Geilenkirchen - Oft hilft nur noch die „Super Nanny”

Oft hilft nur noch die „Super Nanny”

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
jugendbild
Birte Kaup, Wilfried Schulz und Sonja Winzen (von links) präsentieren das Begrüßungspaket für Familien mit Neugeborenen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Im Jahre 2006 ist der politische Wille deutlich geworden: Neben den städtebaulichen und wirtschaftlichen Angelegenheiten sollte die Verwaltung auch die sozialen Angelegenheiten, hier besonders die Jugendhilfe, in die Hand nehmen und aktiv gestalten.

Deshalb wurde zum 1. Januar 2008 ein eigenes Jugendamt eingerichtet. Dass diese Trennung vom Kreis Heinsberg eine richtige Entscheidung war, die wider Erwarten keinen Cent mehr kostet, aber mehr Leistung für die Bürger bedeutet, unterstreicht Wilfried Schulz, Leiter des Geilenkirchener Jugendamtes. Eineinhalb Jahre nach der Gründung dieses Amtes zieht er eine Bilanz.

Dabei weist Schulz auf die hohe Verantwortung hin, die eine Stadt mit einem eigenen Jugendamt auf sich lädt. „Das geht bis ins Strafrecht hinein”, sagt er. Und er erinnert an die Kosten, die bei der Hilfe für Erziehung überdurchschnittlich hoch ausfiel: „Ein Drittel der Kosten des Kreisjugendamtes entfielen auf Geilenkirchener Fälle, während der Bevölkerungsanteil am Jugendamtsbezirk ein Viertel ausmachte. Danach musste ein eigenes Jugendamt für die Stadt teurer sein, als die Jugendamtsumlage zu zahlen”, blickt er auf die Zeit der Diskussion zurück.

Die Befürchtungen von Mehrkosten im sechsstelligen Bereich aus dem Jahre 2006 sind nicht eingetreten. Zwei Millionen Euro zahlt die Stadt Geilenkirchen heute für die Hilfe zur Erziehung, 1,5 Millionen steckt sie in die Kindergärten, die weiteren Kosten des städtischen Jugendamtes belaufen sich auf eine Million Euro.

Und genau diese Summe von 4,5 Millionen Euro kann die Stadt Geilenkirchen heute einsparen, weil sie keine Jugendamtsumlage an den Kreis Heinsberg mehr abführen muss. Dafür haben die städtischen Mitarbeiter nicht mehr lediglich eine „Feuerwehrfunktion”, also wenn das Kind förmlich in den Brunnen gefallen war, sondern können präventiv arbeiten und mit offenen Augen und Ohren durch „ihre” Stadt gehen.

Wilfried Schulz unterstreicht die Bedeutsamkeit der Hilfe zur Erziehung. Je nachdem, in welchem Maße eine Familie mit der Erziehung der Kinder überfordert ist, kann eine Unterbringung im Heim oder in einer Pflegefamilie erfolgen. Und dann gibt es die „Super Nanny”, die ambulante sozialpädagogische Familienhilfe, die bei der Erziehung und Versorgung der Kinder hilft, sei es beim Umgang mit Geld, beim Kochen oder Einkauf. „Und manchmal fehlt in Familien einfach nur eine männliche Identifikationsfigur. Alleinerziehenden Müttern fehlt der Mann im Haus. Dann kümmern sich unsere Sozialpädagogen um die Jugendlichen, starten Unternehmungen und sportliche Aktivitäten und beäugen kritisch deren Freunde”, sagt der Jugendamtsleiter.

In den vergangenen eineinhalb Jahren ist es den 17 Mitarbeitern des städtischen Jugendamtes gelungen, sich bei Schulen, Kindergärten, Beratungs- und Förderstellen, den Kleinen Offenen Türen, bei Kinderärzten und Hebammen bekannt zu machen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert