Noch ein letztes Alaaf: Tränenreicher Abschied

Von: agsb
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Tränenreicher Abschied der KG Scherpe-Bösch-Wenk. Mit dem Lied „Niemals geht man so ganz“ verabschieden sich die Akteure der Karnevalsgesellschaft von ihrem Publikum. Foto: agsb
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Die letzte Galasitzung wird zur emotionalen Achterbahnfahrt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Trauerschnallen ,... Foto: agsb
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... die Prinzengarde Erkelenz ... Foto: agsb
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... sowie zum letzten Mal die Ehrungen verdienter Mitglieder.
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Sitzungspräsidentin Silvia Börger kann sich genau wie die übrigen Aktiven und Besucher der Sitzung die ein oder andere Träne nicht verkneifen. Foto: agsb

Übach-Palenberg. Genau um 23.58 Uhr am vergangenen Samstag geht in Scherpenseel eine Ära zu Ende. Die Mitglieder der 1. KG Scherpe-Bösch-Wenk 1954/55 verlassen zum letzten Mal die große, karnevalistische Bühne. Beim Ausmarsch erheben sich die Zuschauer von ihren Plätzen. Es kullern Tränen.

Nicht nur den Mitgliedern der Karnevalsgesellschaft, auch dem Publikum geht dieser Abschied sehr nahe.

Schon bei der Mitgliederversammlung zu Jahresbeginn hatte die KG Scherpe-Bösch-Wenk bekannt gegeben, dass sich der Verein leider auflösen müsse (wir berichteten). Die Galasitzung am Samstag in der Mehrzweckhalle Scherpenseel ist dann auch die letzte in der 62-jährigen Geschichte der Gesellschaft. Sogar die „Aktuelle Stunde“ des WDR bleibt bis zur letzten Sekunde vor Ort und hält viele emotionale Momente für die Ewigkeit fest.

Als die Tanzgruppe der Karnevalsgesellschaft sich bei der Sitzungspräsidentin Silvia Börger verabschiedet, muss die Sprecherin abbrechen, denn die Tränen lassen ihre Stimmer versagen. Und auch als Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und das Festkomitee des Übach-Palenberger Karnevals sich verabschieden und „Danke“ sagen für eine mehr als schöne Zeit, verdrückten sich die Akteure und die Zuschauer nur mit großer Mühe ihre Tränen.

Trotz der Trauer, lassen es sich die Scherpenseeler Karnevalisten aber nicht nehmen, zu ihrer letzten Galasitzung noch einmal ordentlich zu feiern. Und so schafft es das Abendprogramm auch, die zahlreichen Gäste noch einmal richtig mitzureißen. Kai Kramosta präsentiert Comedy XXL mit Ottfried Fischer-Parodien und Geschichten. Er ist der richtige Eisbrecher dieser besonderen Galasitzung. Anschließend begeistern die Showgirls des TSV Xanadu aus Süsterseel mit einem mitreißenden Tanz. Ein Höhepunkt aus alten Scherpenseeler Karnevalstagen präsentieren die „Trauerschnallen“. Die fünf Damen plaudern den Friedhofstratsch des Ortes aus, und erzielen damit heute wie damals einen großen Lacherfolg. Dann kommt Minze (Andreas Minz aus Moers) mit seinem Karnevalsschlappohr auf die Bühne, im Handumdrehen zieht der Bauchredner das Publikum in seinem Bann und ist von Beginn an ein wahrer Renner.

Ehrungen zum letzten Mal

Im Anschluss folgt wieder für einen kurzen Moment leichter Wehmut, denn der Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG) nimmt die letzten Ehrungen in der Vereinsgeschichte vor. Beiratsmitglied Paul Schmitz-Kröll, einstiger Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg, erinnert dabei an einige gemeinsam mit der KG erlebte große karnevalistische Stunden. Karin Rommerkirchen Braun erhält den Verbandsorden des VKAG für 11 Jahre Mitgliedschaft, Käthe Rabben das Grenzlandwappen des VKAG für 22 Jahre Mitgliedschaft. Silvia Börger wird für 33 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Sie nimmt ebenfalls für ihren Gatten Manfred (wegen Krankheit abwesend) unter großen Beifall den Verdienstorden des VKAG in Gold für ebenfalls 33 Jahre Mitgliedschaft und Verdienste entgegen. Mit der Urkunde des Vereins wird abschließend Senator Hans-Peter Gatzen für 22 Jahre Unterstützung der KG ausgezeichnet.

Nach der Ehrung präsentiert die KG ihr Solotanzmariechen Yasmin Schneider. Die junge Dame macht auf jeden Fall mit dem Tanzen weiter, möchte ihr Talent auf Sitzungen und bei Turnieren weiter präsentierten. Schlabber und Latz (Bernd Horbach und Dieter Baumanns) erweisen sich als echte Vasteloovendsjecke aus dem Öcher Land – heben die gute Stimmung weiter an. Sie sorgen für einige echte Kracher, nehmen nicht nur die Nachbarn aus den Niederlanden aufs Korn, sondern blicken auch „jeck“ in die große weite Welt. Als absolutes Highlight präsentiert die KG die Prinzengarde aus Erkelenz, die i eine einzigartige Show präsentiert: Da wirbeln und fliegen die Tanzmädels nur so durch die Lüfte, dass so manchem Besucher der Atem stockt. Die Prinzengarde hat nicht umsonst den Ruf, sich nicht hinter den großen Tanzgarden aus dem Kölner und Düsseldorfer Karneval verstecken zu müssen. Für die Truppe gibt es tosenden Applaus.

Nun folgen für Sitzungspräsidentin Silvia Börger die wohl schwersten Minuten ihres närrischen Lebens. Sie bittet alle Gruppen der KG Scherpe-Bösch-Wenk noch einmal auf die Bühne, stellt sie einzeln vor und bedankt sich für ihre Darbietungen und ihr Engagement. Auch Gründungsmitglied Josef Hallen wird im Alter von 80 Jahren von der Tanzgarde zur Bühne begleitet. Josef Hallen war einst als Bütten-Ass das Aushängeschild der KG und verlässt nun gemeinsam mit seinen Freunden die große Narrenbühne.

Als das Abschiedsmotto „Niemals geht man so ganz“ erklingt, erhebt sich das Narrenvolk der Dreidörfergemeinschaft Scherpenseel/Windhausen/Siepenbusch von den Sitzen. Tränen fließen. Der Abschied tut weh - Spaß und Trauer liegen an diesem Abend sehr nahe beieinander.

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