Petition: 1000 Bürger gegen Teverener Ampelanlage

Von: Udo Stüßer
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Gero Ronneberger hat Unterschriften von Bürgern gesammelt, die sich gegen eine Ampelanlage auf der Kreuzung L 42/Lilienthalallee/Chorherrenstraße in Teveren aussprechen. Auch an den Petitionsausschuss des Landtages hat er sich gewandt. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen-Teveren. „Bitte verhindern Sie den Baubeginn der Ampelanlage!“ Mit diesen Worten hat Gero Ronneberger, sachkundiger Bürger der Bürgerliste aus Teveren, jetzt einen Petitionsantrag an den Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages gesandt. Am Dienstag endete auch eine Unterschriftenaktion der Bürgerliste in Geilenkirchen und auf dem Nato-Flugplatz Teveren.

Laut Ronneberger haben sich mehr als 1000 Menschen mit ihrer Unterschrift gegen eine Ampelanlage am Knoten L42/Lilienthalallee/Chorherrenstraße in Teveren und für die Einrichtung eines Kreisverkehrs ausgesprochen.

Die Unterschriften will Ronneberger Anfang Juni dem Leiter der Regionalniederlassung Niederrhein von Straßen.NRW, Christoph Jansen, übergeben. Als sachkundiger Bürger der Bürgerliste bittet Ronneberger den Petitionsausschuss, die Errichtung einer Ampelanlage vorerst zu stoppen, um dann in einem Vermittlungsgespräch eine gemeinsame Lösung zu finden.

In seinem Petitionsantrag kritisiert Ronneberger, dass der Landesbetrieb Straßenbau eine Ampelanlage installieren will, ohne dass diese Tatsache den Ratsfraktionen bekannt war. Und er versichert in seinem Antrag: „Wenn der Rat und die Bürger und der Kommandeur der Nato-Airbase früher von der Errichtung einer Lichtsignalanlage gewusst hätten, wäre eher die Entscheidung dagegen und für einen Kreisverkehr gefallen.“

In seinem Petitionsantrag beschreibt Ronneberger die derzeitige Verkehrssituation, berichtet von 15.000 Fahrzeugen, die pro Tag auf der L 42 fahren, und blickt in die Zukunft: „Ab 2017 ist der neue niederländische Buitenring fertiggestellt, und dieser wird noch mehr Verkehrsdichte von 63 Prozent bringen.“

Unfallschwerpunkt

Seit Jahrzehnten sei unstrittig, dass es sich bei der Kreuzung um einen Unfallschwerpunkt handele. Bereits vor vier Jahren habe sich der damalige amerikanische Zwei-Sterne-General Andrew Mueller, Kommandeur des Awacs-Verbandes, nach zwei schweren Unfällen an einem Tag, an dem US-Soldaten beteiligt waren, an Bürgermeister Thomas Fiedler gewandt und darum gebeten, die Einrichtung eines Kreisverkehrs zu veranlassen.

In der Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am 18. April habe man den Fraktionen mitgeteilt, dass im Sommer eine Ampelanlage errichtet würde. Mit der Errichtung werde Mitte des Jahres gerechnet. Dies müsse durch die Petition gestoppt werden, fordert Ronneberger.

Durch den geplanten Bau einer Scherpenseeler Ortsumgehung werde eine Ampelanlage einen extremen Rückstau in alle Richtungen verursachen. Nach dem Ausbau des Buitenringes im Jahre 2017 müsse man diese Verkehrsdaten in die neue Ampelanlage programmieren, was fünf- bis sechsstellige Kosten verursache. Ronneberger stellt die Argumentation von Straßen.NRW in Frage, dass eine Ampelanlage die Verkehrsströme besser steuere, preiswerter sei und sich die Mehrkosten für einen Kreisverkehr auf mehr als 200.000 Euro beziffern würden. Ebenso bezweifelt Ronneberger, dass das Baurecht die Einrichtung eines Kreisverkehrs bis 2023 hinauszögern würde.

Werde die Ampel an dieser Kreuzung installiert, würde diese zu mehr Rückstau führen. Ampeln seien langfristig teurer und würden keinen flüssigeren Verkehr als Kreisverkehre bieten. „Köln hat mittlerweile 200 Ampeln durch Kreisverkehre ersetzt“, argumentiert Ronneberger.

Er befürchtet, dass aufgrund des Rückstaus auf der L 42 sich Autofahrer andere Wege durch Teveren, Grotenrath, Siepenbusch und Windhausen suchen und andere Unfallgefahren innerorts verursachen würden. Ronneberger weist gleichzeitig darauf hin, dass Awacs-Kommandeur Karsten Stoye am 10. Mai Oberst Heinz-Henning Pradel beauftragt hat, bei Straßen.NRW Protest gegen eine Ampelanlage vorzutragen und sich für einen Kreisverkehr einzusetzen. Im Entscheidungsprozess sei man als größter militärischer Arbeitgeber an der Entscheidung nicht beteiligt gewesen.

Ein Kreisverkehr sei in der Kosten-Nutzen-Rechnung nicht teurer, ein mittlerer Kreisverkehr koste im Schnitt 200 000 Euro, außerdem sei kein prestigeträchtiger Kreisel an dieser Kreuzung nötig. Gero Ronneberger kritisiert: „Die Fraktionen wurden nie über den Bau einer Ampelanlage informiert, die Zahlen sind zweifelhaft, und es fehlt Transparenz im Schriftverkehr.“

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