Norma Kuhlmey kämpft für den Erhalt der Stadtbücherei

Von: Markus Bienwald
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Sie steht möglicherweise vor dem Aus: Die Übach-Palenberger Bücherei könnte in diesem Jahr geschlossen werden. Foto: Markus Bienwald
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Kämpft für den Erhalt der Stadtbücherei: Norma Kuhlmey Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Engagierte Genossin, Kämpferin für das Wohl von Menschen mit Handicap und immer mit deutlicher Stimme sprechend: dafür ist Norma Kuhlmey bekannt. Der SPD-Stadtverband Übach-Palenberg gab ihr nun bei seinem jüngsten Neujahrsempfang im Mehrgenerationenhaus (MGH) am Palenberger Bahnhof die Chance, einen energischen Aufruf zur Rettung der Stadtbücherei abzusetzen.

Zur Erinnerung: Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hatte vor nicht einmal zwei Wochen beim als Neujahrsempfang der Stadt Übach-Palenberg genutzten Bürgerempfang im Pädagogischen Zentrum (PZ) die Schließung der Bücherei in Aussicht gestellt. Mit der Haushaltsplanung hat die Einrichtung ihr Verfallsdatum ins Buch geschrieben bekommen. „Ob noch eine andere Lösung möglich ist, muss letztendlich im Rat diskutiert und dort letztendlich entschieden werden“, sagte Jungnitsch in seinem Rück- und Ausblick am Jahresanfang. Das wollte Norma Kuhlmey nicht unkommentiert lassen. „In den Städten um uns herum werden die Büchereien ausgebaut und mit neuen Medien, beispielsweise auch in Blindenschrift, ausgestattet. Warum nicht bei uns?“, fragte sie in die Runde der gut 120 Anwesenden.

Der Bürgermeister habe schließlich in seinem Ausblick auf das anstehende Wirtschaftsjahr betont, dass die Stadt finanziell aufstrebend sei. „Da kann ich einfach nicht glauben, dass kein Geld für die Bücherei da sein soll“, gab Kuhlmey zurück.

Vor dem Hintergrund, dass „Strafgelder im Hunderttausender-Bereich“ bezahlt würden, sei das unglaubwürdig. „Da wird man doch wohl nachfragen können, ob für die Bücherei nichts mehr übrig ist“, formulierte sie es. Es gebe dringenden Erklärungsbedarf. Handlungsbedarf sieht Norma Kuhlmey auch: Sie will versuchen, die Politiker aller Couleur auf ihre Seite zu bringen: „Darum fordere ich die gewählten Vertreter aller Fraktionen auf, sich vehement für den Erhalt der Bücherei einzusetzen“.

Aktionen zum Erhalt der Bücherei hat es in den vergangenen Jahren schon einige gegeben, so die Gründung des Fördervereins und eine Unterschriftensammlung. Im Mai 2014 wurden Bürgermeister Jungnitsch über 1750 Unterschriften zum Erhalt der Einrichtung überreicht. „Wir brauchen die Stadtbücherei nicht zu schließen, wenn wir über einen Verein oder Ähnliches Geld generieren“, sagte der Verwaltungschef damals. Das scheint nicht gefruchtet zu haben, und so scheint das Ende der Bücherei beschlossen zu sein.

Das ist aber etwas, mit dem sich Norma Kuhlmey überhaupt nicht anfreunden will. „Heute ist es wichtiger denn je, dass vor allem unsere Kinder Zugang zu Büchern bekommen“, sagte sie. Der Beitrag einer Stadtbücherei gehe aber noch darüber hinaus, denn nicht jeder könne sich neue Bücher leisten, so Kuhlmey weiter. Und für die Neubürger wäre es ein Armutszeugnis, keine Bücherei zu haben, findet sie.

Worte des Dankes gab es von ihr aber auch, und zwar für die Ehrenamtler in der Bücherei, die sich mit selbstlosem Einsatz für den Erhalt stark gemacht hätten.

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