Parteien auf der Suche nach dem Bündnispartner

Von: fw/st
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Geilenkirchen. Eine Listenverbindung der Geilenkirchener CDU, wie sie deren Parteichef Franz-Michael Jansen nach der für die Christdemokraten katastrophalen Wahlniederlage anregt, ist mit der SPD nicht zu machen.

Dr. Joachim Möhring redete am Montag Klartext. „Wir haben doch nicht monatelang gekämpft, um dann mit der CDU eine Liste einzugehen.”

Erstes Ziel sei gewesen, Thomas Fiedler als neuen Bürgermeister für Geilenkirchen zu haben. Auch das zweite Ziel, die Mehrheit der CDU im Rat zu brechen, sei mit einem sehr guten Ergebnis erreicht worden. „Der Wermutstropfen liegt darin, dass wir uns nicht verbessern konnten, trotz eines intensiven Wahlkampfes mit vielen wichtigen und guten Themen.”

Auch Grünen-Partei- und Fraktionschef Jürgen Benden schließt in der jetzigen Phase eine Listenverbindung mit der CDU aus. „Die Bürger haben eindeutig die CDU abgewählt. Geilenkirchen hat es verdient, dass eine andere politische Konstellation die Zukunft der Stadt gestaltet”, betont Benden den festen Willen zur Zusammenarbeit. Benden freut sich, dass die Grünen drittstärkste Kraft sind.

„Jetzt dürfen wir nichts überstürzen, sondern müssen gemeinsam mit Thomas Fiedler die Sache sachlich anpacken und nicht in Aktionismus verfallen. Erster Ansprechpartner dabei ist aber das Wahlbündnis.” Zu einer Listenverbindung mit der CDU wollte FDP-Fraktionschef Manfred Solenski keine Stellung beziehen.

Darüber müsse zunächst in der Partei und in der Fraktion gesprochen werden, sagte er. Persönlich freut er sich darüber, dass er mit 49 Prozent der Stimmen erneut als Süggerather Ortsvorsteher bestätigt wurde. „Die FDP hat die bisherigen vier Sitze im Stadtrat gehalten, wenn wir auch auf ein besseres Ergebnis gehofft haben”, bedauert Solenski.

Christian Kravanja, Fraktionschef der Bürgerliste, schließt eine Listenverbindung mit der CDU aus. Grüne und Bürgerliste betrachtet er als die großen Gewinner der Wahl, wobei das Ergebnis alle Erwartungen übertroffen habe. „Die Bürger wollen eine andere Politik, in unserem Fall frei von Parteizwängen.” Kravanja geht davon aus, dass das Wahlbündnis weiter Bestand hat.

Auch in Übach-Palenberg werden Gedankenspiele zur jüngsten Wahl-Vergangenheit und zur politischen Zukunft angestellt. Gerhard Gudduschat, CDU-Fraktionschef im Übach-Palenberger Rat, war hoffnungsfroh, dass es diesmal mit dem Machtwechsel in der Ex-Zechenstadt klappen könnte: „Schon 2004 war die SPD-Mehrheit deutlich gebröckelt. Aber dass die SPD so viel Stimmen lassen würde, damit habe selbst ich nicht gerechnet.”

Für ihn ist klar: „Wir haben dem Wähler verprochen, Rot-Grün abzulösen. Deshalb werden wir ohne Wenn und Aber unssere Wahlaussage umsetzen.” Ein Plus-Punkt für die CDU ist nach Angaben Gudduschats gewesen, dass man bei den lokalen Themen L240n, Aachener Straße und Kiesabgrabung eine standfeste Meinung vertreten habe.

Corinna Weinhold, Fraktionsvorsitzende der UWG, wird auch dem Bündnis angehören. An dieser festen Absicht lässt sie keinen Zweifel: „Wir werden Gespräche mit Wolfgang Jungnitsch und der CDU führen, um Eckpunkte für ein gemeinsames Konzept zu erörtern. Unsere Forderungen sind auf jeden Fall ein Ausschussvorsitz und die Öffnung der Aachener Straße.” Störende programmatische Unterschiede zwischen CDU und UWG vermag sie nicht zu erkennen: „Da sind die zwischen Rot und Grün schon erheblicher.”

Dritter im Bündnis dürfte die FDP sein, die wiederum mit einer Stimme im Rat präsent ist. Wolfgang Gudduschat, der Liberale mit Mandat, zeigt sich ein wenig enttäuscht ob des Wahlergebnisses: „Ich hatte gehofft, bei der CDU ein paar Stimmen fischen zu können.” Er hält es für wichtig, dass im Rathaus endlich Ruhe einkehrt.

Gudduschat spricht sich gegen eine allzu flotte Ausgliederung städtischer Einrichtungen - etwa des Bauhofes - aus: „Das sind Dinge, die haben sich bewährt. Man sollte sparen, aber in Maßen.” Darüber werde man noch zu reden haben. Die ABP ist neu im Rat, ihr einziger Mandatsträger allerdings nicht: Manfred Offermanns freut sich, „aus dem Stand” den Sprung ins Rathaus geschafft zu haben: „Im Stadtrat wollen wir sozialpolitische Akzente setzen.
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