Nur zwei Mitglieder erscheinen zu Versammlung der Jungen Union

Von: Jan Mönch und Markus Bienwald
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Sascha Ohlenforst bleibt Vorsitzender der Gangelter Jungen Union, seine neue Stellvertreterin (links) heißt Katharina Jansen. Die Auszählung der Stimmen nahm wenig Zeit in Anspruch, denn es kamen ganze zwei Mitglieder ins Haus Hamacher. Dagmar Ohlenforst ist Vorsitzende der Frauen Union und war als Versammlungsleiterin vor Ort. Auf dem Bild fehlt Beisitzer Christian Conzen. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Es ist noch keine anderthalb Jahre her, da standen die Zeichen bei der Gangelter Jungen Union (JU) auf Neuanfang. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, und der gab als eines seiner Ziele aus, die Mitglieder zum Mitmachen zu motivieren. Das war im Oktober 2015.

Das mit dem Mitmachen, man kann es nicht anders sagen, hat offenbar nicht besonders gut geklappt, wie sich bei der Mitgliederversammlung diese Woche zeigte. Der Termin fand am Dienstag im Haus Hamacher statt, und von den immerhin 35 Mitgliedern, die die Junge Union in Gangelt hat, erschienen ganze zwei.

Die „Versammlung“ – das Wort darf man hier wohl in Anführungszeichen setzen – war dennoch beschlussfähig. Die beiden Anwesenden hießen Sascha Ohlenforst und Katharina Jansen, und die wählten dann Sascha Ohlenforst zum Vorsitzenden und Katharina Jansen zur Stellvertreterin. Allerdings brauchte man noch irgendeinen Beisitzer. Christian Conzen wurde vom Hause Hamacher aus angerufen und gefragt, ob er das nicht werden wolle. Conzen wollte.

Der Verlauf des Termins war gerade für eine Gemeinde mit einer so starken christdemokratischen Tradition wie Gangelt bestürzend. Und wenn man sich im Internet so umsieht, das ja sozusagen als digitale Heimat der Jungen betrachtet wird, stellt man fest, dass die Jungen den Alten wenig vormachen, wenn es um Gangelts JU geht.

Auf der Homepage geht es unter „Aktuelles“ aus irgendeinem unerfindlichen Grund immer nur um die JU Hückelhoven. Und auf der eigenen Facebook-Präsenz stammen die aktuellsten Beiträge aus den Jahren 2012 und 2013 nach Christus. In einem davon geht es um die Benennung einer Straße in Birgden nach Alt-Bürgermeister Heinrich Aretz. Nun ja.

Dass es bei der Gangelter JU nicht so läuft, ist nichts Neues und wird in Reihen des Mutterverbands auch schon seit langem offen angesprochen. Schon im April 2015 krisitierte der Gemeindeverbandsvorsitzende Dr. Heiner Breickmann in einem Interview mit unserer Zeitung, dass die JU praktisch nur auf dem Papier vorhanden sei. Bei der eingangs genannten Versammlung ein halbes Jahr später wünschte Breickmann sich dann ausdrücklich „keine Karteileichen“, sondern „frischen politischen Wind“. Gebracht hat es bislang offenbar nichts.

Am Tag nach der aktuellen Versammlung warb Breickmann ein Stück weit um Verständnis. Es sei heutzutage bekanntlich nicht leicht, Studium, Job und eben ehrenamtliche Tätigkeiten unter einen Hut zu bringen. Bei der Versammlung – Breickmann wohnte dieser ebenfalls bei – habe man aber auch darüber gesprochen, dass es so nicht weitergehen kann. Katharina Jansen als neue Stellvertreterin werde dazu hoffentlich beitragen können. Wenn alles nicht helfe, müsse man aber vielleicht auch über eine Fusion mit der JU der Gemeinde Selfkant nachdenken. Eine Fusion? Das kennt man auch von Fußballvereinen mit Nachwuchssorgen.

Unabhängig von der JU stellte Breickmann aber auch fest, dass es generell schwierig sei, Mitglieder zum Mitmachen zu motivieren. „Wenn zur Sitzung des Gemeindeverbandes von 170 bis 180 Mitgliedern 30 kommen, dann bin ich schon zufrieden“, sagte Breickmann. „Die große Masse ist leider völlig inaktiv, das gilt auch für andere Verbände und für Vereine.“

Liegt es vielleicht auch daran, dass die jungen Leute in Gangelt den Eindruck haben, nichts bewegen zu können, weil am Ende die alte Garde – also die Breickmanns, die Milthalers oder die Aretze – doch alles unter sich ausmachen? Breickmann gibt zu, dass der Nachwuchs das mitunter so sieht, schließt dies für die Gangelter CDU aber aus. In den oberen Altersklassen würden sich in den kommenden Jahren noch einige Altgediente aus dem aktiven Geschäft zurückziehen. „Ich sage den jungen Leuten: Wenn ihr bei uns was werden wollt, könnt ihr von 0 auf 100 durchstarten, es war noch nie so einfach.“

Das klingt doch mal nach einem echten Angebot.

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