Übach-Palenberg - Outbaix: Stadt hat keinen Plan in der Schublade

Outbaix: Stadt hat keinen Plan in der Schublade

Von: Jan Mönch
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Diese Leuchte erinnert nicht nur an das Outbaix, sondern auch an die Zeit, als die Lokalität noch Tatort hieß – was den WDR aufgrund einer gleichnamigen Fernsehproduktion bekanntlich zu allgemein als peinlich empfundenen juristischen Schritten bewegte. Foto: Jan Mönch

Übach-Palenberg. In den sozialen Netzwerken verbreitete die Kunde sich am Montag wie ein Lauffeuer: Die Immobilie Stadionstraße 22 hat mit der Stadt Übach-Palenberg einen neuen Besitzer. Und weil in dem unscheinbaren Gebäude bis 2013 das Outbaix betrieben wurde, ließ die Neuigkeit Spekulationen ins Kraut schießen, ob vielleicht, man darf ja hoffen, mit einer Rückkehr des legendären Musikclubs zu rechnen sei.

Im Handumdrehen hatte sich auch eine Facebook-Gruppe mit dem Titel „Das Outbaix darf nicht sterben“ gegründet, die binnen weniger Stunden auf immerhin deutlich über 200 Mitglieder kam. „Wir bitten um Eure Beiträge, Vorschläge, Fotobeiträge und vor allem um Gründe, warum das Outbaix aus Übach-Palenberg nicht wegzudenken ist. Diese werden wir dem Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg zukommen lassen“, heißt es da.

Die Beteiligung an der Versteigerung wirft natürlich die Frage auf, warum die bekanntlich verschuldete Stadt überhaupt Geld für das Outbaix in die Hand genommen hat. Denn auch wenn der Verkehrswert auf 200.000 Euro taxiert wird, also deutlich über dem Kaufpreis liegt, bleiben 120.000 Euro ja doch 120.000 Euro.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch machte am Dienstag deutlich, dass die Stadt zunächst mal einen guten Kauf gemacht habe. Denn das Grundstück von 4000 Quadratmeter befinde sich inmitten städtischen Gebiets, wodurch nun eine Lücke geschlossen worden sei.

Vor allem aber habe die Verwaltung die Sorge gehabt, dass die relative Abgeschiedenheit „Vereinigungen und Clubs aus dem rechtsradikalen Milieu“ zu einem Kauf bewegen könnte. Seiner Verwaltung, so Jungnitsch, seien entsprechende Gerüchte zugetragen worden.

Was mit dem Outbaix nun geschehen wird, kann Jungnitsch noch nicht konkret sagen. „Ich habe keinen fertigen Plan in der Schublade.“ Die Spekulationen, die sich nun bereits um die Zukunft des Outbaix ranken, sind demnach weder völlig falsch noch völlig richtig.

In der Tat, Gerücht Nummer eins, bestehe eine Möglichkeit darin, dass die Stadt das Outbaix nutzt, um ihren „sozialen Verpflichtungen“ nachzukommen. Sprich: Das Gebäude würde zur Unterkunft für Obdachlose oder Asylbewerber umfunktioniert.

„Mittelfristig denkbar“ sei aber auch, Gerücht Nummer zwei, das Gebäude abzureißen und das Grundstück als Baugebiet auszuweisen. Dies würde insofern Sinn machen, dass sich in unmittelbarer Nähe das Neubaugebiet Beyelsfeld befindet.

Zu guter Letzt wollte Jungnitsch aber auch die Möglichkeit, dass in der Stadionstraße irgendwann wieder Live-Musik gespielt wird, nicht für ausgeschlossen erklären.

Fraglich ist allerdings, ob sich hier ein Pächter fände – denn erstens ist die Immobilie laut einem Gutachten in „verwahrlostem Zustand“, und zweitens hat sich ja auch vor der Versteigerung niemand zu erkennen gegeben, der im Outbaix erstens noch ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell sieht und zweitens über das nötige Kleingeld verfügt.

Kurzum: nichts ist undenkbar, nichts ist beschlossen.

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