Philippinisches Stück über Lebenswillen und Mut

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Geilenkirchen. Der Übach-Palenberger Projektgruppe Malabon und Dritte Welt e.V. ist es wieder gelungen, die Jugendtheatergruppe der philippinischen Kinderschutzstiftung Preda während ihrer Deutschland- und Österreich-Tournee nach Geilenkirchen einzuladen.

Am Dienstag, 24. Februar, 19 Uhr, gastiert die Gruppe in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule, Pestalozzistraße 27.

1999 hatten Jugendliche aus dem Preda-Therapiezentrum die Idee, ein Theaterstück einzustudieren, um ihre oft traurige Kindheitsgeschichte darin zu verarbeiten und gleichzeitig philippinische Kinder auf dem Land vor den Machenschaften der brutalen Sexmafia, die auch europäische Touristen „bedient“, zu warnen.

Außerdem wollten sie auf ihren Tourneen in Europa und Amerika auf die Situation der philippinischen Kinder aufmerksam machen. Nach dem großen Erfolg der vorletzten Tour 2012, bei der das Stück erstmalig in deutscher Übersetzung zum Besten gegeben wurde, tourt die Gruppe jetzt zum achten Mal durch Deutschland und macht dabei nach dem großartigen Erfolg im letzten Jahr in Herzogenrath diesmal in Geilenkirchen Station.

Inhaltlich umfasst das Stück die diversen sozialen Problemen, mit denen sich Preda beschäftigt: Missbrauch und Kinderprostitution, Umweltzerstörung, Menschenhandel und Kindergefängnisse. Trotz der Warnungen eines Ingenieurs wird nichts getan, um den Dammbruch des Auffangbeckens eines Bergwerks zu verhindern. Die Flut aus dem Staudammbruch zerstört Häuser, Mangobäume und alle anderen Lebensgrundlagen im Dorf der Mango-Bauern.

Die Mine wird daraufhin geschlossen – die Überlebenden im Dorf verarmen. Gleichzeitig werden Mädchen für einen Job im Ausland gesucht. Celinas Mutter ist begeistert und versucht, ihre Tochter zu überzeugen, das Angebot anzunehmen, um ihre Schulden bezahlen zu können. Widerstrebend folgt Celina dem Wunsch ihrer Mutter und verabschiedet sich von ihrem Freund Alex, der sie zurückhalten will. Celinas naive Hoffnungen auf einen gut bezahlten Job erfüllen sich nicht. Sie ist in die Hände einer internationalen Sexmafia geraten und wird zur Prostitution gezwungen.

Zusammen mit Sabel, die ein ähnliches Schicksal erleidet, und Dodong, einem Straßenjungen aus Manila, wird sie in das Verlies eines Kinder-Bordells verschleppt. Während Celina die Schrecken der sexuellen Ausbeutung erfährt, macht sich Alex auf, Gerechtigkeit für sein Dorf und für seine Freundin zu suchen.

Unterstützung findet er bei Mr. Schmidt aus Deutschland, der als Kopf einer deutschen Fairhandelsorganisation seit langem die Mango-Kleinbauern fördert und nun eine Kampagne zur Unterstützung der von der Flut betroffenen Dorfbewohner starten will. Er ist es auch, der sich zusammen mit Alex und der örtlichen Polizei auf die Suche nach Celina und den anderen verschwundenen Kindern macht.

Durch die authentische Schilderung auf der Bühne und die mutige, engagierte schauspielerische Leistung der Jugendlichen wird für das Publikum die Dimension von Kindesmissbrauch und Sextourismus auf den Philippinen intensiv nachvollziehbar. Dabei verharrt das Musical-Drama nicht einseitig in der beklemmenden Darstellung von Armut, Gewalt und Missbrauch, sondern zeugt von Lebenswillen und Mut, von den kindlichen Sehnsüchten und den Stärken der Opfer und deutet Lösungsansätze an.

Durch die starke Wiedergabe von Gefühlen und den dramaturgischen Spannungsbogen der Handlung werden die Zuschauer in eine beklemmende Atmosphäre hineingezogen, die kaum jemanden unberührt lässt. Musik, Gesang und eine ausgefeilte Choreografie laden die ergreifenden Schilderungen mit Energie. Die Darsteller ziehen ihr Publikum über 70 Minuten lang mit einer aufrüttelnden Darbietung in ihren Bann.

Im Anschluss an das Theaterstück werden Gesprächsrunden angeboten, bei der das Publikum Fragen an die Schauspieler und ihre philippinischen Begleiter stellen kann. So erhalten die Besucher der Veranstaltung authentische Informationen und ein Kulturerlebnis aus erster Hand. Die Veranstaltung wird unterstützt durch den Preda-Freundeskreis Deutschland, die Stadt Geilenkirchen, die Kreissparkasse Heinsberg sowie New-Energy.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Die Veranstalter bitten aber um eine großzügige Spende für die Arbeit der Projektgruppe. Infos unter www.projektgruppe-malabon.de, www.preda.org/de oder bei Herbert Schmerz, Wendelinusstraße 49, 52134 Herzogenrath, 02406/5280.

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