Partnerschaft der Städte ist etwas Kostbares

Von: Franz Windelen
Letzte Aktualisierung:
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Historischer Moment vor zehn Jahren: Die Partnerschaft zwischen der Gemeente Landgraaf und der Stadt Ubach-Palenberg wird auf der Wurmbrücke bei Rimburg durch Baron Van Voorst tot Vorst, die Bürgermeister Bert Janssen und Paul Schmitz-Kröll sowie Regierungspräsident Jürgen Roters (v.l.) besiegelt. Foto: Stadtarchiv

Übach-Palenberg. Sie sind nicht nur Nachbarn, diesseits und jenseits der Wurm. Sie sind auch Freunde. Ein Umstand, der vor zehn Jahren zwischen der Stadt Übach-Palenberg und der niederländischen Gemeente Landgraaf symbolträchtig auf der verbindenden Brücke bei Rimburg besiegelt wurde. Seither ist viel Wasser die Wurm runtergeflossen, seither ist auch die Partnerschaft stetig im Fluss.

Am Sonntag, 12. September, wird das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert. Das Jubiläum ist eingebettet in den grenzüberschreitenden Wandertag, für den die „Arbeitsgemeinschaft Grenzland: Kreis Heinsberg - Limburg” verantwortlich zeichnet und der vom Partnerschaftsverein Übach-Palenberg mitgestaltet wird.

Während der beiden Rundwanderungen von unterschiedlicher Distanz, die um 9.30 Uhr an der Gastronomie Gaida im Wurmtal starten, werden die Marschierer - gegen 10.30 Uhr -Êan der Brücke halt machen. Im Rahmen eines kleinen Festaktes wird das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft gewürdigt. Welchen Stellenwert diese genießt, zeigt die Präsenz von Honorarkonsul der Niederlande in Aachen, Prof. Dr. Helmut W. Breuer, und von Landrat Stephan Pusch. Übach-Palenberg wird unter anderem vertreten sein durch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, Landgraaf durch dessen Amtskollege Bert Janssen; für ihn ist dieser schöne Moment zugleich eine seiner letzten Amtshandlungen, der Landgraafer Bürgermeister verabschiedet sich in den Ruhestand.

Zehn Jahre - was hat der noch relativ junge Schulterschluss zwischen den Kommunen bislang hervorgebracht für die Menschen hier und da? Einer, der es wissen muss, ist Stefan Starek, er ist Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Übach-Palenberg, der zu dem Landgraafer Gegenstück „Landrychow” enge Kontakte unterhält und die Freundschaft immer wieder mit neuen Impulsen befeuert.

„Die beiden Gemeinden passen gut zueinander. Sie haben ähnliche Probleme, ähnliche Strukturen, sie haben den Wandel vom Bergbau zur Industrie hinter sich.” Die wechselseitigen Bande vom einen Wurmufer zum anderen seien deutlich ausgebaut worden, stellt Starek fest. Man betrachte nur die Eheschließungen, man betrachte die Besuche in den Geschäften, auf den Märkten und bei den Freizeit-Angeboten. Praktikanten schnuppern hier wie drüben in Betriebe und Verwaltungen.

Auch im politischen Denken und Handeln haben die Kommunen unbürokratisch und gut nachbarschaftlich zusammengefunden. „Ein Beispiel für gelungene Kooperation findet man auch bei den Feuerwehren. Ob Brände oder Hochwasser, es ist selbstverständlich, dass man sich kurzerhand hilft”, konstatiert Starek.

Mit Freude stellt Stefan Starek fest, dass die Sprache unseres Nachbarlandes in der Grenzregion immer mehr an Interesse gewinnt: „Unsere Sprachkurse im Mehrgenerationenhaus, die von der ,Service GildeÔ aus Landgraaf betreut werden, haben Teilnehmer sogar aus Stolberg und Baesweiler.” Gerade junge Menschen haben wegen der Grenznähe und Berufsmobilität die praktischen Vorteile des Niederländischen erkannt. Gerade erst haben 15 Realschüler ihr Sprach-Zertifikat erworben, das an manchen niederländischen Fachhochschulen als Zugangsvoraussetzung gilt.

Im Herbst wird das 20-jährige Bestehen der Jumelage mit dem französischen Rosny sous Bois gefeiert. Der eine Partner so fern, der andere so nah. „Beide Partnerschaften haben ihren besonderen Reiz, und auf keine wollen wir verzichten”, bekräftigt Stefan Starek die Notwendigkeit interkommunaler Verbundenheit. „Die Partnerschaft zu Landgraaf lebt aus der - kulturellen - Nähe. Hier können wir gemeinsam an konkreten, praxisnahen Projekten arbeiten.” Auch in Zeiten platzgreifender euregionaler Politik glaubt Stefan Starek beharrlich an die Existenzberechtigung der deutsch-niederländischen Partnerschaftspflege: „Das Miteinander darf nicht ins Alltägliche abgleiten, wir müssen uns immer wieder im Klaren sein, dass Städtepartnerschaft etwas Kostbares ist, das es auch zu würdigen gilt.”

Und da kommt das zehnjährige Jubiläum gerade recht.
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