Fachwissen in Sachen Selbstverteidigung und Selbstbehauptung den Grundschulkindern vermittelt.

Kein absoluter Schutz

Vier- bis Zehnjährige sind die angesprochene Zielgruppe, denn gerade in diesen jungen Jahren müssen die Kinder lernen, sich bei Übergriffen verteidigen zu können. „Jedes Kind kann Opfer von Gewaltstraftätern werden, einen absoluten Schutz gibt es nicht. Aber es gibt Prinzipien, die man lernen kann”, erklärt Tom Klein. Dazu müsse das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden, denn starke Kinder könnten sich am wirksamsten vor Gewalttaten schützen. Der Mann muss es wissen, denn als Polizeibeamter hat er sich im beruflichen Alltag nicht selten mit Gewalt zu befassen.

Klein hat ein eigenes Konzept zur Selbstbehauptung entwickelt, bei dem er den Kindern in der Unterrichtsstunde vermittelt: „Ihr müsst lernen, Euch durchzusetzen”. Sechs Mädchen und drei Jungs haben sich im Halbkreis aufgestellt und hören dem Trainer aufmerksam zu. „Wir müssen die Kinder stark machen, Opfer werden meistens die Schwachen”, erklärt Klein. Auf den Ton komme es an, und deshalb solle die Stimme trainiert werden. In bestimmten Situationen laut und bestimmt „Nein” oder „Stopp” sagen sei wichtig. Aber auch auf die Körpersprache komme es an. „Ihr müsst aufrecht auf jemanden zugehen und mit dem Gegenüber Blickkontakt aufnehmen”, ermahnt Thomas Klein die Kinder. Wer sich eingeschüchtert und gebückt bewege und wegschaue sei ein potenzielles Opfer. Anhand von spielerisch vermittelten Aufgaben lernten die Kids, was sie zu tun haben, wenn es einmal ernst wird.

„Bei 3 laufen wir alle durcheinander, dürfen uns dabei aber nicht berühren”, rief Tom Klein den Schülern zu. Das war gar nicht so einfach, denn die Kinder mussten ihre Augen überall haben und aufpassen, was um sie herum passiert. „Für die Abwehr müssen die Bewegungen in Einklang gebracht werden”, so Tom Klein. Der Polizeibeamte erklärte den Jungen und Mädchen, dass man sich in Notwehr verteidigen müsse. Jedoch dürfe nie ohne Grund jemand geschlagen werden. „Wann darf man jemand schlagen ”, fragte er in die Runde und gab sogleich auch die Antwort: „Wenn jemand angreift oder mir weh tun will.”

Verteidigung zu trainieren sei eines der Ziele von „Starke Kinder”. So lernten die Kinder, ihre Abwehrreaktionen zu trainieren, um bei Angriffen Schläge und Tritte einsetzen zu können oder sich auch aus einem Griff zu befreien. Sie lernten aber auch, mit Mimik und starken Worten Angreifer einzuschüchtern oder in die Flucht zu jagen.

Selbstbewusstes Auftreten, so der Polizeibeamte, verschaffe Respekt, und ein Mensch, dem Respekt entgegen gebracht werde, sei klar im Vorteil. Spielerisch, mit dem Üben von Atemtechniken, Ballwerfen, Kniesitzen und Liegestützen baute Thomas Klein seinen Lehrgang auf. „Hand nach vorne strecken und laut Stopp schreien, wenn euch jemand zu nahe kommt”, lautete die klare Anweisung. Im Notfall sei es angebracht laut „Feuer” zu rufen, denn das errege die Aufmerksamkeit aller Menschen im Umfeld.
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