Organist Karl-Heinz Houscheid geht in den Ruhestand

Von: Andrea Schever
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Tritt nach 45 Jahren Dienstzeit in Übach-Palenberg und der GdG Geilenkirchen in dieser Woche offiziell in den Ruhestand: der Organist Karl-Heinz Houscheid. Foto: Andrea Schever

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Wenn die Orgelpfeifen erklingen, der Bass im ganzen Körper summt und in St. Willibrord Teveren Mendelssohns Hochzeitsmarsch ertönt, dann konnte bisher nur Karl-Heinz Houscheid derjenige sein, der die schwarz-weiße Tastatur des gewaltigen Instruments bedient. Doch nach 45 Jahren Dienstzeit in Übach-Palenberg und der GdG Geilenkirchen tritt der Organist in dieser Woche offiziell in den Ruhestand.

Hunderte von Hochzeiten, Kommunionsfeiern und Taufen hat er im Laufe dieser Jahre begleitet und ging immer in seiner Tätigkeit auf. Auf die Frage hin, wie er zu diesem Berufswunsch kam, erinnert er sich an seine Kindheit: „Schon als Messdiener hatte ich einen heißen Draht dazu. Mein Vater war nebenamtlicher Organist und nahm mich ein paar Mal mit.“ Dann ging alles seinen Weg: Mit zwölf Jahren hatte er den ersten Klavierunterricht und ihm wurde klar, dass er diese Richtung einschlagen möchte.

Nach Palenberg kam der gebürtige St. Vither 1970. Unmittelbar nach dem Erhalt des B-Examens der Kirchenmusik im Gregorius-Haus in Aachen fing er an, die Gottesdienste in den Gemeinden musikalisch zu gestalten. Ebenso übernahm er dort die Leitung des Kirchenchors und den Küsterdienst. Zu den Highlights seiner Chorleiterzeit in St. Theresia gehört wohl das große Mozart-Konzert 1993 und die gemeinsame Konzertreise nach Österreich mit dem Chor Teveren, den er seit 1989 leitete. Mit diesem und vielen weiteren Auftritten feierte Karl-Heinz Houscheid Erfolge und begeisterte in dieser Zeit zahlreiche Männer und Frauen für die Musik in kirchlichen Messen.

Ab 1997 wechselte Houscheid dann in das Organisten-Amt für die GdG Geilenkirchen. Bei bis zu sieben, jeweils bereits Wochen vorher geplante Messen in einer normalen Woche, legte er zwischen Gillrath, Teveren, Tripsrath, später auch Grotenrath und Hünshoven, so manche Kilometer zurück. Doch da es „zum ganz normalen Ablauf gehört hat“, habe es ihm dennoch immer Spaß bereitet. Die vielen geschlossenen Gemeinschaften und Freundschaften haben ihn immer „voll erfüllt“. Dankbar ist er auch für das gute Verhältnis zu den Geistlichen, mit dem seine Dienstzeit beschieden war.

Besonders gerne spielt Houscheid auf der Orgel in der St. Willibrord Kirche Teveren. Beim 2014 renovierten Instrument kann er buchstäblich „noch alle Register ziehen“: Während andere Orgel-Klänge in der Regel per Knopfdruck beeinflusst werden, zieht er dort noch an runden Holzknöpfen, um den richtigen Klang für die gewünschten Lieder zu erzeugen. „Diesen Rosenkranz“, er deutet auf die schwarzen Perlen und das Kruzifix, die dort hängen, „lasse ich aber hängen. Der ist von meinem Vorgänger und irgendwie gehört er hier zur Orgel dazu.“

Über die Jahre hinweg hat er „seine“ Gemeinden auch kennen und unterscheiden gelernt: „Jede Gemeinde ist anders, bei manchen muss man langsamer werden, andere singen schneller.“ Er grinst ein wenig: „Und man merkt es schon beim ersten Lied, wenn einmal Sänger aus anderen Chören zu Besuch sind“, das höre Karl-Heinz Houscheid dann bis auf die Orgelbühne hinauf.

Über sein Gefühl, dass die Kirchenmusik in Zukunft immer mehr an Bedeutung verlieren wird, und die Tatsache des immer näher rückenden Priestermangels vermeidet er bisweilen nachzudenken. Das Szenario, dass „die Orgel irgendwann von Band kommt“ – wenn denn überhaupt noch regelmäßig Messen stattfinden werden – graust ihn. In solchen Momenten erinnert er sich lieber an die ihm sichtlich ans Herz gehenden Erlebnisse mit den Chören und Kindergärten, die er wöchentlich zum gemeinsamen Singen besuchte.

Doch auch nach 45 Jahren und unzähligen Stunden des Orgel- und Klavierspielens pflegt er eine Routine stets: „Ich übe noch immer, das gehört einfach zum Wochenablauf dazu.“ Natürlich gönnt er sich neben der vielen Arbeit auch Zeit für sich und schafft es regelmäßig zu schwimmen, Rad zu fahren und zu gärtnern. Eine „bittere Pille“ räumt er jedoch ein. „Wenn ich dann an Heiligabend fünf Metten hintereinander gespielt habe, blieb für die eigene Weihnachtsfeier zu Hause mit den Kindern meist nur noch wenig Zeit“, sagt Houscheid.

Auch wenn er nach eigenen Angaben gerne im Hintergrund steht und er keine große Abschiedsfeier wollte, freut er sich dennoch über eine solche ihm bevorstehende Geste. Diese feierliche und offizielle Verabschiedung von Organist Karl-Heinz Houscheid findet am kommenden Freitag, 13. März, ab 18 Uhr, in der Pfarrkirche St. Mariä Namen in Gillrath statt. Im Anschluss an diese von ihm und Leo Jansen (Trompete) gestalteten Messe ist noch ein geselliges Beisammensein im Haus Vossen geplant.

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