Norbert Spinrath trifft sich mit Flüchtlingshelfern

Von: Markus Bienwald
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Bundestagsabgeordneter Norbert Spinrath (2.v.l.) traf auf Einladung des Arbeitskreises Asyl in Gangelt mit ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern zusammen. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Eine Sache war für die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer vom „Arbeitskreis Asyl“ in Gangelt klar: „Wir müssen den Leuten das Grundgesetz erklären“, sagte Gerda Piepers beim Treffen mit Bundestagsmitglied Nobert Spinrath (SPD) im Café „Altes Rathaus“ in Gangelt.

Zu berichten hatten die ehreamtlichen Helfer aus ihrem Alltag mit Flüchtlingen einiges. „Die Leute reden gerne über Religion und Politik“, erzählte Piepers, und da es das Grundgesetz inzwischen auch beispielsweise in einer arabischen Ausgabe gibt, versprach Spinrath, sich um eine Bestellung für die Flüchtlingshelfer in Gangelt zu kümmern.

Mehr als 200 Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, leben zurzeit in Gangelt. Was für sie wichtig ist – vor allem, wenn sie schon seit einiger Zeit hier sind –, das wissen die Ehrenamtler nur zu genau. „Von den Leuten geht keine Gefahr aus, die sind zufrieden“, sagt Rainer Mansel.

Problematisch werde es aber, wenn im Laufe der Zeit die Menschen immer frustrierter werden, weil beispielsweise Entscheidungen von Behörden lange Zeit in Anspruch nähmen. An diesem Punkt sei es wichtig, noch einmal über das Thema Arbeitserlaubnis nachzudenken, und vor allem über die rasche Zuteilung, war der einhellige Tenor.

Nicht unter Generalverdacht

Dass es wie im Falle des jüngst in Leipzig wegen Terrorverdacht festgenommenen Syrers zu einer Radikalisierung der Menschen an ihrem neuen Wohnort in Deutschland kommen könnte, hielt Spinrath für einen Einzelfall. „Umgekehrt spricht das aber auch gegen die Leute, die Flüchtlinge gleich immer unter Generalverdacht stellen“, sagte er in die Richtung derer, die denken, dass alle Flüchtlinge gleich auch Terrorgedanken mitbringen.

Der Syrer, der sich vergangene Woche in der Justizvollzugsanstalt Leipzig das Leben nahm und zuvor von drei Landsleuten der Polizei übergeben wurde, soll einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen geplant haben.

Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgegebene Motto „Wir schaffen das!“ stellten die Gangelter nicht in Frage. „Ich denke, dass man das schaffen kann“, meinte einer von ihnen. Was aber fehle, sei ein eindeutiges politisches Signal für eine nachhaltige Flüchtlingspolitik.

In die gleiche Kerbe schlug Spinrath. So stellte er sich eindeutig auf die Seite derer, die Integration schneller und besser nach vorne bringen möchten. Zum anderen wolle er aber auch, dass Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten, klar ist, was sie in Deutschland erwarte. „Wir müssen auch bei den Flüchtlingen die Erwartungshaltung auf ein Normalmaß zurückbringen.“

Für eine Einschränkung bei der Aufnahme spreche er sich nicht aus. Dort dürfe es keine Beschränkungen geben. „Denn an jedem Punkt Deutschlands geht es den Flüchtlingen besser als in ihrem Heimatland oder auf der Flucht.“ Aber jemand, der bleiben wolle, aber kein Deutsch lernen wolle, sei hier fehl am Platz, schloss Spinrath.

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