Patenprogramm: Auch der letzte Jugendliche hat einen Job

Von: Anja Klingbeil
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Wer einen Ausbildungsplatz hat
Wer einen Ausbildungsplatz hat, kann sich freuen: Mit Hilfe des Patenprogramms konnten auch in diesem Schuljahr wieder viele Jugendliche in Ausbildung gebracht werden. Foto: Anja Klingbeil

Geilenkirchen. Solche E-Mails liest Karl-Heinz Stamm besonders gerne: „Sehr geehrter Pate, ich habe heute Morgen die Zusage für einen Ausbildungsplatz bekommen und soll jetzt nur noch den Ausbildungsvertrag unterschreiben.” Damit ist auch der letzte der betreuten Schüler untergebracht.

Alle Teilnehmer des Patenprogramms der Stadt Geilenkirchen haben einen Ausbildungsplatz gefunden oder werden ihre schulische Laufbahn am Berufskolleg fortsetzen. Das Patenprogramm war im Herbst 2010 gestartet, als Hilfe für Jugendliche, die sich nach dem Abschluss der Schule nach einem Ausbildungsplatz umsehen.

Erfahrene Mentoren aus allen Bereichen stehen ihnen dabei hilfreich zur Seite, unterstützen sie bei ihren Bewerbungen, stellen Kontakte zu Firmen her und fungieren als Türöffner für die jungen Menschen. Auch in diesem Schuljahr haben sich wieder zahlreiche ehrenamtliche Paten wie Karl-Heinz Stamm in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung im Kreis Heinsberg der Agentur für Arbeit Aachen, der Kreishandwerkerschaft Heinsberg sowie der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Geilenkirchen für eine aktive Suche nach Ausbildungsplätzen eingesetzt.

„Auch der zweite Durchlauf unseres Programms ist ein Erfolg, den wir uns so nicht ausrechnen konnten”, sagt Bürgermeister Thomas Fiedler. Immerhin ist die Vermittlung von jungen Menschen ein komplexes Thema, wie Fiedler betont. Fällt es doch auf der einen Seite schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden, obwohl auf der anderen Seite dringend Fachkräfte gesucht werden. „Mit unserem Patenprogramm versuchen wir, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen”, sagt Fiedler, der hofft, im kommenden Schuljahr noch mehr Jugendliche zu erreichen.

25 Jugendliche haben die Paten in diesem Jahr betreut, seit Beginn des Projektes waren es rund 60. Etwa Schüler der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule. „Wir haben die Jugendlichen für das Programm danach ausgesucht, wie ihre Noten waren und ihre familiäre Situation”, erklärt Lehrer Dr. Martin Kerkhoff. Bei der Vermittlung liegt der Teufel oft im Detail. Oder wie Pate Joachim Mucke sagt: „Die Probleme liegen in den Einzelheiten.” Mucke erzählt von einem Fall, in dem ein Jugendlicher mehrmals nicht zum Chef durchgelassen wurde, obwohl er einen Termin hatte. Nachdem die Paten eingegriffen haben, hat es mit dem Termin und der Ausbildungsstelle geklappt.

Noch freie Stellen im Kreis

In zwei Fällen mussten allerdings selbst die Paten ihre Bemühungen einstellen. „Wir hatten Ausbildungsstellen, die keiner haben wollte”, sagt Karl-Heinz Stamm. Freie Ausbildungsstellen gibt es im Kreis Heinsberg übrigens noch so einige, wie Nora Offermann-Stoltefuß von der Bundesagentur für Arbeit sagt - und zwar aus allen Bereichen. Das liege auch daran, dass viele Schüler nicht sofort in die Ausbildung gehen wollen, sondern lieber noch in die Berufsschule oder das Abitur machen.

Das Programm geht weiter

Das ist in Einzelfällen durchaus gut, in anderen Fällen wäre jedoch der direkte Weg in die Ausbildung ohne Warteschleife sicherlich der bessere. „Das hat vielleicht auch etwas mit der Akzeptanz der handwerklichen Berufe zu tun”, sagt Thomas Fiedler, der das Patenprogramm besonders für den ländlichen Raum als wichtig erachtet. Dass das Programm weitergehen soll, darin sind sich alle Beteiligten einig - damit noch mehr Jugendliche schnell einen Ausbildungsplatz erhalten.

Weitere Paten sind willkommen

Weitere Paten können jederzeit das Netzwerk unterstützen und sich bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Geilenkirchen, Susanne Köppl, Telefonnummer 02451/629-108, melden. E-Mail susanne.koeppl@geilenkirchen.de
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