Geilenkirchen - Personalabbau in der Selfkant-Kaserne?

Personalabbau in der Selfkant-Kaserne?

Von: Udo Stüßer
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General Jürgen Beyer begrüßte die Bürgermeister Herbert Corsten (Selfkant), Wolfgang Jungnitsch (Ubach-Palenberg), Bernd Jansen (Hückelhoven), Thomas Fiedler (Geilenkirchen), Peter Jansen (Erkelenz) und General Burkhard Pototzki, Kommandeur des Awacs-Verbandes. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die radikale Verschlankung der Bundeswehr, die Aussetzung der Wehrpflicht und die noch weiterführende Konzentration haben wohl auch Auswirkungen auf die Selfkant-Kaserne.

„Das Zentrum wird am 1. April hier in Geilenkirchen 20 Jahre alt und hat 20 Jahre mit unterschiedlichen Schwerpunkten, unterschiedlicher Intensität und in mehrfach geänderten Organisationsstrukturen seinen wichtigen Beitrag zu einer aktiven europäischen Friedenspolitik geleistet, auf den wir stolz sind”, betonte am Mittwoch Brigadegeneral Jürgen Beyer, Kommandeur des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr, vor einer Vielzahl von geladenen Gästen aus Militär, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Gemeinsam mit Lieutenant Colonel Sylvain Turbide, Kommandeur der Kanadischen Unterstützungseinheit in Europa, hatte er zum Neujahrsempfang in die Selfkant-Kaserne eingeladen. Bei dieser Gelegenheit ging Beyer auch auf die enormen Veränderungen in der Bundeswehr, „von manchen historisch genannt”, ein.

„Veränderungen bedeuten Unruhe, Ungewissheit, Zukunftsängste innerhalb aller Dienststellen, aber auch im privaten Leben der Angehörigen der Bundeswehr”, sagte er. Viele Detailentscheidungen seien noch im Fluss, viele Planungen noch nicht abgeschlossen, viele Fragen offen. So werde es bis voraussichtlich Mitte des Jahres dauern, bis über die Struktur abschließend entschieden sei. Erst danach werde eine Entscheidung über Stationierungsorte getroffen werden.

„Nach heutigem Stand scheint es jedoch sicher, dass es auch in der neuen Struktur der Bundeswehr weiterhin ein Zentrum für Verifikationsaufgaben geben wird; etwas kleiner als heute, mit Sicherheit etwas anders in der Binnenstruktur aufgestellt, jedoch im Wesentlichen mit den selben Aufgaben.” Derzeit gehören dem Zentrum etwas mehr als 200 Soldaten und Zivilisten an.

Auf deren Aufgaben ging Beyer ebenfalls ein. Rüstungskontrolle sei weiterhin ein wichtiger Auftrag für die Bundeswehr, sie sei aber vor allem ein international tragendes Element unserer Außenpolitik geblieben. „Wenn man sich die Entwicklung der Rüstungskontrolle und Vertrauensbildung in den fast 20 Dienstjahren des Zentrums anschaut, stellt man fest, dass nach der Dienststellung 1991 eine wahre Rüstungskontrolleuphorie in Europa entstanden war”, führte Beyer weiter aus. Und: „Diese Euphorie hat sich, aus den unterschiedlichsten Gründen, um die Jahrtausendwende deutlich abgeschwächt. Und seitdem war es sogar bisweilen mühsam, die Räder am Laufen zu halten.”

Internationale Beziehungen seien wie seidene Fäden. Sie seien von derart vielen Faktoren abhängig, dass mitunter auch die unbedenklichsten Vereinbarungen darunter zu leiden hätten. „Diese Entwicklung haben wir in den letzten fünf Jahren erlebt, sei es das russische Moratorium zum KSE-Vertrag oder die Schwierigkeiten bei der Anpassung der vertrauens- und sicherheitsbildenden Maßnahmen.” Das Internationale Klima in der OSZE habe diese Starre verursacht. Der Brigadegeneral beleuchtete aber auch die jüngsten Entwicklungen und sah eine Bereitschaft, „wieder gemeinsam an der Sicherheitspolitik zu bauen”. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Rüstungskontrolle weiter bewege und entwickele. „Dies bedeutet für das vor uns liegende Jahr neben der Arbeit an einer neuen Struktur des Zentrums auch einen zu erwartenden Anstieg der Mitarbeit in den nationalen und internationalen Foren, wo es um die Entwicklung neuer und die Anpassung vorhandener Rüstungskontrollvereinbarungen geht.”

Beim Neujahrsempfang zieht der Kommandeur des Zentrums auch stets Bilanz. Die fiel bei Jürgen Beyer recht kurz aus. Denn: „Das Zentrum hat seinen rüstungskontrollpolitischen Auftrag im abgelaufenen Jahr sowohl im internationalen Bereich wie auch in den nationalen Anteilen wie gewohnt unaufgeregt ohne besondere Vorkommnisse und erfolgreich erledigt. Unser Auftrag führte Angehörige des Zentrums an Orte im gesamten OSZE-Raum und von Vancouver bis Wladiwostok.” Daneben habe das Zentrum Personal zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr und zu friedenserhaltenden Einsätzen der Vereinten Nationen abgestellt, verwies er auf Einsätze bei ISAF in Afghanistan, bei KFOR im Kosovo und in der UNMIS im Sudan.
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