Papst Franzikus: Eine Hoffnung schenkende Persönlichkeit

Von: Andrea Schever
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Papst Franziskus drückt dem Amt des Kirchenoberhaupts seinen eigenen Stempel auf. Dabei hat er sich als Namensgeber ganz bewusst für einen Mönch, der sehr bescheiden im 12. und 13. Jahrhundert lebte, entschieden. Foto: dpa
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Detailliert und sachkundig: Professor Max Kerner von der RWTH Aachen. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen. Papst Franziskus – Karlspreisträger, Nachfolger Petri, Stellvertreter Christi. Ihm, seinem Amt und seinem Engagement widmete sich der Vortrag „Von Petrus zu Franziskus – Überlegungen zum Papsttum“ von Professor Max Kerner im Haus Basten.

Der gebürtige Geilenkirchener ist Dozent für Mittlere Geschichte an der RWTH Aachen. Während der Historiker sich meist mit Karl dem Großen beschäftigt, hat ihn die Verleihung des Karlspreis an Papst Franziskus im Mai dazu veranlasst, auch einmal den Vertreter der „wohl einzigen Institution, die die Zeitenwenden so stabil überdauert“ hat, genauer zu betrachten und dies im Rahmen seines Vortrages auch den zahlreichen Interessierten aus Geilenkirchen näher zu bringen.

Der Vortrag gliederte sich in drei große Themenbereiche, die zunächst das Papsttum als göttliche Stiftung vor dem Hintergrund von Ursprung und Entwicklung betrachteten, dann auf den derzeitigen Papst Franziskus, sein Programm und seine Taten eingingen, und abschließend den Versuch eines Ausblickes für die Zukunft vornahmen.

Geschichte des Papsttums

So riss der Historiker sowohl den mit den biblischen Schriften begründeten Anfang des Papstamtes als auch dessen historischen Werdegang ab. Er sprach über das in den zahlreichen Anreden und Titeln ausgedrückte Selbstverständnis der Kirchenoberhäupter und wie sie dieses über die Jahrhunderte ausdrückten, begründeten und verfestigten.

Bei seinen Ausführungen fiel stets auf, dass Kerner seinem Ruf als Historiker gerecht wurde und vor allem bei den Erläuterungen zur Geschichte des Papsttums detailliert und historisch-kritisch auf literarische, gegenständliche sowie archäologische Quellen einging. So verdeutlichte er beispielsweise, dass zwar vieles darauf hinweise, dass der Apostel Petrus tatsächlich im Petersdom bestattet sein könnte, die Frage letztlich aber ungeklärt bleibe, da dies weder bewiesen noch widerlegt werden könne. Bei seinen Ausführungen versuchte Kerner nicht, das Papstamt und dessen Tradition anzugreifen oder infrage zu stellen. Vielmehr stellte er den Zuhörern die verschiedenen, vor allem wissenschaftlichen Sichtweisen vor, so dass sie deren Werdegang, die damit verbundenen Streitigkeiten in der Geschichte und das heutige Papstamt nachvollziehen konnten.

Um das Programm des amtierenden Papstes verstehen zu können, sah er sich gezwungen, den Namensgeber Franziskus und dessen Philosophie vorzustellen: Dieser lebte im 12. und 13. Jahrhundert als Mönch sehr bescheiden, half den Armen und Schwachen und hatte eine besonders enge Beziehung zur Natur. Diese Aspekte spiegeln sich auch in den zentralen Anliegen des heutigen Papstes wieder: Barmherzigkeit, Glaube, Armut und Umwelt.

Beim Ausblick auf das, was Papst Franziskus noch schaffen könnte, verwies Max Kerner zudem auf die Legende, dass der heilige Franziskus Papst Innozenz III. 1209 im Traum begegnet und die Kirche vor dem drohenden Einsturz gerettet habe. Damit verband Kerner keine Forderung gegenüber dem heutigen Papst, doch betonte er, dass dieser seinen Namen keinesfalls leichtfertig gewählt habe. In seinem bisher gezeigten Einsatz für die Welt und nicht zuletzt für Europa erkennt Kerner Papst Franziskus als eine wichtige, richtungsweisende und Hoffnung schenkende Persönlichkeit der Gegenwart, die es schaffe, nicht nur etwas in der Kirche, sondern auch in der Welt zu bewegen.

Im Anschluss an den etwa anderthalbstündigen Vortrag bot sich für die mehr als 70-köpfige Zuhörerschaft die Möglichkeit, weitere Fragen zum Thema zu stellen. Diese bezogen sich zum einen darauf, inwieweit der historische Petrus und der historische Paulus gesichert seien, zum anderen auf den vielgelobten Franziskus und darauf, wie man seine Botschaft an Jugendliche herantragen könne. Dabei verwies Kerner auf die noch junge Generation von Religionslehrern, die Schülern am glaubhaftesten vermitteln könnten, was Franziskus und seine Botschaft mit ihrer heutigen Realität zu tun haben. Ein Konzept dafür habe er bereits mit den Dozenten für Religionslehre an der RWTH besprochen und hoffe nun auf dessen Umsetzung.

Nach mehr als zwei Stunden voller interessanter Informationen, Gedanken und Diskussionen verabschiedeten Heidrun Gebel und Christa Abels vom Vorstand der Europa-Union Geilenkirchen Kerner mit herzlichem Dank „nicht nur für den Vortrag, sondern auch für die klaren Worte und den Appell“ dazu, das Gehörte zu verarbeiten und vor allem an die Jugend heranzutragen.

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