Persönlicher Blick auf deutsche Einheit

Von: Markus Bienwald
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Die CDU und ihre Gäste (v. li.) beim Einheitstag in Naherholungsgebiet Wurmtal: stellvertretender Bürgermeister Peter Fröschen, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Landtagskandidat Thomas Schnelle, Landtagsabgeordneter Bernd Krückel, Festredner und Regionalminister Eric Geurts aus den Niederlanden (M.), Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers, Stadtverbandsvorsitzender Oliver Walther, Geschäftsführer Dietmar Lux und stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender Walter Junker.
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Der Instrumentalverein Herbach sorgte für beste musikalische Unterhaltung bei der Einheitsfeier. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Nicht nur alleine auf die Deutsche Einheit blickten die gut 80 Gäste der CDU in Übach-Palenberg, die zur alljährlichen Einheitsfeier in das Naherholungsgebiet Wurmtal kamen. Auch die Situation Europas war den Offiziellen mehr als nur einen Seitenblick wert.

„Heute stehen wir starken nationalistischen und chauvinistischen Tendenzen gegenüber“, sagte beispielsweise CDU-Stadtverbandsvorsitzender Oliver Walther, der zugleich auch von einer „Krise der Volksparteien“ sprach.

Aber gerade die historische Leistung, die nach dem Zweiten Weltkrieg auseinandergerissenen deutschen Staaten wieder zu einen, sollte ein Symbol dafür sein, nicht zu verzagen und sich den aktuellen politischen Herausforderungen zu stellen. „Wir haben auf diesem Kontinent, der erstmals seit 70 Jahren in Frieden lebt, nur eine Chance, und das ist die gemeinsame europäische Idee“, schloss Walther.

Zwischen den hervorragenden musikalischen Beiträgen des eigens mit dem neuen Maskottchen „Herr Bach“ angereisten Instrumentalvereins Herbach, ließ auch Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch seine Gedanken um Einheit und Frieden kreisen. So sei das Wachstum der eigens zur Einheit gepflanzten „Friedenslinde“ im Naherholungsgebiet ein schöner Beleg dafür, wie die Einheit gewachsen ist. Und das vor dem Hintergrund, dass im nahen Geilenkirchen einst die atomare Bedrohung in Form der „Pershing“-Raketen unmittelbar vor der Türe stand.

Mit einem ganz persönlichen Blick auf die Deutsche Einheit, beendete der Festredner des Tages, der Regionalminister der Provinz Limburg/NL, Eric Geurts, den wortreichen Vormittag. „Es war einer der emotionalsten Momente meines Lebens“, gab er in bestem Deutsch und rückblickend auf die für ihn als damals 18-Jährigen überwältigen Erlebnisse zu.

Eigentlich hatte er, wie wohl viele Menschen in Deutschland und Europa auch, nicht mehr daran geglaubt, jemals ein wiedervereintes Deutschland zu erleben. Doch zur etwa gleichen Zeit habe auch der damals geschlossene Vertrag von Maastricht die Einigkeit Europas weit nach vorne getrieben. „Dennoch denke ich, dass Europa in den letzten 25 Jahren etwas von seiner Kraft und Ausstrahlung verloren hat“, meinte Geurts.

Er erkannte eine gefährliche Ansammlung von Populisten, die mit ihren vor allem im Internet verbreiteten Hetzparolen nun die Parteien der Mitte auf den Plan rufen. „Wir müssen als Parteien der Mitte dagegen etwas tun“, forderte er, „denn ich glaube nicht, dass alles, was wir in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten aufgebaut haben, von Populisten zerstört werden kann.“

Was die Deutsche Einheit und die europäische Einigung für die Grenzregion Limburg, in der zwischen Venlo und Maastricht auf niederländischer Seite rund 1,1 Millionen Menschen leben bedeuten, unterstrich er ebenfalls. „Als ein Gebiet, das mehr Grenzen mit dem Ausland hat, als mit den angrenzenden Provinzen im eigenen Land, wissen wir, wie sehr wir Europa und auch Deutschland nötig haben, um stark zu sein“, so Geurts.

Darum sei der Tag der Deutschen Einheit auch „ein bisschen mein Feiertag, weil ich an Europa glaube, und ich weiß, dass wir täglich aufs Neue am geeinten Europa arbeiten müssen.“

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