Nur eine Praxis ist für Versorgung der Bevölkerung nicht akzeptabel

Von: g.s.
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Fast alle vorbeikommenden Menschen leisteten auf dem Marktplatz ihre Unterschrift für den Erhalt der Notfallpraxis in Geilenkirchen. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Nach den Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) sollen zahlreiche Notfallpraxen geschlossen werden. Auch zwei der drei Praxen im Kreis Heinsberg könnten vor dem Aus stehen. Nach den Plänen der KVNO soll nur die Anlaufstelle in der Kreisstadt Heinsberg bestehen bleiben.

Vor Ort wird um den Erhalt der Notfallpraxen gekämpft. So werden in den Notfallpraxen in Erkelenz und Heinsberg von den Teams der Praxen Unterschriften gesammelt zur Unterstützung für ihr Anliegen unter der Botschaft: „Nur eine Notfallpraxis im Kreis Heinsberg reicht nicht aus!!!“ Und auch in Geilenkirchen regt sich Widerstand gegen die KVNO-Pläne.

Das Konzept der Kassenärztlichen Vereinigung lässt auch die Einrichtung von Dependancen offen, was bedeuten würde, dass neben einer „Hauptstelle“ auch eine oder zwei Zweigstellen betrieben werden könnten. Zudem sieht das Konzept einen Fahrdienst vor, um den Verlust einer ortsnahen Praxis zu kompensieren.

Die Im Rat der Stadt Geilenkirchen vertretenen Fraktionen haben bereits eine Resolution bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und der Ärztekammer Nordrhein eingereicht, mit dem Ziel, die Notfallpraxis am Geilenkirchener Krankenhaus beizubehalten. Die Reduzierung auf nur eine Notfallpraxis im Kreis sei für die Versorgung der Bevölkerung untragbar und nicht akzeptabel, weil es sich um einen Flächenkreis handele.

Von dem zu befürchtenden Verlust des notfallärztlichen Standorts Geilenkirchen seien besonders ältere und schwache Menschen betroffen. Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des fehlenden ÖPNV-Angebotes zu Nachtzeiten und am Wochenende sei es vielen Menschen dann nur noch schwer möglich, die einzige Notfallpraxis in Heinsberg aufzusuchen.

Dies sahen am Freitag viele Menschen auf dem Marktplatz in Geilenkirchen genauso. Hier sammelten Jürgen Benden und Uwe Eggert von Bündnis 90/Die Grünen Unterschriften für den Erhalt der Notfallpraxis in Geilenkirchen. Auch die im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen unterstützen die Unterschriftensammlung.

Der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste, Christian Kravanja, hat ebenfalls einen Offenen Brief an die Vereinigungen verschickt und diese aufgefordert, die Notfallpraxis in Geilenkirchen zu erhalten. Kravanja hofft, dass gemeinsam und parteiübergreifend durch die Summe aller durchgeführten Aktionen eine Schließung der Notfallpraxis verhindert werden kann.

Lange Wege kaum zumutbar

Bis auf wenige Ausnahmen leisteten alle Wochenmarktbesucher am Freitag ihre Unterschrift. „Wie soll ich mit dem Fahrrad nach Heinsberg kommen, wenn es mir schlecht geht?“, bringt es Rentner Werner Meyer auf den Punkt. Auch viele andere waren sich einig, dass es für nicht mobile und ältere Menschen kaum zumutbar sei, lange Wege zur Notfallpraxis zurückzulegen.

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