Plädoyer für eine neue Kindertagesstätte in Bauchem

Von: st
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Er spricht sich für einen Kita-Bau in Bauchem aus: Stefan Mesaros, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Dass in Geilenkirchen Kindergartenplätze fehlen, steht fest. Dass in Geilenkirchen deshalb eine neue Kindertagesstätte gebaut wird, ist bereits beschlossene Sache und wird von allen – Stadtrat, Verwaltung und Eltern – einmütig begrüßt.

Nur an der Standortfrage scheiden sich derzeit noch die Geister. Die Verwaltung hat der Politik verschiedene Grundstücke präsentiert, auf denen ein Neubau möglich wäre. Dabei handelt es sich um Grundstücke in Bauchem, Hünshoven und im Stadtkern.

Großen Bedarf sieht die Verwaltung besonders in Bauchem, obwohl sich dort bereits mehrere Kindertagesstätten befinden. Ganz anders sehen das aber die Grünen, die einen Neubau in Hünshoven favorisieren. Dort, so deren Argument, befindet sich ein Neubaugebiet, ein weiteres ist geplant. Und weit und breit keine Kita. Auch die Vertreterin aller Eltern, deren Kinder eine Geilenkirchener Kita besuchen, Katja Wegner-Hens, setzt sich für einen Neubau in Hünshoven ein.

Gegen diese Forderung nach einem Neubau in Hünshoven spricht sich jetzt der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Stefan Mesaros von der Fraktion „Für Gk!“, aus. Die öffentliche Diskussion sei nicht sachlich und nicht umfassend, moniert er jetzt. Dabei stellt er klar: „Über den Standort des Neubaus entscheidet der Jugendhilfeausschuss.

Der Stadtrat entscheidet über die Vertragsmodalitäten.“ Für Stefan Mesaros ist klar, wo die Kita gebaut werden muss: „Ich spreche mich für den Standort Bauchem aus“, sagt er und begründet seine Entscheidung unter anderem mit der aus dem Jahre 2009 erstellten Sozialraumanalyse. Diese schreibe Bauchem im sozialen Bereich nicht zuletzt durch die großen Mietwohnungsblöcke in Goethestraße und Lütticher Straße großen Entwicklungsbedarf zu. Diese Mietwohnungsblöcke, ehemals für Militärfamilien gebaut, würden sozial schwache Familien aus der weiten Umgebung anziehen.

Auch die bislang noch nicht veröffentlichte Quartiersanalyse des Kreises Heinsberg zeige, dass in Bauchem der höchste Sprachförderbedarf bestehe, dass hier der größte Bevölkerungsanteil mit den meisten Transferleistungen lebe und dass Bauchem den höchsten Anteil kinderreicher Familien und den höchsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund habe.

Der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium liege in Geilenkirchen im Durchschnitt bei 37 Prozent, in Bauchem nur bei 29 Prozent. „Die großen Mehrfamilienhäuser werden sich in ihrer Struktur nicht verändern. Der Bedarf an Kita-Plätzen bleibt über viele Jahre gleich hoch. Im Neubaugebiet aber wachsen Kinder heraus“, sagt Mesaros.

In den beiden „Problemgebieten“ sei durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ der Grundstein zur Aktivierung der Eltern gelegt worden und könne durch ein Familienzentrum mit Elternkursen und mit Angeboten für Eltern fortgeführt werden.

Die Verfügbarkeit eines Pkw und die Mobilität seien im Hünshovener Neubaugebiet wesentlich größer. Durch fehlende Mobilität könnten Kinder, die dringend Förderbedarf haben, ganz aus der Förderung herausfallen. Das bedeute eine Verschärfung der sozialen Probleme. Außerdem sei die soziale Unterstützung in der Siedlung durch Eltern oder Großeltern viel größer.

„Wer für die Bürgerhalle Bauchem ist, der muss auch für den Kindergarten in Bauchem sein“, sagt Mesaros. Den Neubau der Asylbewerberunterkunft am Bahnhof als Argument für einen Neubau in Hünshoven anzuführen, lässt Mesaros nicht gelten: Die Familien befänden sich im Aufnahmeverfahren. Die Anzahl der Menschen, deren Verbleib und die Dauer des Verbleibs seien nicht absehbar. Für ihn zieht nur ein Argument: „159 Kinder stehen auf der Warteliste, davon nur neun aus Hünshoven.“

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