Osteraktion beim VfL Übach-Boscheln hat einen ernsten Hintergrund

Von: mabie
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Jugendleiterin Roswitha Weidenhaupt vom VfL Übach-Boscheln packt an und backt bei der Osteraktion an der Glück-Auf-Kampfbahn auch selbst Waffeln. Hier geht es um den Zusammenhalt über den sportlichen Faktor hinaus. Foto: Markus Bienwald
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Kleine Erfolge für strahlende Gesichter gab es auch auf der Mini-Bowlingbahn in Boscheln anlässlich des Oster-Erlebnistages einzustreichen.

Übach-Palenberg. Stolz sind sie, die Damen und Herren, die seit jeher das Banner des VfL Übach-Boscheln hochhalten. Das waren früher die Bergleute, das sind heute die „Siedler“, die in dieser Ecke der Stadt Übach-Palenberg das Herz für Boscheln schlagen lassen. Leicht abzulesen ist dies beispielsweise im Vereinsheim an der „Glück-Auf-Kampfbahn“.

Denn dort weisen meist in schwarz und weiß gehaltene Fotos, Zeitungsausschnitte und Texte auf die erfolgreiche Vergangenheit dieses Traditionsklubs hin.

Doch derzeit gibt es einen echten Einschnitt, wie Jugendleiterin Roswitha Weidenhaupt erzählt. Sie backt an diesem Samstagnachmittag leckere Waffeln, kümmert sich um das Kuchenbüffet und sammelt Geld für Getränke zum Selbstkostenpreis ein.

„In Zeiten des High Tech ist das Vereinsleben ein wenig den Bach heruntergegangen“, sagt Roswitha Weidenhaupt. Und sie weiß, wovon sie spricht, denn sie ist schon seit 1996 in der Vereinsleitung aktiv, war davor begeisterte Fußballerin und machte nur in den vergangenen zwei Jahren aus beruflichen Gründen eine Pause.

Rund 170 aktive Spieler in allen Jugendklassen waren es noch 2010, heute, drei Jahre später, hat sich die Zahl der Aktiven auf etwas mehr als 40 verringert. „Es sieht böse aus“, nimmt Roswitha Weidenhaupt kein Blatt vor den Mund und sagt im gleichen Atemzug, dass ihr Herz immer für den VfL geschlagen habe. „Vom Mädchen an, habe ich bei diesem Verein mein Herz verloren“, sagt die Jugendleiterin mit einem vielsagenden Lächeln. Auch darum wäre es für sie eine Katastrophe, wenn der Verein noch mehr Aktive verlöre.

Ein Problem, das sie ausmacht, ist die heutige technisierte Welt, in der Kinder die heimischen vier Wände immer weniger oft verlassen. „Es geht nicht immer nur darum, weit weg zu fahren, um etwas zu erleben“, unterstreicht sie, „und Fernsehen ist auch nichts“, macht sie klar. Viel mehr genießt sie die strahlenden Kinderaugen, die auch an diesem zwar kalten, aber schönen Nachmittag am Fußballplatz zu sehen sind.

Kontakte auch halten

Da werden gemeinsam Eier für das Osterfest bemalt, wird das riesige „Vier gewinnt“ immer wieder neu bestückt oder werden die Kegel auf einer angemieteten Mini-Bowlingbahn gekonnt umgeworfen. „Wenn wir in die Augen der Kinder sehen, wissen wir, dass es sich wieder gelohnt hat“, freut sich Roswitha Weidenhaupt.

Genau diese glücklichen Kinderaugen sind für sie auch der Schlüssel zum Interesse bei den Eltern. Zwar würden die Kinder immer gebracht und auch pünktlich wieder vom Spiel oder Training abgeholt. Was der Jugendleiterin aber fehlt, ist ein Stück mehr Interesse für den Verein. Sich die Zeit nehmen, vielleicht auch mal beim Training dabei zu sein, den persönlichen Kontakt zu Betreuern und Vereinsvertretern aufbauen und halten, und sich am Ende des Tages vielleicht auch einmal selbst einbringen. Das sind Ziele, die Roswitha Weidenhaupt an diesem Osternachmittag auch verfolgt.

„Mit so einer Osteraktion zeigen wir als Verein, dass es um viel mehr als nur den Fußball geht“, ist sich die erfahrene Vereinspädagogin sicher, „hier geht es um erlebte Gemeinschaft“. So könnten auch Geschwisterkinder mit einbezogen werden, wobei sie sagt, dass es hier nicht allein um Fußball oder den VfL Übach-Boscheln geht. „Es muss nicht unbedingt der Fußball sein“, sagt sie. Wichtig sei, dass Kinder wie Eltern die Gemeinschaft im Vereinsleben erleben und leben. „So können die, die heute hier waren, sicherlich von sich behaupten, dass es zwar kalt war, wir aber alle zusammen zwei oder drei tolle Stunden miteinander erlebt haben“, bilanziert Roswitha Weidenhaupt.

Und während die fleißigen Aktiven der Damenmannschaft schon gut 50 Eier in der Platzanlage versteckt haben und sich schon auf die Kinder freuen, wenn sie ihre prall mit Süßem bestückte Ostertüte erhalten, schenkt Roswitha Weidenhaupt noch heißen Kaffee ein. Gegen die Kälte und für das wärmende Miteinander.

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