Pilgerlust schon im Kinderwagen

Von: Andrea Schever
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Gerade 13 Jahre jung, aber sch
Gerade 13 Jahre jung, aber schon vor seiner 25. Wallfahrt nach Trier: Mathias Klee mit seinem Pilgerkreuz. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen-Immendorf. Jetzt, in den Herbstferien, dreht sich für Mathias Klee wieder alles um einen langen Fußmarsch. Zum 25. Mal möchte er als Pilger in Trier eintreffen, ohne Blasen an den Füßen vor der Basilika St. Matthias stehen. Das Besondere dieses Datums: Mathias Klee ist 13 Jahre alt.

Für den Gymnasiasten aus Immendorf ist das Ereignis ebenso ein Erlebnis wie für dessen Familie. Es gibt nicht viele, die ein solches Jubiläum ihren eigenen Verdienst nennen können, noch wenigere in diesem Alter. „Als ich mit sechs Jahren schon meine zehnte Pilgerreise hatte”, erinnert sich Mathias, „sagte Pater Hubert in Trier: Dass ich das erleben durfte.”

Wie es zu dieser Begebenheit kam, ist so einfach wie imposant: Seit seiner Geburt pilgerte der Junge jährlich meist zwei Mal in die Stadt des Heiligen Matthias - zunächst im Kinderwagen, dann auf eigenen Füßen, die durch gelegentliche Autofahrten altersgerecht entlastet wurden. „Mit sieben Jahren bin ich das erste Mal die gesamte Strecke selbst gepilgert”, erzählt der 13-Jährige.

Eigene Pilgergruppe

Dass er mit so jungen Jahren schon so oft gepilgert ist, liegt an seinen Eltern. Denn diese sind nicht nur selbst fleißige Wallfahrer, sondern aktiv an der Planung und Umsetzung von Pilgerreisen beteiligt. Seit Stefanie und Andreas Klee im Jahr 1993 einmal mit einer Geilenkirchener Gruppe nach Trier pilgerten, bestand die Begeisterung, so dass sie nach ihrem Umzug nach Immendorf auch in der Pfarre Alsdorf-Mariadorf pilgern wollten. Da dort jedoch noch keine Pilgergruppe existierte, gründeten sie kurzerhand selbst eine solche. So begeben sich seit 1998 jedes Jahr Menschen aus Immendorf und Umgebung auf Pilgerpfade, darunter eben auch die Kinder der Familie, Mathias und seine ältere Schwester Anne.

„Es macht Spaß, so in der Gemeinschaft und mit dieser Herausforderung”, beschreibt Mathias. „Und man ist froh, wenn man alles geschafft hat.” Ihm ist anzusehen, dass die Wallfahrten trotz der Länge und Häufigkeit für ihn keinesfalls langweilig, sondern vielmehr abenteuerlich sind. Einmal im Frühjahr und dann im Herbst bewältigt die Gruppe die rund 170 Kilometer bei Wind und Wetter, auch schon einmal bei Schnee.

„Vielleicht kommt diesmal ein Freund aus Gangelt mit”, würde es Mathias Klee riesig freuen. Mutter Stefanie wirft ein: „Worauf ich stolz bin ist, dass wir das alle als Familie machen und keinen zwingen müssen. Und dass wir so den Glauben auch den Jugendlichen näherbringen können.”

Das ist eine der guten Seiten. Eine weitere kennt Mathias Klee auch: „Eins der schönsten Dinge ist abends zusammenzusitzen, zu spielen und zu lachen. Und tagsüber beim Laufen, da denkt man gar nicht, man merkt nicht, wie viel man geht, wenn man redet.”

Und vor lauter guter Gespräche ist es einem auch egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint. Doch egal welches Wetter sich für die Tage der bevorstehenden Wallfahrt ankündigen, Mathias will seinen Weg machen und darf in Sankt Matthias von Pater Hubertus, der die Pilger willkommen heißt, das entgegen nehmen, was nicht alle Wallfahrer besitzen: Für 25-maliges Pilgern nach Trier wird ihm als Auszeichnung eine persönlich gewidmete Kerze überreicht.
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