Geilenkirchen/Übach-Palenberg - Nicht alles, was kreisrund ist, ist ein Kreisverkehr

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Nicht alles, was kreisrund ist, ist ein Kreisverkehr

Von: Carsten Rose
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Drei Verkehrsstellen, auf die Leser aufmerksam machen: In Bauchem (oben) würden Autofahrer zwei Kreuzungen für Kreisverkehre halten. Foto: Carsten Rose
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„Am Ortseingang von Frelenberg herrscht morgens Krieg“, sagte ein Leser zu unserer Redaktion.
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Eine Gefahrenstelle? Dies behauptet einer unserer Leser, Fahrlehrer Beule gibt ihm Recht.

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Infolge des Artikels vom 31. August, in dem wir Verkehrsstellen beschrieben haben, die unübersichtlich oder gefährlich sind, haben sich Leser gemeldet und auf weitere Punkte im Verkehrsnetz hingewiesen, die sie für ungünstig geplant oder gar gefährlich halten. Eine Auswahl:

Aus dem Geilenkirchener Stadtteil Bauchem berichtete ein Anwohner, dass andere Autofahrer ihm gerne winken würden – aber nicht freundlich mit der ganzen Hand, sondern wütend mit nur einem bestimmten Finger. Und das immer an den zwei gleichen Stellen: einmal an der Kreuzung Luxemburg-, Ardennen- und Flandernstraße und einmal keine 100 Meter weiter an der Kreuzung Luxemburg- und Brabantstraße. Der Grund für den Furor mancher Fahrer ist die runde Ausrichtung der Kreuzungen samt runder Bepflanzung in der Mitte. „Autofahrer denken, es sei ein normaler Kreisverkehr und missachten daher die Vorfahrtsregel“, sagte der Anwohner. Da es eine 30er-Zone ist, komme es selten zu wirklich brenzligen Situationen, aber es sei schon auffällig, wie häufig Fahrer die Stellen falsch interpretieren würden.

„Bei einem Kreisverkehr ohne Beschilderung gilt ganz normal rechts vor links. Diese Stellen sind auch beliebt für Prüfungen“, sagt Fahrlehrer Frank Beule, den unsere Zeitung vor Wochen gebeten hatte, uns unübersichtliche und gefährliche Stellen in der Umgebung zu zeigen. „Aber ob jeder andere die Regel auch kennt, das ist eine andere Frage.“

Die Stadt Geilenkirchen hält eine Änderung der Verkehrsregelung nicht für notwendig, da diese Stellen nicht für Probleme bekannt seien. „Eine Beschilderung ist aus verkehrsrechtlicher Sicht nicht notwendig. In dem gesamten Wohngebiet gilt die Regelung ,rechts-vor-links‘, und dies sollte nicht durch die Änderung der angesprochenen Kreuzungen in jeweils einen Kreisverkehr geändert werden. Die Gesamtsystematik des Gebietes würde dadurch unterbrochen“, heißt es auf Anfrage.

Eine weitere Stelle betrifft die Ortseinfahrt Nirm aus Richtung Geilenkirchen. „Es ist jedes Mal Glückssache, wenn ich dort links hoch nach Kraudorf abbiegen möchte“, sagte ein Leser. Die Linkskurve kurz hinter dem Ortseingangsschild ist sehr scharf, und da der Gegenverkehr aus Richtung Nirm um eine leichte Kurve kommt, seien entgegenkommende Autos manchmal erst spät zu erkennen – insbesondere dann, wenn sich die Fahrer nicht an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer halten würden.

Fahrlehrer Beule: „Oh ja, diese Stelle ist sehr unübersichtlich und manchmal gefährlich, vor allem für die Anwohner, die täglich mehrmals daherfahren.“ Bei Polizei und Stadt ist diese Stelle nicht als Unfallschwerpunkt bekannt (in der Statistik werden allerdings nur Unfälle mit Verletzten oder Toten geführt, keine mit reinen Blechschäden). „Die im Jahr 2015 aufgebrachte Markierung aus Richtung Kraudorf hat zur Verbesserung der Verkehrssituation beigetragen. Weitere Maßnahmen sind aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde zurzeit nicht geplant“, heißt es seitens der Stadt.

In Frelenberg hält ein Anwohner die Ortseinfahrt aus Richtung Geilenkirchen kommend für „unhaltbar“, er sagt: „Dort herrscht morgens Krieg. Das ist ein Brennpunkt, und es ist immer stressig.“ Es geht um die Schikane (Bild unten links), in die Autofahrer aus Geilenkirchen „reinrasen“ würden, was bei entgegenkommenden breiteren Fahrzeugen gerade noch glimpflich ausgehen würde. Parkende Autos im Anschluss an die Schikane würden die Situation verschlimmern, weil jeder Fahrer mit Macht die Lücken suche. „Die Schikane müsste so eng sein, so dass nur noch ein Auto hindurch passt. Und die Parksituation muss anders geregelt werden“, sagt der Anwohner. Das würde das Ganze entschärfen.

Eine Änderung – die letztlich das Land NRW anordnen müsste –der Schikane hält die Stadt Übach-Palenberg nicht für nötig. Zum einen, da das Befinden in der Bürgerschaft stets verschieden sei, zum anderen aus rechtlichen Gründen. „Die Kanzeln müssen in einer bestimmten Breite angelegt sein, damit auch Schwerlastverkehr diese durchfahren kann. Das führt dazu, dass zwei Pkw bei angemessener Geschwindigkeit gleichzeitig passieren können“, heißt es auf Anfrage. Und weiter: „Optisch wurden die Kanzeln vor einiger Zeit durch Markierung verschmälert und verdeutlicht, was die Verkehrssicherheit verbessern sollte.“

Zur Parksituation schreibt die Stadt: „Parkende Fahrzeuge stellen eine natürliche gewollte Verkehrsberuhigung dar. [...] Somit ist die jetzige Situation, auch aufgrund der guten Einsehbarkeit, ein adäquates Mittel zur Geschwindigkeitsreduzierung.“

Ein Unfallschwerpunkt ist diese Stelle laut der Polizei nicht.

Ein Leser aus Gangelt monierte die Aufhebung der Streckenverbote auf der B221 zwischen Janses Mattes und Geilenkirchen in Fahrtrichtung Geilenkirchen. Es geht um die Strecke hinter der Großbaustelle zur Anbindung an die A46. Der Leser merkte an: Die Verkehrsschilder stünden immer nur auf der linken Seite, so dass sie durch den Gegenverkehr oft verdeckt seien. Ortsunkundige wüssten dann nicht, wann sie nach den 70er-Abschnitten wieder schneller fahren dürften.

Fahrlehrer Frank Beule und die Stadt Geilenkirchen teilten mit, dass dies rechtlich in Ordnung sei. Auf Anfrage antwortete die Stadt: Im Streckenverlauf der Baustelle auf Geilenkirchener Gebiet „werden die Einmündungsbereiche (Blauenstein und Straeten) mit einer Geschwindigkeitsreduzierung von 70 Stundenkilometer gesichert. Hinter der Einmündung Straeten wird diese nicht aufgehoben, sondern durch ein erneutes Schild wiederholt. Lediglich hinter der Einmündung Blauenstein wird die Geschwindigkeitsreduzierung wieder aufgehoben. Das Schild steht in Fahrtrichtung links, was aber in Einklang mit den einschlägigen Vorschriften steht.“

Kennen Sie gefährliche Stellen? Dann melden Sie sich bei uns: Telefon 02451/4095630 oder per E-Mail an lokales-geilenkirchen@zeitungsverlag-aachen.de.

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