„Ökologische Stadtentwicklung“ findet keine Freunde

Von: Jan Mönch
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Übach-Palenberg. Rein formal betrachtet bekam Alf-Ingo Pickartz das, was er wollte, nämlich dass sein eigener Antrag in den Fachausschuss verwiesen wurde. Alle Fraktionen stimmten dem am Dienstag in der Ratssitzung zu.

 Die schon bei dieser Gelegenheit getätigten Äußerungen der politischen Konkurrenz dürften den Fraktionsvorsitzenden der SPD mit Blick auf den Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung, wo nun also irgendwann über seinen Antrag diskutiert und beschieden werden wird, jedoch kaum optimistisch gestimmt haben.

Pickartz, der sich in den politischen Gremien schon öfters als Naturfreund zu erkennen gegeben hat und nun Fraktionsvorsitzender ist, hatte einen großangelegten Plan zur „ökologischen Stadtentwicklung“ ins Gespräch gebracht. Dieser würde beispielsweise ein Baumkataster, Schulungen der Bauhofmitarbeiter oder auch eine enge Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen umfassen. Gerhard Gudduschat, Fraktionsvorsitzender der CDU, bemerkte mit kaum zu überhörender Ironie, dass ihm die Idee, Baumkletterer einzusetzen, gut gefallen habe. „Vielleicht wäre das ja eine schöne aufgabe für Sie, Herr Pickartz.“

Der Antrag war auch eine Reaktion auf die in Übach-Palenberg geübte Praxis, Bäume aus Kostengründen so stark wie möglich zurückzuschneiden. Die Stadtverwaltung verwahrte sich im Verlauf der Ratssitzung gegen die Behauptung, es werde „unsachgemäß“ zurückgeschnitten. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (CDU) erinnerte außerdem daran, dass er selbst Nabu-Mitglied sei.

Doch nicht nur die CDU hatte erkennbar Schwierigkeiten mit den Vorstellungen der SPD. „Selbst wir hätten dem in dieser Form nicht zugestimmt, obwohl es uns natürlich freut, dass die SPD ihre grüne Seele entdeckt hat“, machte Rainer Rißmayer, Fraktionsvorsitzender der Grünen, ebenfalls mit ironischem Unterton deutlich. Zunächst einmal sei beispielsweise zu klären, ob die Vorschläge sich mit dem Flächennutzungsplan vereinbaren lassen.

Corinna Weinhold, die Fraktionsvorsitzende der UWG, erinnerte schließlich an die bedingt durch den Stärkungspakt personell geschrumpfte Stadtverwaltung. Der mit dem Antrag verbundene Aufwand sei in keiner Weise zu rechtfertigen.

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