Partnerschaftsverein feiert Jubiläen mit Rosny und Landgraaf

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Stefan Starek, der neue Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Ubach-Palenberg, freut sich auf die zwei Jubiläen mit den Partnerkomunen Rosny spus Bois in Frankreich und Landgraaf in den Niederlanden. Foto: Bienwald

Übach-Palenberg. Sie sind die Baumeister jener Brücken, die zwischen Menschen und Nationen zementiert werden: die Partnerschaftsvereine. Ein Stück von diesem „Pioniergeist” darf sich auch der Partnerschaftsverein Übach-Palenberg zugute halten.

Ein deutlicher Beleg für die kontinuierliche grenzübergreifende Arbeit, die die Kommunen eng zusammenschweißte, sind zwei Jubiläen, die in diesem Jahr gefeiert werden: die 20-jährige Jumelage mit dem französischen Rosny sous Bois (im Juni) und der zehn Jahre währende Schulterschluss mit dem niederländischen Nachbarn, der Gemeinde Landgraaf (im September). Just in dieses Festjahr wurde der neue Vorsitzende, Stefan Starek, gewählt, der damit die Nachfolge von Eva-Maria Piez antrat.

Barrieren in Köpfen abgebaut

20 Jahre, zehn Jahre, in den Jahrzehnten ist viel bewegt worden, sagt Stefan Starek anerkennend mit Blick auf die Leistungen der Vergangenheit. „Die Barrieren in den Köpfen der Leute sind von Mal zu Mal, von Besuch zu Besuch, von Veranstaltung zu Veranstaltung abgebaut worden. Zwischen Übach-Palenberg, Rosny sous Bois und Landgraaf sind echte Freundschaften gewachsen.”

Allein schon die direkte Nähe zu Landgraaf macht das tägliche Mit- und Füreinander erfahr- und erlebbar. „Grenzübergreifende Veranstaltungen jedweder Art, Schüleraustausche und Hilfestellungen in vielen praktischen Bereichen sind selbstverständlich”, bilanziert Stefan Starek, der als Niederländisch-Lehrer auch eine berufliche Affinität zum Nachbarland hegt.

Übernächste Woche wieder werden Übach-Palenberger Realschüler mit der Partnerschule, dem Ejkhagen College, in Landgraaf ein zweitägiges gemeinsames Projekt veranstalten. „Am Ende sollen die Schüler in der jeweils anderen Landessprache die Ergebnisse vortragen”, erklärt Starek: „Denn zum besseren gegenseitigen Verstehen trägt auch die verbale Kommunikation bei.”

Deshalb begrüßt es Starek, dass Realschule, Gesamtschule und Gymnasium in Übach-Palenberg Französisch und Niederländisch als Fremdsprachen anbieten. „Allerdings lassen sich viele Schüler durch das Vokabelpauken vom Erlernen der Sprachen abschrecken. Und das ist sehr schade, da sie sich damit vieler Möglichkeiten berauben”, bedauert Starek und verweist auf die Berufspraktika, die die Partnerstädte regelmäßig in Betrieben und Verwaltung anbieten: „Hier zeigt sich immer wieder, wie wichtig und nützlich das Beherrschen der Sprache im anderen Land ist.”

„Völkerverständigung, das bedeutet auch, Mühe und Zeit zu investieren”, weiß der 40-Jährige aus Erfahrung. Dabei darf die räumliche wie zeitliche Distanz keine Rolle spielen. Landgraaf ist gerade mal einen Steinwurf von Übach-Palenberg entfernt, zwischen Rosny sous Bois, dem eigenständigen Vorort von Paris, und der Partnerstadt an der Wurm indes liegen rund 450 Kilometer. „Fünf- bis sechsmal im Jahr treffen wir uns, beim Bouleturnier, bei den Weihnachtsmärkten beim Oktoberfest oder beim Bal du Jumelage”.

In diesem Jahr kommt das Jubiläumsfest hinzu, das am 19. und 20. Juni in Frankreich gefeiert wird”, skizziert Stefan Starek den Terminkalender. Und da gibt es die wechselseitigen Schüleraustausche. „Städtepartnerschaften sind auch und vor allem ein Stück Jugendarbeit; hier liegt die Basis, die Zukunft eines Partnerschaftsvereins”, betont Starek, um dann allerdings feststellen zu müssen, dass diese Jugendarbeit durch die aktuelle französische Gesetzgebung erheblich erschwert wird.

„Vereinsbesuche mit Jugendlichen aus Rosny sind nahezu unmöglich, da sich hier unüberwindbare versicherungsrechtliche Hürden auftun. Die Kontakte zwischen den Jugendlichen leben in erster Linie auf schulischer Ebene. Aber nichtsdestotrotz ist die Einbindung der Vereine mit all ihren sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Angeboten in die Jumelage ein wünschenswerter Aspekt, auf den wir uns noch stärker fokussieren sollten”, sagt der Vorsitzende. Da kommt die Anfrage der französischen Handballer, die Sportsfreunde an der Wurm suchen, gerade richtig.

Rosny und Übach-Palenberg - „das sind zwei Kommunen, wie sie nicht unterschiedlicher sein können”, hat Starek auf seinen vielen Touren nach Frankreich festgestellt. „Das ist gerade der Reiz dieser Partnerschaft, beide Städte haben ihre Besonderheiten, die ich stärker nutzen und zum beiderseitigen Gewinn herausheben möchte. Warum sollte man die nationale Zirkusschule, die in Rosny angesiedelt ist, nicht hierhin einladen?”, schweben dem 40-Jährigen allerlei Ideen vor, die während seiner Amtszeit realisiert werden könnten. Für ihn ist klar: „Kommunale Partnerschaft bedeutet mehr, als sich nur mit einem Weinglas freundlich zuzuprosten. Sie ist ein Nehmen und Geben und beileibe keine Einbahnstraße.”

Und wer glaubt, Partnerschaftsvereine würden in Zeiten der globalen Vernetzung, von Facebook, ICQ und StudieVZ an Bedeutung verlieren, dem hält Starek entgegen: „Eine herzliche Begegnung von Mensch zu Mensch kann kein Internet ersetzen.” Stefan Starek hat seine ganz spezielle Beziehung zu dem Land zwischen Loire, Rhone und Seine, in dem seine Großväter und Großonkel als Soldaten im Zweiten Weltkrieg zurückblieben. „Wir müssen offen sein füreinander und auch Freude miteinander haben, ohne die Vergangenheit zu vergessen”, ist sein Credo. Und so wird er am 8. Mai gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch nach Rosny reisen, um dort dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor 65 Jahren zu gedenken.

Aus gleichem Anlass wird eine Übach-Palenberger Delegation am 4. Mai an einer Zeremonie in Landgraaf teilnehmen. „Das ist alles, selbst in unserer heutigen Zeit, nicht alltäglich”, darf Stefan Starek auf eine erfolgreiche zehn- bzw. 20-jährige Jubiläumsbilanz blicken.
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