Norman Langen nimmt ein Bad in der Sonne und in der Menge

Von: Franz Windelen
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Ex-DSDS-Kandidat Norman hatte für seine Fans jede Menge Autogramme zu schreiben. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Meine Kollegin traut sich nicht zu fragen. Aber sind Sie nicht der...?” Er ist es leibhaftig, und er genießt den sonnigen Frühlingsmontagmorgen auf der Außenterrasse eines Cafés, mitten in der City. Die Passantin hat richtig gesehen.

Norman Langen, der ausgeschiedene DSDS-Schlageronkel aus Übach-Palenberg, zeigt sich, in Begleitung von Stiefvater Kalle Gudduschat, dem Geilenkirchener Fußvolk, das den gestrauchelten Superstar hinter seiner dicken Sonnenbrille und ohne die Glitterklamotten der DSDS-Bühne nur allmählich erkennt.

Für das leckere Frühstück, das Kellnerin Hana aufträgt, bleibt genügend Muße. Norman schlürft am Kaffee, pellt mit den Fingern die Schale vom Ei und beißt mit Appetit in sein Käsebrötchen, zwischendurch nippt er am Orangensaft - und hat noch Zeit für ein spontanes Gespräch. Es ist ein Morgen zum Wohlfühlen, man merkt es dem locker daherparlierenden Strahlemann an.

Nach dem gesunden Snack macht sich der 26-Jährige, der auszog, um Sänger zu werden, eine Zigarette an. „Schadet das nicht auch der Stimme?”, wundert sich der Betrachter. „Nein, das hebt den Bass”, erwidert Norman. Eher scherzhaft.

Mit der Musik, der Schlagermusik, indes meint er es nach wie vor ganz ernst. Und auch wenn er am Samstag gehen musste, war die DSDS-Staffel eine gewinnbringende Episode im noch jungen Leben des Norman Langen: „DSDS war für mich die beste Schule”, sagt er, und der Betrachter wundert sich ein weitere Mal. Wieso? „Als Newcomer in der Branche lernst du mit extremen Situationen umzugehen. Du musst Interviews geben, du musst immer gut drauf sein, du musst Stress ertragen - und du kannst deinen Bekanntheitsgrad deutlich erhöhen.”

Ja, das Prominentsein, auch das winzige Prominentsein, es reicht aus, um die Geilenkirchener Fußgängerzone aufzumischen. Allmählich pirschen sich immer mehr junge wie ältere Menschen an den Sunnyboy in der Vormittagssonne heran, sie möchten Autogramme. Norman muss seine Zigarette - die für den Bass versteht sich - endgültig beiseite legen, als auch die Pennäler der vis a vis gelegenen Schule in die Stadt strömen und eine papiergewordene Erinnerung von dem Drews/Petry/DJÖtzi-Coverfreund erhaschen wollen. Er macht dies mit einer Seelenruhe, während Vater Kalle die noch unsignierten und vorsichtshalber mal mitgebrachten Autogrammkarten in Akkordarbeit aus dem Karton fingert.

Die DSDS-Schule zeigt offenbar erste Wirkung. Eine Woche war Norman in einem Kölner Hostal interniert; als TopTen-Kandidat war er - bis zu jenem schicksalhaften Samstag - in der Kölner „Villa” in Klausur, jenem furchtbaren Ort, wo Zickenkriege und sonstige medial verwertbare Fiesigkeiten geboren werden.

„Sehr viel Menschliches ist auf der Strecke geblieben. Da hocken rund um die Uhr viele sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander. Privatsphäre und freie Zeit gab es kaum. Je emotionaler die Sache in der Villa abgeht, desto besser. Das ist nicht das realistische Leben”, resümiert der Ex-Villenbewohner mit leisem kritischen Unterton. Und Dieter Bohlen, der Poltergeist? Für ihn bricht Norman eine dicke Lanze: „Das ist ein Super-Produzent, er hat mir viele Tipps gegeben. Er hat sich allerdings nur vor den Mottoshows blicken lassen.”

Der real existierende Alltag hat ihn wieder - oder umgekehrt. Obschon er rausflog, keine Spur von Katerstimmung. Im Gegenteil: Als er ausschied, sei ein „Riesenbrocken” von ihm abgefallen. Der Erfolgsdruck sei von Show zu Show größer geworden. „Aber trotz einiger Tiefs habe ich nie an ein freiwilliges Aufhören gedacht”, gibt sich der junge Schlagerbarde kämpferisch.

Der Übach-Palenberger will die Gunst des TV-Ruhms für die Realisierung seines Lebenstraumes zeitnah nutzen. Vielleicht für einen Vertrag mit einem Produzenten. Vielleicht für Auftritte in der Region. Vielleicht für Shows auf Mallorca.

Norman weiß es noch nicht. Zusammen mit Vater Kalle Gudduschat will er seine Zukunft planen. Kalle ist der nimmermüde Kümmerer um den Schlageronkel herum. „Sollte eine Musikkarriere klappen, werde ich meinen derzeitigen Beruf aufgeben, wenn nicht, werde ich Betreuer im Demenzheim Pro 8 bleiben”, behält Norman Bodenhaftung.

Vater Kalle Gudduschat sonnt sich an diesem Montagmorgen - auch ein wenig im TV-Glanz seines Sohnes, der derweil schreibt und schreibt und schreibt. Ein wichtiges Etappenziel ist für ihn erreicht: „Von 35.000 Bewerbern ist Norman Siebter geworden. Er hat fünf Auftritte im Fernsehen gehabt. Das ist schon ein Traum.” Kalle ist froh, dass sein singender Freund wieder zu Hause ist: „Norman ist ein Familienmensch.” An diesem herrlichen, länger und länger werdenden Frühstücksmorgen in Geilenkirchen ist er allerdings prominentes Allgemeingut.
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