Politik einig: Geilenkirchener Netz soll schneller werden

Von: Georg Schmitz
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Bürgermeister Thomas Fiedler, Jürgen Benden und NRW-Landtags-Vizepräsident Oliver Keymis (v.l.) diskutierten in Würm über Breitbandversorgung. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Würm. Dass dem Internetanschluss im 21. Jahrhundert eine besondere Bedeutung zukommt, wurde bei einem Informationsabend in der Gaststätte Basten in Würm deutlich. Der Einladung der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Grüne waren rund 60 interessierte Bürger gefolgt.

Fraktionsvorsitzender Jürgen Benden hatte vernommen, dass bei der Internetversorgung in Würm und Lindern einiges im Argen liegt und es mit der Schnelligkeit nicht weit her ist. „In Würm, Leiffarth und Lindern gibt es über 200 Betriebe, die auf eine schnelle Internetversorgung angewiesen sind”, nannte Benden die Bedeutung eines DSL oder Breitbandanschlusses für die Wirtschaft. Hier werde aber derzeit nur eine „DSL light”-Version von 385 Kilobyte (kb) pro Sekunde angeboten.

Referent mit Fachkenntnis

Mit dem Vize-Präsident des Landtags NRW, Oliver Keymis, der auch Sprecher der Grünen Landtagsfraktion für Kultur- und Medienpolitik ist, hatte sich Benden einen Referenten mit Fachkenntnissen heran geholt. „Schon 384 kb download pro Sekunde werden als Breitband definiert”, erklärte Keymis. Das sei lächerlich und jeder wisse, dass dies nicht ausreiche. Nach dieser Definition seien dann 94 Prozent aller Nutzer in Deutschland mit einem Breitbandanschluss ausgestattet.

Keymis: „Das geht weit an dem vorbei, was sich die Bürger wünschen.” Breitbandanschlüsse auf Glasfaser-Basis müssten als Grundversorgung angesehen werden - wie Strom, Wasser oder Gas. Für den Ausbau von Breitbandanschlüssen gebe es Fördermittel, unter anderem auch von der EU. Eine wenige Tage alte Studie der OECD signalisiere eine breite Unterstützung durch den Staat beim Ausbau des Breitbandnetzes.

„Die Datenmenge, die sie brauchen um wettbewerbsfähig zu sein muss zur Verfügung gestellt werden”, ergriff Bürgermeister Thomas Fiedler das Wort an die Gewerbetreibenden gewandt. Die Stadt Geilenkirchen sei derzeit mit vier Anbietern im Gespräch. „Wo ist das Angebot, bei dem wir Ihre Steuergelder vernünftig einsetzen?”, fragte Fiedler.

Die Deutsche Telekom biete an, über die Hauptverteiler Stettinerstraße in Geilenkirchen, die Nato-Airbase und Linnich per Glasfaser flächendeckend zu versorgen.

Dazu würden Leerrohre genutzt, die bereits vorhanden, aber auch noch von der Stadt oder Energie-, beziehungsweise Wasserversorger verlegt werden müssten. Vodafone wolle die Orte entlang der Bahnstrecke Mönchengladbach-Aachen über Leerrohre an der Bahnlinie anschließen. Als teurere Variante komme die Verlegung von Glasfasernkabeln bis in die Schaltschränke alternativ in Frage.

Unity Media stehe als dritter Anbieter bereit und wolle ihre Leitungen den Kabelkunden in beide Richtungen nutzbar machen. „Das ist in der Geilenkirchener City möglich, aber in den Außenorten nicht”, sagte Thomas Fiedler. Zu guter Letzt sei noch NetAachen, eine Tochter von NetCologne zu erwähnen, die aber hauptsächlich gewerbliche Kunden anspreche. „Als Stadt werden wir dafür sorgen, sich bietende Gelegenheiten für die Verlegung von Leerrohren zu nutzen”, sagte der Bürgermeister. Auch in Absprache mit den Energieversorgern.

Es ergebe sich aber jetzt die Frage: „Wie holen wir uns das Geld zurück, dass wir in Leerrohre investiert haben?”

Leerrohre vermieten

Man könne daran denken, die Leerrohre pro laufenden Meter zu vermieten. Aus dem Konjunkturpaket 2 seien 220.000 Euro Fördergelder für Breitbandanschlüsse in Aussicht gestellt worden. Fiedler: „Wir sind in der Angelegenheit aktiv und auf einem guten Weg.” Jürgen Benden meinte, dass der politischen Wille bei allen Fraktionen erkennbar sei. „Da ziehen wir an einem Strang.” Zum Schluss übergab eine Linderner Abordnung noch 80 von Bürgern ausgefüllte Erhebungsbögen zum Thema DSL/Breitbandanschluss.
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