NRW-Innenministerium: Weniger Polizei für Volksfeste

Von: alba
Letzte Aktualisierung:
8692421.jpg
Schutzmann der humorigen Art: Dittmar Kolmer in seiner Rolle als „Bolizist“ beim Umzug in Scherpenseel. Anders als in Geilenkirchen oder Immendorf überwacht hier keine echte Polizei das Treiben. Foto: M. Bienwald

Geilenkirchen. Nach dem Fußball jetzt das Brauchtum – das NRW-Innenministerium plant offenbar, auch für Volksfeste wie dem Karneval weniger Polizeikräfte abzustellen. Veranstalter in der Region fürchten sich kaum vor diesem Vorhaben, weil ihre Umzüge ohnehin nur mit Minimalaufwand oder gar nicht von der Polizei begleitet werden.

Sie verweisen auf vorhandene Strukturen mit eigenen Sicherheitskräften, die ohnehin behördlich vorgeschrieben sind. Der eine oder andere hadert aber mit Auflagen, die es zu erfüllen gilt.

„Für uns spielt die Präsenz der Polizei nur eine untergeordnete Rolle, weil wir einen kleinen Umzug organisieren“, sagt Norbert Hermanns, Vorsitzender der Immendorfer Karnevalsgesellschaft „Lott se loope“. Beim Zug sei regelmäßig ein Beamter im Einsatz, „zu dem wir ein vertrauensvolles Verhältnis haben“.

Der Polizist sei nur dann gefragt, wenn es um Straßensperrungen geht, beim Immendorfer Zug betreffe dies eine Kreisstraße, sagt Hermanns. „Solange unsere eigenen Kräfte nicht die Erlaubnis haben, die Straße zu sperren, sind wir für die Präsenz des Beamten dankbar. Ansonsten müssten wir den Zugweg ändern.“

Willy Jabusch, Präsident des Geilenkirchener Karnevalsvereins, kann sich nicht vorstellen, dass die minimale Präsenz beim Umzug in der Stadt wackeln könnte: „Bei uns fährt immer ein Polizeiwagen an der Spitze, und den wird man wohl kaum abziehen.“ Jabusch sieht ein anderes Problem: „Wir haben mehr mit den sonstigen Auflagen zu kämpfen.“ Absperrungen an der Straße, Begleitpersonal für die Wagen – „wir kommen da langsam an die Grenze des Machbaren.“

Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken verweist auf „örtliche Notwendigkeiten“, was die Polizeipräsenz angeht. „Wo es Straßen zu sperren gibt, werden auch Beamte eingesetzt, die dann natürlich den gesamten Zug begleiten“, sagt Frenken und verweist auf die „Hoheitsgewalt“ in Sachen Sperrungen.

Notwendigkeiten, die Rainer Offermanns von der Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaft nicht kennt: „Wir haben eine Zugstrecke, die Sperrungen nicht nötig macht. Womöglich haben es die kleinen Umzüge auch etwas leichter als die großen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert