Personifizierter Polenwitz: Kabarettist Marek Fis

Von: mabie
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Comedian Marek Fis zeigte sich bei seinem Gastspiel auf der Bühne der städtischen Realschule in Geilenkirchen in absoluter Topform – trotz Jogginghose. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Man könnte ihn natürlich als „personifizierten Polen-Witz“ bezeichnen: Marek Fis, der am Donnerstagabend in der gut besuchten Aula der städtischen Realschule auf der Bühne stand. Doch im Rahmen der Kabarettreihe der Stadt Geilenkirchen zeigte der Comedian viele Talente, die weit über das reine Witzeerzählen hinausreichten.

In einem selbst für ihn atemberaubenden Tempo feuerte er Spruchsalven ab, die Klischees aufgriffen, sich über Menschen lustig machten, ihn aber nicht zur Witzfigur werden ließen. Vielmehr schaffte es Fis, zielsicher den Geschmack des Publikums zu treffen, ohne mit seinem hintergründigen Humor unter die Gürtellinie, dafür aber ins Herz der Gäste zu treffen. Die durften sich beispielsweise daran erwärmen, wie Marek Fis sich die Busfahrt von zwei Polen in Deutschland vorstellt. Er sei mit seinem Schwager Mirek mitgefahren, habe dabei gesehen, dass Mirek voller war als der Bus und die deutschen Fahrer „nur Gas oder Tod“ aber keine Bremse kennen würden. In „Bad Eschweiler“ angekommen habe er dann mit Ali einen echten Deutschen auf der Straße getroffen, aber letztlich erinnerte der ihn nur an seinen mit arabisch klingendem Namen versehenen Nachbarn.

So rauschte Marek Fis von einem Fettnäpfchen ins nächste, verstand es aber, den Herrenwitz zu kultivieren und nicht ins Rassistische abzudriften, sondern mit einer feinen Balance aus dem eigenen Auftritt als „Jogginghosenlatino“ und den Sprüchen über andere alle gleich stark auf die Schippe zu nehmen. Dass die Polen dabei im Zentrum seiner mit dem Titel „Unter Arrest“ stehenden Betrachtungen standen, sorgte für noch mehr Spaß. So gab er an, den eigenen, 80 Quadratmeter messenden Balkon in nur zwei Tagen gebaut zu haben. „Und morgen bauen wir den Berliner Flughafen fertig, Sie können vorbeikommen, dann ist Eröffnung“, lud er die lachenden Gäste ein.

Der begnadete Erzähler ließ teils auch kein gutes Haar an seinen Kollegen, so bekam Mario Barth sein Fett weg, und mit seiner Fähigkeit, auf Reaktionen des Publikums einzugehen, sowie dem genialen Talent, sich in alle Sprachen dieser Welt einzuarbeiten, brachte Fis moderne Comedy mit dem gelebten Herrenwitz unter einen Hut. Dafür konnte es nur tosenden Applaus eines wirklich begeisterten Publikums geben.

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