Planwagentour durch den Regen

Von: Christina Kolodzey
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Das rumpelt zwar und ruckt, we
Das rumpelt zwar und ruckt, wenn es über Steine und durch Sclaglöcher geht, aber bei der Planwagenfahrt des Frelenberger Fördervereins ist das ein Spaßfaktor mehr. Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. „Ich freue mich auf die Pferde und die Kutsche”, rief Julia, sechs Jahre alt, aufgeregt. „Ich bin neugierig auf den großen Spielplatz. Ob er wohl zwei Rutschen hat?”, überlegte Jason (5).

Alle 16 Jugendlichen zwischen zwei und 17, darunter auch die Behindertensportgruppe des Vereins, sowie die fünf begleitenden Erwachsenen konnten kaum erwarten, dass die Fahrt startet.

Vom alten Sportplatz in Frelenberg machten sich die Teilnehmer gegen 13 Uhr zunächst in Fahrgemeinschaften mit Privatwagen auf den Weg nach Hatterath, wo die Tour beginnen sollte. Dort, im Familienbetrieb Birmanns, warteten schon „Mark” und „Nico”, zwei schwarze 14 Jahre alte Friesenpferde darauf, eingespannt zu werden, um den großen Wagen zu ziehen. Die Besitzer Hans-Peter Birmanns und Sohn Harry besetzten den Kutschbock.

Sonja Hansen, Schatzmeisterin des Vereins in Frelenberg, hatte den Ausflug organisiert. Stets hatten sie schönes Wetter, betonte sie, und auch jetzt lachte die Sonne. Ziel sollte zunächst ein großzügig ausgestatteter Spielplatz in Gangelt sein und anschließend der Kahnweiher im selben Ort. Der Weg sollte über Niederbusch und Stahe führen.

Die Pferde zogen an und ruckelten den Planwagen mit großer Kraft schwungvoll über Stock und Stein und durch tiefe Schlaglöcher, meist auf Feldwegen und Landstraßen. Besonders heftig waren die Erschütterungen, wenn es über Bahngleise ging, doch gerade dies machte den Kindern einen Heidenspaß. Auf einer Achterbahn konnte es nicht heftiger zugehen. So bemerkten sie zunächst nicht die dunklen Wolken, die sich langsam auftürmten.

Denjenigen, die ganz hinten saßen, hatten Hans-Peter und Harry überdies eine ganz besondere Aufgabe zugeteilt: Sie mussten mit einer weißen, runden Kelle, in deren Mitte ein dicker, roter Punkt aufgemalt war, den nachfolgenden Fahrzeugen anzeigen, ob der Planwagen rechts oder links abbiegen wollte, indem sie diese aus der Kutsche in die jeweilige Richtung hielten. Auch dies machte Spaß, und die Kinder des High-Tech-Zeitalters erfuhren, dass es tatsächlich noch Dinge gibt, die nicht „vollautomatisch” funktionieren.

Es schüttete vom Himmel

Dann begann es zu tröpfeln. Ein heftiger Donner grollte. Plötzlich schüttete es, was vom Himmel fallen konnte. Danach war alles pitschnass, und der Besuch von Spielplatz und Kahnweiher fiel sozusagen „ins Wasser”.

Doch „die paar Tropfen” konnten den Kindern die Freude nicht verderben. Sie hatten dauernd etwas zu lachen, wozu die Kutscher in nicht unbeträchtlichem Maße beitrugen. Harry musste beispielsweise öfter aussteigen, um beim Queren einer Hauptstraße zu gucken, ob dies gefahrlos möglich sei. Nachdem der Planwagen dann auf die anderen Seite gefahren war, machte sich Hans-Peter einen Spaß daraus und zog schnell an, so dass sein Sohn laufen musste, um sie wieder einzuholen.

Während eines Zwischenstopps hörte es auf zu regnen, und die Kinder durften die Friesenpferde mit leckeren Möhren füttern. Wieder im Wagen, stimmten alle überraschend ein fröhliches Geburtstagsständchen an: Sonja Hansen feierte an jenem Tag ihr Wiegenfest. Sie hatte sogar Schokoladenkuchen mitgebracht. Ein Lied passte besonders gut. „Heute kann es regnen, stürmen oder schnein”.

Einmal eingesungen, wurden für den Rest der Fahrt weiter Lieder geschmettert. Gegen 16 Uhr hatten die Tiere ihren Weg zum heimischen Stall gefunden, und auch die mehr als zufriedenen Teilnehmer machten sich auf die Heimreise. Groß und Klein war sich einig: Es war ein erlebnisreicher, wunderschöner Ausflug mit zwei PS, an den sie sich noch lange erinnern werden.
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