Pöbelei, Raub und sexuelle Übergriffe befürchtet

Von: Georg Schmitz
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Professor Dietmar Castro informierte beim Bürgerforum über den geplanten Ausbau der Innenstadt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Geilenkirchener Mehrheit im Stadtrat und Bürgermeister Thomas Fiedler haben sich zum Ziel gesetzt, die Bürger bei der Planung von städtebaulichen Projekten früh einzubinden.

Nun hatte die Stadt Geilenkirchen die Öffentlichkeit zum 1. „Bürgerforum zum Planwerk Innenstadt” in die Aula der Realschule eingeladen, in dessen Rahmen Stadtplaner Professor Dietmar Castro vom Büro BKR in Aachen das gesamte Planungskonzept für die Geilenkirchener City vorstellte.

Im Anschluss hatten die Besucher Gelegenheit, mit Castro, Bürgermeister Thomas Fiedler, mit dem 1. Beigeordneten Hans Hausmann und mit Tiefbauamtsleiter Hans-Josef Bröhl über anstehende Maßnahmen zu diskutieren. Fiedler freute sich eingangs auf den „Einstieg in einen Dialog, der sich heute Abend hoffentlich lebendig gestalten wird”. Professor Dietmar Castro stellte kurz sein Planungsbüro vor.

Im Hinblick auf die kommenden Vorhaben in Geilenkirchen forderte der Stadtplaner das Publikum auf: „Wir wollen etwas von Ihnen hören und erfahren, was Sie wollen.” Nach dem Abschluss des 1. Bauabschnittes Konrad-Adenauer-Straße werde das Integrierte Handlungskonzept unter veränderten Rahmenbedingungen fortgeschrieben. Für die zeitgleich verlaufenden Bauabschnitte 2 und 3 werde die Detailplanung noch erstellt. Dabei handelt es sich um den Bereich der Konrad-Adenauer-Straße zwischen dem neuen Kreisverkehr und Dohmen„s Eck (Heinsberger Straße) und dem Marktplatzbereich vor St. Ursula.

Handlungsbedarf gebe es noch bei der Planung für Radwegverbindungen, Fußgängerbereich und Sicht auf das Gymnasium. „Der Marktbereich hat durchaus noch Gestaltungsdefizite, er ist nicht als Fläche wahrnehmbar”, drückte es Professor Castro aus. Bei Bauabschnitt 4 und 5 Herzog-Wilhelm-Straße bis zur Kornmühle und Eingangsbereich Haihover Straße könnte über eine Weiterführung in Richtung Beamtenparkplatz als Geschäftsbereich in Ergänzung zum neuen Einkaufszentrum nachgedacht werden. Hier könne das gesamte Umfeld des EKZ eine attraktivere Gestaltung finden, wozu auch die Passage von Eisenjansen zum geplanten Kaufland mit einbezogen werden müsse. Auch gelte es, den Beamtenparkplatz noch besser an die Innenstadt anzuschließen. Negativ falle die einseitige Bebauung in der Haihover Straße auf, hier nehme die Rewe-Parkfläche viel leeren Raum ein.

„Wenn Kaufland kommt, wird das einen positiven Druck auf den Mitbewerber an der Haihover Straße ausüben, hier für eine attraktivere Gestaltung zu sorgen”, war sich Castro sicher. Der Stadtplaner kam auf die geplante, seit vielen Jahrzehnten von den Geilenkirchenern und Hünshovenern herbeigesehnte Unterführung der Bahntrasse zu sprechen. Zur Bahnunterführung werde es am 31. August ein eigenes Bürgerforum geben, bei der dieses Thema ausführlich behandelt werde.

„Die heutige Auftaktveranstaltung soll den Anstoß zur Diskussion geben”, gab Professor Dietmar Castro die Bühne frei für eine aktive Bürgerbeteiligung. Allerdings hatte der Stadtplaner sich das ein wenig anders vorgestellt, denn zunächst drehte sich alles nur um die Bahnunterführung - obwohl ein separates Forum angekündigt war. Jetzt wurde klar, dass plötzlich etliche Hünshovener gegen eine Fußgängerunterführung der Bahn sind, und das machten einige Anwesende lautstark deutlich.

Im Vorfeld hatte ein Geschäftsmann von der oberen Konrad-Adenauer-Straße Handzettel gefertigt, an Hünshovener Haushalte verteilt und so mehrere Dutzend Anwohner aktiviert. Es wurde allerdings darauf hingewiesen, dass man ausdrücklich eine Unterführung für den Kraftfahrzeugverkehr befürworte. Viele Hünshovener verdeutlichten Ängste, nachdem besonders für Kinder und ältere Menschen aufgrund der geplanten Unterführung die Sicherheit nicht gewährleistet sei. Man befürchte Pöbeleien, Handtaschenraub, sexuelle Belästigungen und Übergriffe. Es meldeten sich Hünshovener zu Wort, die sich gegen die Fußgängerunterführung aussprachen, bis Bürgermeister Thomas Fiedler dem ein Ende setzte. „Niemand wird den Bürgern eine Unterführung aufzwingen, auch die Bahn zwingt Sie nicht. Hier wird nichts vorweggenommen, die Situation ist völlig offen”, so Fiedler.
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