Geilenkirchen - Piepston rettet junges Wild vor dem Tod in Mähmaschine

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Piepston rettet junges Wild vor dem Tod in Mähmaschine

Von: Georg Schmitz
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Nicht einmal 20 Zentimeter bre
Nicht einmal 20 Zentimeter breit, aber sehr wirkungsvoll: Der Wildretter, hier ganz rechts am Mähgerät angebracht, sendet einen durchdringenden Piepston aus. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Anfang Juni 2011 war bei Mäharbeiten auf einem Wiesengelände bei Süggerath ein Kitz getötet worden. Diesen Fall zugrunde legend, hatten die Hegeringe auf kleine Geräte, die einen durchdringenden Piepston von sich geben, aufmerksam gemacht. Das sind so genannte „Wildretter”.

Dank dieser Geräte stellen sich in diesem Jahr bereits Erfolge ein. Landwirte berichten, dass aufgrund des ausgesendeten Tons aus dicht bewachsenen und für den Traktorfahrer bei der Maht nicht einsehbaren Wiesen plötzlich Hasen, Rehe und andere Tiere aufspringen und sich vor dem Kreiselmäher in Deckung bringen können.

Etwa hunderttausend Kitze werden in Deutschland alljährlich durch Erntemaschinen getötet, sagen die Naturschützer. „Die Bauern setzen sich in diesem Jahr verstärkt ein paar Tage, bevor sie eine Wiese mähen, mit uns in Verbindung, damit wir den Bereich nach Jungtieren absuchen können”, berichtet Jagdaufseher Wolfgang Jansen erfreut.

Im vergangenen Jahr hatte er darauf aufmerksam gemacht, dass sich einige Möglichkeiten auftun, um Tiere vor Mähmaschinen zu retten. „Wir stellen auch Scheuchen auf. Wenn die sich im Wind bewegen, sehen Rehe eine Gefahr und gehen mit ihren Kitzen an eine andere Stelle”, so Wolfgang Jansen damals.

Wichtig sei das Mähen der Flächen von innen nach außen, damit Tieren ein Fluchtweg von der drohenden Gefahr bleibe.

Nur einmal im Jahr, etwa zwischen Mitte Mai und Mitte Juni, bringen Rehe Kitze zur Welt, die dann in den ersten Tagen oftmals an der gleichen Stelle liegen bleiben. Kitze sind geruchlos und so von Feinden nicht so einfach aufzuspüren, sie ducken sich, wenn Gefahr droht. Die Ricke lässt ihr Kind stundenlang alleine, um nicht auf das Kitz aufmerksam zu machen, sie kommt dann nur zum Säugen.

Dank des Wildretters konnte erst am Pfingstsamstag ein wenige Tage altes Kitz in einer Wiese an Gut Horrig vor dem sichern Tod bewahrt werden. Der Landwirt hatte mit dem Mähen der Wiese begonnen, um Heu einzubringen. An dem Kreiselmäher hatte er den Wildretter angebracht, der den unüberhörbaren Ton von sich gab. Plötzlich sei eine Ricke aufgesprungen und davongelaufen.

Der Landwirt stoppte das Gefährt und informierte Wolfgang Jansen über den Vorfall. Zusammen mit Jagdkollegen suchte der Aufseher die Wiese ab - und fand das Kitz gut versteckt im hohen Gras. Es durfte nicht berührt werden, um keinen für die Ricke fremden Geruch aufzunehmen.

Während der Landwirt die Wiese weiter bearbeitete und eine entsprechende Fläche um das Kitz aussparte, beobachte Wolfgang Jansen die Szene. Die Ricke kehrte Stunden später zu ihrem Nachwuchs zurück und brachte es an einen anderen Ort.

Für Wolfgang Jansen geht die Rechnung auf: „Die Landwirte um Geilenkirchen sind mehr sensibilisiert und sehr kooperativ. Fast alle haben bei uns einen Wildretter angefordert und lassen uns vor dem Mähen die Wiesen absuchen”, sagt und verweist auf das erfreuliche Ergebnis an Gut Horrig. Dort, wo ein Jahr zuvor noch ein Kitz zu Tode kam, konnte in diesem Jahr eines gerettet werden.
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